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VW vor der Dakar: "Zeit, dass es losgeht!"

02. Januar 2008 - 12:39 Uhr

Bei Volkswagen ist der Optimismus wenige Tage vor dem Beginn der Rallye Dakar groß - Kris Nissen fiebert dem Start bereits entgegen

Dirk von Zitzewitz, Giniel de Villiers, Kris Nissen, Carlos Sainz und Michel Périn
Kris Nissen freut sich schon auf die bevorstehenden Wochen in der Wüste
© Volkswagen

(Motorsport-Total.com) - Durch ein Meer aus Sand, länger und härter - die Route zur Jubiläumsausgabe der Rallye Dakar verlangt den Teilnehmern bereits vor dem Start eine gehörige Portion Respekt ab. Dieser 16 Tage währenden Herausforderung stellt sich Volkswagen mit vier Werkswagen vom Typ Race Touareg 2, die von Carlos Sainz/Michel Périn (Spanien/Frankreich), Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (Südafrika/Deutschland), Mark Miller/Ralph Pitchford (USA/Südafrika) sowie Dieter Depping/Timo Gottschalk (Wedemark/Berlin) pilotiert werden. 15 Etappen über insgesamt 9.273 Kilometer liegen vor den insgesamt 570 Teilnehmern in den Wertungen für Autos, Motorräder und Trucks, die beim Start am 5. Januar in Lissabon die 30. Ausgabe des Wüstenklassikers in Angriff nehmen und am 20. Januar das Ziel in Senegals Hauptstadt Dakar erreichen wollen.

Nachdem Volkswagen Anfang November mit Carlos Sainz und Michel Périn den Marathon-Rallye-Weltcup 2007 gewonnen und vor Jahresfrist bei der Rallye Dakar acht Tage lang das Feld angeführt hat, zählt der Wolfsburger Automobilhersteller erneut zum engsten Favoritenkreis auf den Sieg bei der härtesten und längsten Rallye der Welt. "Unser Ziel ist und bleibt, mit dem Volkswagen Race Touareg den ersten Dakar-Sieg mit Dieselantrieb zu erreichen", sagt VW-Sportchef Kris Nissen.

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Zur 30. Auflage der Rallye Dakar hat die Veranstalter-Organisation ASO eine extrem anspruchsvolle Route ausgearbeitet. Wie in den beiden Vorjahren startet der Wüstenklassiker in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon und endet nach mehr als zwei Wochen traditionell in Dakar. "Dazwischen warten viele lange und schwierige Etappen auf uns", erklärt VW-Werkspilot Giniel de Villiers, der Zweitplazierte der Dakar 2006. Teamkollege Dieter Depping ergänzt: "Die Strecke, die auf Zeit gefahren wird, ist rund ein Drittel länger als in den Vorjahren. Zudem wurde der Sandanteil erheblich erhöht."

Insgesamt acht Tage lang führt die Route durch das "Sandmeer" des zu großen Teilen unbesiedelten Mauretaniens. "Auf diesen Etappen kann jederzeit die Entscheidung über den Ausgang der Rallye fallen", weiß VW-Werkspilot Mark Miller. "Denn man kann sich leicht im weichen Sand festfahren und viel Zeit verlieren, abgesehen davon, dass man sich dort auch leicht verfahren kann. Außerdem sind die langen Tage in der Einsamkeit der mauretanischen Wüste psychisch sehr anstrengend."

Einige Strecken zählten seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr zur Rallyeroute: "Die Etappen vor und nach dem Ruhetag in Nouakchott werden es in sich haben", ist der dreimalige Dakar-Sieger Michel Périn, der Beifahrer von Carlos Sainz, fest überzeugt. "Die Strecke von Nouadhibou nach Atar wurde zuletzt 1994 gefahren und sorgte damals für Dramen, als ein Großteil der Teilnehmer in einem Dünengebirge feststeckte." Carlos Sainz bringt es auf den Punkt: "Diese Dakar wird eine echte Herausforderung für Mensch und Material."

"Wir vertrauen in diesem Jahr wieder auf unsere sehr gut eingespielte Mannschaft, viel Erfahrung gesammelt hat und die untereinander perfekt harmoniert", erklärt Kris Nissen. Drei der vier Werksduos starteten in der gleichen Fahrer/Beifahrer-Kombination bereits zur Rallye Dakar 2007. Die Piloten Mark Miller, Carlos Sainz und Giniel de Villiers zählen seit 2005 zum Werksteam von Volkswagen. Sainz, der Rallye-Weltmeister der Jahre 1990 und 1992, fand eine neue Herausforderung nach seinem Karriereende im klassischen Rallyesport. Bei der Rallye Dakar 2007 feierte der Spanier mit Co Michel Périn fünf Etappensiege und führte das Gesamtklassement vier Tage lang an. Bei der Rallye Transibérico erzielte "El Matador", wie er von seinen Fans genannt wird, seinen ersten Gesamtsieg im Offroadsport und krönte die Saison 2007 mit dem Titelgewinn im Marathon-Rallye-Weltcup.

Mit Rang vier gelang dem US-Amerikaner Mark Miller zusammen mit seinem südafrikanischen Copiloten Ralph Pitchford die beste Platzierung eines VW-Piloten bei der Dakar 2007. Für die 2008er-Auflage ist der ehemalige Enduro-Pilot und Ex-Fondsmanager bis in die Haarspitzen motiviert. "Für mich ist diese Dakar der wichtigste sportliche Einsatz in meinem Leben. Um perfekt gerüstet zu sein, habe ich in den vergangenen Monaten ein intensives Sportprogramm absolviert und mich akribisch vorbereitet."

Sein Teamkollege Giniel de Villiers feierte mit Rang zwei bei der Dakar 2006 im Volkswagen Race Touareg das beste Ergebnis eines Dieselfahrzeugs in der Geschichte der Veranstaltung. 2007 siegte er zusammen mit seinem deutschen Copiloten Dirk von Zitzewitz bei der Rallye Marokko. "Unsere Zusammenarbeit klappt perfekt", meinen beide unisono. "Nun freuen wir uns auf die Herausforderung der Rallye Dakar."

Die beiden Deutschen Dieter Depping und Copilot Timo Gottschalk bestreiten zwar ihre erste Rallye Dakar am Steuer eines Race Touareg, sind jedoch mit dem Team und dem Wüstenklassiker gut vertraut, nicht zuletzt als Crew im VW-Racetruck. "Mit dem Race Touareg habe ich viele 1.000 Testkilometer zurückgelegt und weiß daher genau, wie enorm leistungsstark das Auto ist", so Dieter Depping.

Neben den vier Werksautos in markanter Red-Bull-Optik startet zum zweiten Mal ein Race Touareg 2 des portugiesischen Team Lagos zur Rallye Dakar. Wie im Vorjahr kommen der Portugiese Carlos Sousa, Titelträger im Marathon-Rallye-Weltcup 2003, und sein deutscher Copilot Andreas Schulz, Dakar-Sieger von 2001 und 2003, zum Einsatz. Bei der Dakar 2007 führte Sousa das Klassement nach den ersten beiden Tagen an.

Am Morgen des 5. Januar rollen in Lissabon 570 Teilnehmer über die Startrampe, 60 mehr als im Vorjahr. Neben 245 Motorrädern und 100 Trucks sind 205 Fahrzeuge in der Autowertung eingeschrieben. Außer den großen Werksteams gehen auch zahlreiche Privatfahrer an den Start, für die das Ankommen in Dakar wie ein Sieg ist.

"Unser stärkster Mitbewerber im Kampf um den Sieg ist das Team von Mitsubishi, das seit 2001 bei der Rallye Dakar ungeschlagen ist und auch in diesem Jahr wieder auf vier erfahrene Piloten vertraut", erklärt Kris Nissen. "Doch wir haben beim Weltcupfinale in Dubai gesehen, dass man auch mit den Fahrern der BMW X3 rechnen sollte, allen voran Nasser Al-Attiyah, der auf Sand sehr stark ist. Nicht außer Acht lassen darf man Robby Gordon im Hummer und Jean-Louis Schlesser mit seinem Buggy."

Mit einem intensiven Test- und Entwicklungsprogramm hat Volkswagen den von einem innovativen, 280-PS-2,5-Liter-Fünfzylinder-TDI-Dieselmotor angetriebenen Race Touareg weiter verbessert. "Die vergangene Dakar hat gezeigt, dass unsere Leistungsfähigkeit sehr gut ist. Ziel war danach, vor allem Details zu optimieren, schlichtweg Feinarbeit zu leisten", erklärt Eduard Weidl, Technischer Direktor von Volkswagen Motorsport. "Ein wichtiger Punkt war auch, die Arbeit im Cockpit zu erleichtern. Dabei wurde die Dichtigkeit des Fahrzeugs verbessert, so dass kaum noch Staub in den Innenraum dringen kann. Zudem sorgt eine neue Klimaanlage bei Bedarf an extrem heißen Tagen für angenehmere Temperaturen im Cockpit - das sind dann immerhin noch 50 Grad Celsius."

Ein Schwerpunkt bei der Vorbereitung des Race Touareg bildete die Anpassung an das neue Reglement. Rallyeprototypen wie der Race Touareg und die Konkurrenz von Mitsubishi und BMW sowie die Buggys dürfen nur noch mit einem Fünfganggetriebe ausgerüstet sein, bisher waren sechs Schaltstufen erlaubt. Außerdem wurde der Luftmengenbegrenzer verkleinert, beim VW-TDI-Motor von 39 auf 38 Millimeter. Mit den Maßnahmen sollen die Höchstgeschwindigkeiten der Topautos reduziert werden. "Die Veränderungen im Reglement betreffen alle Topteams gleichermaßen", erklärt Kris Nissen. "Die Dakar-Spezifikation des Race Touareg stand für uns bereits im August fest, so dass wir mit dem Fahrzeug noch die Marokko-Rallye und die UAE-Desert-Challenge bestreiten konnten. Die Fahrer fanden das neue Getriebe sogar angenehmer, denn die Zahl der Schaltvorgänge hat sich etwas verringert."

Kris Nissen: "Alle fünf Race Touareg sind bestens präpariert, das Team hochmotiviert, Fahrer sowie Beifahrer haben sich nicht nur bei Tests und Rallyes eingeschossen, sondern sich auch in Techniktrainings, Fitnesscamps und Navigationswoche vorbereitet. Wir sind also gut gerüstet und freuen uns auf eine anspruchsvolle Dakar mit einem sportlich hochkarätigen Wettkampf. Jetzt ist es Zeit, dass es endlich losgeht."

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