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Ciao Max! Biaggi gibt Rücktritt bekannt

07. November 2012 - 11:20 Uhr

Aus und vorbei: Superbike-Weltmeister Max Biaggi hat bei einer Pressekonferenz überraschend seinen Rücktritt als Rennfahrer bekanntgegeben

Max Biaggi
Max Biaggi hängt mit 41 Jahren den Helm an den Nagel
© Infront

(Motorsport-Total.com) - Der Motorrad-Rennsport verliert einen seiner größten Fahrer. Bei einer Pressekonferenz in Vallelunga hat Superbike-Weltmeister Massimilliano "Max" Biaggi heute überraschend seinen Rücktritt als Rennfahrer bekanntgegeben. "Hier begann alles und hier endet alles", sagt der Italiener, der mit 41 Jahren von der Bühne des Motorradsports abtritt. Obwohl die Verhandlungen mit Aprilia über die Verlängerung seines Vertrages zuletzt ins Stocken geraten waren, hatte Biaggi noch vor wenigen Wochen eine Fortsetzung seiner Karriere angedeutet.

"Wenn ich ein paar Tage nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft schon wieder den Helm aufziehe, ist es wohl offensichtlich, was ich vorhabe", hatte Biaggi nach den Testfahrten in Magny Cours gesagt, bei denen er erstmal mit den neuen 17-Zoll-Reifen gefahren war, die in der kommenden Saison in der Superbike-WM eingesetzt werden. Die Verhandlungen mit Aprilia waren Ende Oktober noch im Gange. "Wir müssen noch einige Hürden aus der Welt räumen. Dabei geht es nicht ums Geld, sondern um andere Details", hatte der Italiener seinerzeit berichtet.

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Die Einigung mit Aprilia kam jedoch nicht zustande. Nach Spekulationen italienischer Medien strebt Biaggi eine neue Rolle als Teammanager des Superbike-Teams von Aprilia an. Und auch seine Familie veranlasste ihn zu dieser Entscheidung. "Ich hatte von Aprilia ein neues Vertragsangebot - gleiches Motorrad, gleiches Geld. Doch ich denke, dass ich lange genug von meinem Kind und meiner Frau getrennt war", bemerkt er. "Meine Familie war mir bei dieser Entscheidung wichtig. Ich hatte realisiert, wie viele Stunden ich meinem Kind und meiner Frau geraubt hatte."

Max Biaggi
Biaggi holte sich 2012 seinen zweiten Superbike-Titel - erneut mit Aprilia
© Infront

Biaggi kann auf eine überaus erfolgreiche Karriere im Motorradrennsport zurückblicken. Zwischen 1991 und 1997 ging er in der 250ccm-Klasse an den Start, wo er insgesamt 29 Rennen gewann und von 1994 bis 1997 vier Mal in Folge Weltmeister war. 1998 stieg Biaggi in die 500ccm-Klasse auf, die 2002 zur MotoGP wurde. Dort blieb dem Italiener ein Titel verwehrt, allerdings gewann er 13 Rennen und stand 58 Mal auf dem Podium.

2007 wechselte Biaggi in die Superbike-Weltmeisterschaft, wo er über die Stationen Suzuki und Ducati im Jahr 2009 bei Aprilia landete. Mit dem italienischen Hersteller gewann er 2010 und 2012 die Weltmeisterschaft. Insgesamt ging Biaggi bei 155 Rennen in der Superbike-WM an den Start. Dabei gelangen ihm 21 Siege und insgesamt 70 Podiumsplatzierungen.

"Die Leidenschaft hat den Unterschied ausgemacht. Sie hat mich immer wieder dazu geführt, alles zu geben. Die Einzigartigkeit dieses Gefühls hat mich dazu gebracht, beeindruckende Dinge zu machen", blickt der Römer zurück. "Die Aprilia war ein wichtiger Begleiter auf den Reisen. Wir haben Motorrad-Geschichte geschrieben. Es war in allen Beziehungen eine wahre Liebe."

"Ich bin entspannt, weil es eine bewusste Entscheidung ohne Druck war. Ich wurde nicht aufgefordert, zu gehen. Ich habe mich dafür entschieden, Platz zu machen Es gab keine Probleme, weder bei der wirtschaftlichen Lage, noch der Struktur", stellt Biaggi klar und gesteht, dass die Entscheidung nicht einfach war: "Diese Nacht war länger als die anderen."

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