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Jonathan Rea: "Ellbogenschleifen fällt mir sehr schwer"

13. September 2017 - 09:09 Uhr

Oldschool-Superbike-Stil sticht MotoGP-Stil: WSBK-Champion Jonathan Rea setzt seit Jahren auf einen wenig spektakulären Fahrstil, der dennoch sehr effizient ist

Jonathan Rea
Oldschool-Fahrstil: Jonathan Rea verzichtet auf Akrobatikübungen
© Kawasaki

(Motorsport-Total.com) - Im Grand-Prix-Sport gehört Ellbogenschleifen seit vielen Jahren zum guten Ton. Selbst im Nassen kratzen die MotoGP-Piloten regelmäßig mit ihren Ellbogen auf dem Asphalt. In der Superbike-WM setzen nur wenige Piloten auf den spektakulären Stil, der in der MotoGP unumgänglich ist. WSBK-Champion Jonathan Rea lehnt seinen Oberkörper deutlich weniger stark in die Kurven als MotoGP-Weltmeister Marc Marquez. Kratzende Ellbogen sieht man beim Superbike-Champion von 2015 und 2016 nie. Wir haben den zweifachen Superbike-Weltmeister zum Thema Fahrstil befragt.

"Ich bin nicht besonders groß. Die Superbikes sind ziemlich große Motorräder und haben hohe Tanks. Das Ellbogenschleifen fällt mir sehr schwer", gesteht Rea im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Zudem können wir hier mit unseren Reifen nicht die Schräglagen fahren wie in der MotoGP. Ich denke, mein Stil entspricht dem, was ich über die Jahre gelernt habe."

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"Ich passe immer meinen Fahrstil an - sowohl in den Rennen und auch im Winter. Ich möchte immer versuchen, besser zu werden", betont der Kawasaki-Pilot, der sich unabhängig von der Körperhaltung gut vorstellen kann, in der MotoGP schnell zu sein: "Mein Stil würde auch gut in die MotoGP passen. Ich fahre hohe Kurvengeschwindigkeiten und bremse sofort sehr hart. Ich kann gut die Temperaturen in den Reifen und Bremsen hoch halten."

Mit dem aktuellen Fahrstil hätte es Rea in der MotoGP aber sehr schwer. Doch der Brite ist sich bewusst, dass er sich anpassen müsste: "Mit etwas Zeit würde ich verstehen, wie ich das Maximum aus einer Grand-Prix-Maschine herausholen kann. Das lernt man nicht an zwei Rennwochenenden. Ich denke schon, dass ich mich schnell anpassen würde", bemerkt er.

Rea: "Ellbogenschleifen funktioniert nicht"

Beim Wintertest im November 2016 blamierte Rea mit seinem Kawasaki-Superbike die versammelte MotoGP-Konkurrenz, als er die schnellste Zeit des Tests fuhr. "Beim November-Test in Jerez teilten sich die WSBK-Piloten die Strecke mit einigen Grand-Prix-Fahrern. Ich fuhr mit ihnen und konnte vergleichen, an welchen Stellen ein MotoGP-Motorrad schneller ist und wo das Superbike schneller ist. Das war sehr interessant", erinnert sich der Superbike-Weltmeister.

Jonathan Rea
Rea über WSBK vs. MotoGP: "Wir können nicht solche Schräglagen fahren"
© Kawasaki

Besonders die extremen Schräglagen der Prototypen begeistern Rea, der sich viele Gedanken zum Thema Ellbogenschleifen gemacht hat: "Mit dem Superbike funktioniert es nicht, die Ellbogen schleifen zu lassen, es sei denn, man hat so viel Hebel wie Baz oder Redding. Wir können nicht solche Schräglagen fahren", vergleicht er.

"Wir haben nicht so viel Haftung. Die Pirelli-Reifen bestechen durch ihre gute Traktion. Wir konzentrieren uns darauf, das Motorrad bis zum Scheitel abzubremsen, aufzurichten und zu beschleunigen. In der MotoGP bremsen oder beschleunigen sie nicht besonders schnell, doch sie nehmen viel mehr Schwung mit", analysiert Rea.

Was Hauptkonkurrent Davies zu sagen hat

Herausforderer Chaz Davies setzt auf einen anderen Fahrstil. Der Ducati-Pilot fährt deutlich aggressiver als Rea. Besonders am Kurveneingang unterscheiden sich die Stile der beiden Briten deutlich. "Er hat einen anderen Stil, um schnelle Rundenzeiten zu fahren. Er fährt ein anderes Motorrad", kommentiert Davies, der Rea einige Male genau beobachten konnte. "Es gibt viele Gründe, warum er anders fährt. Ich habe das Gefühl, dass ich so fahren muss, wie ich fahre, wenn ich Rennen gewinnen möchte", bemerkt der Ducati-Werkspilot.

Chaz Davies, Jonathan Rea
Chaz Davies lehnt sich stärker in die Kurven als Jonathan Rea
© Ducati

"Man erkennt nicht so gut, wenn er Fehler macht. Aber man sieht schon, wenn er am Limit fährt. Es sieht nicht so aggressiv aus. Man sieht, dass er entschlossen agiert, aber er fährt nicht so aggressiv", erklärt Davies und wundert sich: "Wenn er phasenweise mehr pushen muss, dann kann er mehr aus dem Motorrad herausholen, ohne zu stürzen."

Ist das frustrierend? "Es ist, wie es ist. Ich würde nicht sagen, dass es frustrierend ist. Ich gebe 100 Prozent. Wenn es ausreicht, dann gewinnen wir. In den anderen Fällen stürze ich oder werde Zweiter oder Dritter", scherzt Davies und fügt hinzu: "Es wäre einfach, hier nach Ausreden zu suchen, warum sie uns besiegen oder warum sie schneller sind. Es spielen viele Faktoren eine Rolle."

Rea kein guter Entwicklungsfahrer

Jonathan Rea
Jonathan Rea gesteht im Gespräch, kein guter Entwicklungsfahrer zu sein
© smg/Fränzschky

Für Crewchief Pere Riba ist Reas automatische Fahrstil-Anpassung Fluch und Segen zugleich. "Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich meinen Fahrstil unterbewusst anpasse. Das ist gut für mich und für die Resultate, doch für die Entwicklung ist es nicht so gut", weiß Rea.

"Wenn ich von meinem Team zwei unterschiedliche Abstimmungen erhalte, dann kann es vorkommen, dass ich nach jeweils fünf Runden die gleichen Zeiten fahre, obwohl sich die Maschinen stark unterscheiden. Dann kann ich ihnen keine Antworten geben, wenn sie mich nach meinem Feedback fragen, weil ich mich unterbewusst angepasst habe", berichtet der Kawasaki-Pilot.

Rea leidet mit Crewchief Riba: "Mein Crewchief hat es nicht einfach, aber er ist ein schlauer Kerl. Manchmal kommt es vor, dass ich den Unterschied machen kann, wenn er den falschen Weg einschlägt", schildert der WSBK-Champion, der auf dem Weg ist, seinen dritten WM-Titel in Folge einzufahren.

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