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SS27: Hirvonen gewinnt Rallye Japan

Mikko Hirvonen konnte seinen Vorsprung behaupten und holte sich den Sieg vor Daniel Sordo und Henning Solberg - Manfred Stohl Sechster

(Motorsport-Total.com) - Die turbulente Rallye Japan ist beendet - zum Abschluss ging es zum fünften Mal durch die Zuschauerprüfung in Obihiro. Der strahlende Sieger heißt Mikko Hirvonen. Der Ford-Werkspilot hatte am Freitagnachmittag die Spitze übernommen, als er sich an Stobart-Pilot Jari-Matti Latvala vorbeischob. Seitdem führte er die Rallye an. Nachdem sein Teamkollege Marcus Grönholm schon am Freitagvormittag ausgeschieden war, lautete die Aufgabe für den Finnen, Sébastien Loeb hinter sich zu halten und ihm dadurch Punkte in der WM abzunehmen.

Mikko Hirvonen

Mikko Hirvonen musste seinen Sieg nur noch sicher nach Hause fahren Zoom

Das machte Hirvonen mit Erfolg, er setzte den dreimaligen Weltmeister unter Druck und lieferte sich mit ihm einen heißen Fight um die Spitze. Am Samstagmittag änderte sich die Situation aber dramatisch: Auch Loeb schied nach einem Fehler seines Co-Piloten Daniel Elena vorerst aus. Auch der Drittplatzierte Jari-Matti Latvala, der die Rallye zu Beginn angeführt hatte, musste nach einem Unfall vorerst aufgeben. Somit hatte Hirvonen mit Daniel Sordo einen neuen Verfolger. Doch der Vorsprung des Finnen war schon so groß, dass er seine Pace kontrollieren konnte. Am Ende hatte Hirvonen 37,4 Sekunden Vorsprung auf Sordo.#w1#

Hirvonen: "Fantastisch für Ford!"

"Es war eine sehr schwierige Rallye", sagte Hirvonen über die schlammigen Bedingungen. "Für mich war wichtig, dass ich Marcus in der Weltmeisterschaft unterstütze und Loeb hinter mir halte. Das waren verdammt harte eineinhalb Tage. Aber das ist ein fantastisches Ergebnis für Ford - und jetzt muss mir Marcus ein großes Bier ausgeben!"

"Eine sehr gute Rallye, sehr gut, sehr gut!" Henning Solberg

Auf Rang drei hinter Sordo landete der überglückliche Stobart-Pilot Henning Solberg. Der Norweger hatte noch nie zuvor an der Rallye Japan teilgenommen und sicherte sich beim Debüt den dritten Podestplatz seiner Karriere. Nach dem gestrigen Ausscheiden von Loeb und Latvala hatte er den dritten Platz übernommen und konnte ihn komfortabel nach Hause fahren. Allerdings hatte er schon über drei Minuten Rückstand auf Sordo. Im Ziel lachte Solberg der Ältere nur noch glücklich in die Mikrofone: "Eine sehr gute Rallye, sehr gut, sehr gut!"

Wilson gewann Fight um Platz vier

Wirklich umkämpft war am letzten Tag nur noch der vierte Platz. In der vorletzten Wertungsprüfung konnte sich Stobart-Youngster Matthew Wilson an Luis Perez Companc im Munchi's-Ford vorbeischieben - in der Zuschauerprüfung kam es zum Showdown der beiden. Wilson zitterte bis zum Schluss, doch dann hatte er 2,5 Sekunden Vorsprung auf den Argentinier und holte mit Platz vier sein bisher bestes WRC-Ergebnis. "Es war wirklich eine sehr schwere Rallye, das haben wir auch an den vielen Ausfällen gesehen", erklärte der 20-Jährige. "Es ist unglaublich, dass ich es geschafft habe, Platz vier ist super!"

"Für unser Munchi's-Team war es eine fantastische Rallye!" Luis Perez Companc

Perez Companc konnte damit leben, dass er sich Wilson geschlagen geben musste. Denn auch er holte mit Platz fünf das bisher beste Ergebnis seiner WRC-Karriere. "Es ist okay, dass er mich noch überholt hat, so ist das im Sport", sagte der Munchi's-Pilot. "Matthew war heute sehr gut. Aber für unser Munchi's-Team war es eine fantastische Rallye!" Die Argentinier holten insgesamt sechs Fahrer-Punkte und acht Zähler für das Team.

Stohl hat das Glück gefehlt

Gesamtsechster wurde Manfred Stohl. Der Österreicher hätte noch viel weiter nach vorn fahren können, wenn ihn gestern nicht Kupplungsprobleme weit zurückgeworfen hätten. Doch auch er kam durch und konnte nach zwei verkorksten Rallyes endlich wieder weitgehend zufrieden sein. "Die Rallye hat mir Spaß gemacht, ich mag den Lauf wirklich", sagte Stohl im Ziel. "Nur leider haben wir nicht viel Glück gehabt. Hoffentlich wird das bei den nächsten beiden Rallyes noch besser."

Mit Platz sieben komplettierte Federico Villagra das sensationelle Ergebnis für das Munchi's-Team. Auch für ihn war es das bisher beste WRC-Ergebnis. "Ich bin sehr happy. Diese Rallye war wirklich sehr schwer und deshalb bin ich sehr glücklich über meinen siebten Platz", bilanzierte der Argentinier. Der letzte Punkterang ging mit Rang acht an den japanischen Privatier Katsuhiko Taguchi im Mitsubishi.

Loeb noch einmal ausgeschieden

Die gestern ausgeschiedenen Loeb und Latvala traten heute unter SupeRallye-Bedingungen wieder an und kämpften um den letzten Punkt für die Hersteller-Wertung. Loeb holte auf der letzten Etappe noch einmal vier Bestzeiten, dann aber verlor er in der vorletzten Wertungsprüfung wegen Motorsproblemen fast 13 Minuten. Sicherheitshalber trat er nicht mehr zur abschließenden Zuschauerprüfung an. Denn da er die Rallye damit nicht beendet hat, könnte sein Motor zur Rallye Großbritannien straffrei getauscht werden.

In der Fahrer-Weltmeisterschaft hat sich das Bild nicht verändert. Da beide Titelanwärter in Japan ausgeschieden sind, hat Marcus Grönholm zwei Läufe vor Schluss weiter vier Punkte Vorsprung. Bei den Herstellern konnte Ford den Titel noch nicht vorzeitig fix machen. Durch Hirvonens Sieg hat das "Blaue Oval" seinen Vorsprung auf Citroën aber auf 34 Punkte ausgebaut und hat nun in Irland beste Chancen auf den Herstellertitel.

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