Aktuelle Bildergalerien
ANZEIGE
ANZEIGE
Die aktuelle Umfrage

Ist Marco Wittmann ein verdienter DTM-Champion 2014?

Ja
Nein
Jobs bei Motorsport-Total.com
Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir

Motorsport-Redakteure (m/w)

>> Jetzt bewerben!
Formel 1 und Motorsport als App für iOS, Android, Bada und WAP
ANZEIGE 
DEKRA Motorsport
Aktuelle Top-DTM-Videos
Folgen Sie uns!
Motorsport-Total.com bei Facebook Motorsport-Total.com bei Google+ Motorsport-Total.com bei Twitter RSS-Feeds von Motorsport-Total.com
Sie sind hier: Home > DTM > Newsübersicht > Rennberichte

Die Stunde des Jägers: Spengler triumphiert!

21. Oktober 2012 - 15:31 Uhr

Bruno Spengler hat in einem Herzschlagfinale die Sensation perfekt gemacht und im Jahr des BMW-Comeback seinen ersten DTM-Meistertitel eingefahren

Bruno Spengler
Bruno Spengler hat es geschafft: Er ist DTM-Meister 2012
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Sonntag, 15:12 Uhr, Hockenheim: Bruno Spengler fährt mit dem karbonschwarzen M3 über die Ziellinie, neben ihm explodiert das Feuerwerk und ein Stück DTM-Geschichte ist geschrieben. Der Kanadier krönt seine Karriere mit dem DTM-Meistertitel, herausgefahren mit einem Laufsieg im Saisonfinale unter dem größtmöglichen Druck seines Konkurrenten Gary Paffett, der Spengler in einer rundenlangen Verfolgungsjagd nicht in einen Fehler hetzen konnte. "Es war ein sensationeller Tag, eine sensationelle Saison. Mein Auto war so gut, es war Teamarbeit", jubelt Spengler im 'Ersten'.

Die eigentliche Entscheidung fiel schon beim Start: Spengler, der sich auf Rang zwei nach vorne arbeitete, wurde noch in der ersten Runde von dem von der Pole-Position gestarteten Augusto Farfus vorbeigewunken. Paffett erwischte von Position zwei aus einen schlechten Start und fiel bis nach der Parabolika auf Position fünf zurück, ehe er von einem Manöver des zu diesem Zeitpunkt vor ihm liegenden Mattias Ekström gegen Joey Hand in der Spitzkehre profitierte.

Paffett drückte mit allen Mitteln

Der Brite schlüpfte an beiden vorbei und nahm die Verfolgung des führenden BMW-Duos auf. In der Folge legte Spengler an der Spitze zahlreiche schnellste Runden vor. Farfus blieb kontrolliert auf Abstand, Paffett erhöhte sukzessive den Druck - dann traf HWA die zunächst fragwürdige Entscheidung, unmittelbar hinter dem Brasilianer ebenfalls den Stopp zu erledigen. Auf die Fahrspur in der Boxengasse bog Paffett unmittelbar neben dem sich schon dort befindenden Farfus ein.

ANZEIGE

Tür an Tür zog Paffett am Boxenausgang - auf der günstigeren Innenbahn fahrend - vorbei auf Rang zwei. Es war ein mehr als grenzwertiges Manöver, bei dem der BMW-Pilot absolut fair blieb. Die von Daniel la Rosa beratenen Sportkommissare ermittelten, bestraften den Vorfall aber nicht. Paffett nahm die Verfolgung auf und knabberte nach dem zweiten Pflichtstopp, den Spengler in rekordverdächtigen 2,9 Sekunden absolvierte, Stück für Stück den Vorsprung ab - er setzte eine schnelle Rundenzeit nach der anderen.

Spengler bewies eiserne Nerven

Besonders im Motodrom gelangen dem Mann aus Bromley unglaubliche Sektorenzeiten. Die Spannung erreichte ihren Höhepunkt: Spengler klagte am Funk über Probleme mit der Hinterachse und der Vorsprung schmolz, Paffett fuhr am absoluten Limit, schonte den Wagen nicht und nahm die Randsteine am Maximum und darüber hinaus mit - was Reglement und Technik betrifft. Paffett kassierte dafür eine Verwarnung von der Rennleitung, nahm sich aber kaum zurück.

Die Reifen hingegen schon: Vier Runden vor Schluss und bei noch rund einer Sekunde Abstand zollten sie dem mörderischen Tempo Tribut. Spengler behielt die Nerven und fuhr im Stile eines Champions die Meisterschaft unter dem größtmöglichen Druck nach Hause. Nach der Zieldurchfahrt gab es kein Halten mehr: "We are the Champions", sang Spengler im Boxenfunk.

Schlechter Start brach Paffett das Genick

"Ich liebe es, ich liebe es", jubelte der Kanadier. "Es war ein megageiler Tag. Es war verrückt, ich war am Anfang nervös und habe immer nach vorne geschaut, mich konzentriert", lässt er die größten Momente seiner Karriere im 'Ersten' Revue passieren. Paffett war nach dem Aussteigen aus dem Auto massiv enttäuscht: "Es war das ganze Jahr über so großartig", blickt er traurig zurück und erinnert sich an durchdrehende Räder bei einem verpatzten Start.

"Einen Fehler im ganzen Jahr habe ich gemacht, und der muss im letzten Rennen passieren und so entscheidend sein. Ich hätte gewinnen müssen", hadert der Brite. Es war eine Niederlage auf ganzer Linie, schließlich verlor auch HWA die Teamwertung an Schnitzer, Mercedes wurde bei den Marken an letzte Stelle durchgereicht. Auch hier triumphierte BMW. "Wir müssen das Comeback schaffen", fordert ein sichtlich angefressener Paffett.

Haug hadert weiter mit Kollisionen

Ganz andere Emotionen herrschen bei Jens Marquardt: "Es ist ein richtig tolles Team. Wir haben am Anfang gemerkt, dass wir zulegen müssen. Das haben wir getan und sind am Ende verdient Meister geworden", freut er sich - auch über den Markentitel, der im Jahr der Rückkehr mit zwei Autos weniger gelungen ist, als sie Mercedes und Audi eingesetzt haben. "Am meisten gewonnen haben die Zuschauer und die Fans", befindet Marquardt. "Jetzt genießen wir den Moment. Aber genauso wird es nächstes Jahr wieder werden."

Norbert Haug ist ebenso enttäuscht wie sein Pilot: "Ich denke, dass wir heute auf Augenhöhe, wenn nicht sogar schneller waren. Wir haben die Punkte woanders verloren", spricht er die viel diskutiertenVorfälle am Nürburgring und in Zandvoort an, als Paffett in Kollisionen verwickelt war - ohne dabei Spengler einen Vorwurf machen zu wollen: "Wir gehen ordentlich miteinander um", so Haug versöhnlich.

Farfus bester DTM-Neuling 2012

Auch hinter dem Herzschlagfinale zwischen Spengler und Paffett gab es noch ein Rennen: Farfus fuhr nach dem Duell mit Paffett einen ungefährdeten dritten Rang ein und krönte sich zum besten Rookie der Saison - dabei zog er in der Gesamtwertung sogar noch am heute glücklosen Ex-Meister Martin Tomczyk vorbei, der mit einem schwer havarierten Auto als 14. das Ziel erreichte.

Die Rennaction spielte sich Hinter der Spitze ab. Der nur noch mit theoretischen Titelchancen ausgestattete Jamie Green zeigte ein starkes Rennen, dass er auf Rang vier beendete. Schon nach wenigen Kurven war der HWA-Pilot von Startplatz zehn auf Position sechs vorgefahren und glänzte später mit einem harten, aber fairen Manöver gegen Hand in der Spitzkehre. Dirk Werner fuhr relativ unbehelligt auf Rang fünf und trug damit zum Schnitzer-Sieg in der Teamwertung bei.

Schnitzer siegt auf ganzer Linie

Für Audi war es ein rabenschwarzer Tag, den Edoardo Mortara als Sechster und bester Audi-Pilot nicht retten konnte. Die Markenwertung, die die Ingolstädter anführten, ging flöten. Ekströms Rennen endete nach dem ersten Boxenstopp auf Platz vier, als der rechte Vorderreifen am A5 des Schweden nicht richtig festgezogen wurde und er wenige Meter später aufgeben musste. Audi-Markenkollege Miguel Molina versenkte das Auto im Kiesbett, für Mike Rockenfeller und Adrien Tambay war das Rennen nach Startkollisionen beendet.

Die Plätze sieben und acht belegten die BMW-Stars Andy Priaulx und Hand, die den perfekten Münchener Tag abrundeten. Dass Ralf Schumacher undChristian Vietoris die Punkteränge belegten, machte die bittere Stunde für Mercedes nicht erträglicher. Das letzte DTM-Rennen des David Coulthard endete nach 23 Runden: Der vom letzten Startplatz nach vorne preschende Timo Scheider, ein weiterer glückloser Ingolstädter, hatte den Altstar auf die Hörner genommen.

Für die Aktion gab es später eine Durchfahrtsstrafe. "Sehr enttäuschend", seufzte der Schotte am Mikrofon des 'Ersten'. "Aber so ist das halt. Ich werde nicht weinen. Meine Karriere im Motorsport hat mir viel gegeben, aber auch außerhalb gibt es viele Dinge, die mir wichtig sind", so die letzten Worte des Berufsrennfahrers Coulthard.

Artikeloptionen
Artikel bewerten

 

 
Nach oben