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Formel-3-Rennwagen fährt mit Sprit aus Schokolade

06. Mai 2009 - 16:15 Uhr

Forscher der University of Warwick haben das erste wirklich grüne Formel-3-Auto gebaut, das mit Schokolade fährt, und aus Karottenfasern gefertigt wurde

Formel 3 Auto mit Biosprit aus Schokolade
Grüne Idee: Das "WorldFirst"-Formel-3-Auto der Universitiy of Warwick
© University of Warwick

(Motorsport-Total.com) - Motorsport und Ökologie, nachwachsende Rohstoffe und Biosprit. Kann ein funktionierendes Formel-3-Fahrzeug weitgehend aus ökologischen Komponenten gebaut werden? Forscher der University of Warwick in Coventry meinten "Ja", und haben dieser Ansicht nun auch Taten folgen lassen.

Das Projekt trägt den Namen "WorldFirst Formula 3 Racing Car" und besteht zu großen Teilen aus nachwachsenden Rohstoffen. Das Lenkrad wurde etwa aus Karottenfasern und anderen Wurzelgewächsen gefertigt, der Fahrersitz hat geschäumtes Sojabohnenöl als Grundmaterial.

Einige Karosserieteile bestehen aus Kartoffelstärke, einige andere aus wiederverwerteten Kohlefasern. Auch beim Treibstoff wurde ein Gemisch verwendet. Der zugrundeliegende Biodiesel besteht aus den Abfallprodukten einer Schokoladenfabrik und basiert auf Kakaobutter, der mit Altspeiseöl gemischt wird.

Der Biodiesel-Motor ist auch der einzige Grund, warum das Fahrzeug nicht für den Formel-3-Rennbetrieb zugelassen werden kann, alle anderen Komponenten entsprechen dem Formel-3-Regelwerk. Pflanzenöle sorgen für den nötigen Schmierstoff, das Kühlsystem des Formel-3-Renners besitzt ein Kühlsystem mit einem neuartigen Katalysator, der Schadstoffe abbaut.

Bei einem ersten Test auf der Rennstrecke erreichte das Auto Spitzengeschwindigkeiten von immerhin 200 Stundenkilometern, und das Forscherteam gab sich stolz: "Für uns war es wichtig, ein wirklich grünes Auto zu bauen", erklärte Projektleiter James Meredith. "Das WorldFirst-Projekt macht Schluss mit dem Mythos, dass man Performanceverluste hinnehmen muss, wenn man für die Zukunft nachhaltige Autos bauen will."

"Während die Autohersteller sich darum bemühen, Motorenschadstoffe zu reduzieren, um zukünftige CO2-Emissionsgrenzen zu erfüllen, beweist das WorldFirst-Projekt, dass wenn man an das grüne Ethos wirklich mit ganzem Herzen herangeht, eine Horizonterweiterung notwendig ist", so Forschungsleiter Steve Maggs.

Seine Devise lautet: "Man muss eine Strategie entwickeln, die ganzheitlich den Lebenszyklus des Fahrzeugs von den Rohmaterialien bis hin zur Endverwertung behandelt. Dieses Projekt zeigt klar, dass automobile Umweltgedanken dieses gesamte Paket bearbeiten können und sollten."

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