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Monza-Rallye-Show: Valentino Rossi hauchdünn an der Spitze

Sekundenkrimi am zweiten Tag der Monza-Rallye: Die Spitze wechselt mehrmals, Valentino Rossi führt mit nur einer Zehntelsekunde Vorsprung vor Marco Bonanomi

(Motorsport-Total.com) - Die Monza-Rallye-Show entwickelte sich am Samstag zu einem spannenden Vierkampf um die Spitze. Valentino Rossi, Marco Bonanomi und das Hyundai-Duo Thierry Neuville und Andreas Mikkelsen lieferten sich eine enge Zeitenjagd, bei der die Gesamtführung mehrmals wechselte. Und auch Motocross-Weltmeister Tony Cairoli mischte kräftig mit. Diese vier Teams (Neuville/Mikkelsen teilen sich ein Auto) haben am Sonntag noch realistische Siegchancen, alles ist noch offen. Unter die zahlreichen Zuschauer im Fahrerlager mischte sich unter anderem auch Robert Kubica, der diese Veranstaltung 2014 gewinnen konnte.

Valentino Rossi

Valentino Rossi stellte in den beiden langen Wertungsprüfungen die Bestzeit auf Zoom

Den Rallye-Fans wurde wieder ein abwechslungsreicher Tag geboten. Zunächst begann das Duo Mikkelsen/Neuville mit der Bestzeit in WP3 "Autodromo 2" über 8,5 Kilometer. Damit festigten sie ihre Gesamtführung, doch anschließend folgte der große Test. Die Prüfung "Maxi Grand Prix 1" war 45 Kilometer lang. Sieben Runden mussten auf dem großen Kurs absolviert werden und Rossi stellte sein Talent auf vier Rädern unter Beweis. "Ich genieße es sehr, vor allem die langen Stages", kommentiert er mit einem Lächeln. Der Motorrad-Superstar stellte die Bestzeit auf, während das Hyundai-Duo mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.

Zu einem Zeitpunkt verlor Co-Pilot Neuville die Orientierung im Aufschrieb, was etwas Zeit kostete. "Man merkt, wie wenig man eigentlich von der Strecke sieht", berichtet WRC-Vizeweltmeister Neuville, "weil man kaum Zeit hat, um nach oben zu schauen. Es ist eine ganz andere Erfahrung." Als die beiden ins Fahrerlager zurückkamen, war die vordere Stoßstange des i20 rechts vorne gebrochen. Mikkelsen hatte eine Streckenbegrenzung berührt und bekam fünf Strafsekunden aufgebrummt.

Somit übernahm nach WP4 Rossi die Gesamtführung hauchdünn vor Bonanomi (+0,3 Sekunden) und Cairoli (+0,4). Das Hyundai-Duo fiel durch die Strafe mit 3,9 Sekunden Rückstand auf den vierten Platz zurück. Es blieb spannend, denn in der anschließenden WP5 "Parabolica 2" (9,7 Kilometer) stellte Bonanomi die Bestzeit auf und führte nun 0,9 Sekunden vor Rossi sowie 4,4 vor Mikkelsen/Neuville. Am Abend wurde bei Dunkelheit noch die sechste Prüfung "Grand Prix" gefahren. Fünf Runden wurden absolviert, die sich auf eine Länge von 33,2 Kilometer summierten.

Sekundenkrimi am Abend bei Dunkelheit

Und es entwickelte sich ein Sekundenkrimi. Rossi holte sich die Bestzeit und fuhr um genau eine Sekunde schneller als der ehemalige Audi LMP1-Fahrer Bonanomi. Damit schnappte sich Rossi die Gesamtführung, aber nur eine winzige Zehntelsekunde vor seinem italienischen Landsmann. Mit 6,4 Sekunden Rückstand verteidigte Cairoli den dritten Platz. Im Hyundai mit der Startnummer 11 durfte in WP6 wieder Neuville ans Steuer. Allerdings war er um drei Sekunden langsamer als Rossi. Somit liegen die Rallye-Profis 6,5 Sekunden hinter dem Italiener auf dem vierten Platz der Gesamtwertung.

"Das ist etwas seltsam", meint Rossi über das geteilte Auto bei Hyundai, "denn für einen richtigen Kampf wären zwei Autos besser. Aber für mich ist es eine große Freude, gegen sie zu fahren. Auch, um mein Potenzial zu verstehen, obwohl es keine richtige Rallye ist." Der Spaß steht bei dieser Veranstaltung bei den meisten Fahrern im Vordergrund. Mikkelsen sagt: "Es ist sehr schön, so ein Event zu fahren, weil es keinen Druck gibt und wir es genießen können. Die Show und die Atmosphäre hier sind großartig. Es macht Spaß mit Thierry zu fahren. Normalerweise sind wir Gegner, aber jetzt müssen wir zusammenarbeiten."

Da nur 6,5 Sekunden die Top 4 trennen, bleibt es vor dem Schlusstag spannend. Mit seinem sechsten Gesamtsieg würde Rossi der neue Rekordsieger sein. Derzeit hält er gemeinsam mit dem ehemaligen Sportwagen-Ass Dindo Capello bei fünf Siegen. "Ich genieße es sehr", zeigt sich Rossi gut gelaunt und motiviert. "In diesem Jahr bin ich in besserer Form als im Vorjahr. Damals war ich am Saisonende müder. Wir haben das Training etwas umgestellt, ich habe noch mehr Benzin. Morgen ist der letzte Tag, dann beginnt die Winterpause."

Zu den prominentesten Ausfällen am Samstag zählte Craig Breen, der mit ERC-Ladies-Meisterin Tamara Molinaro als Co-Pilotin fährt. Der Citroen-Werksfahrer ist mit einem privaten DS3 WRC dabei. Zu Beginn von WP5 gab es allerdings Motorprobleme und der Ire konnte die Stage nicht starten. Am Sonntag stehen noch drei weitere Prüfungen auf dem Programm, nach denen der Sieger feststeht. Anschließend findet noch die Masters-Show mit einem eigenen Parcours auf der Zielgeraden statt.

Gesamtwertung nach 6 von 9 Prüfungen (Top 10):
01. Rossi/Cassina (Ford Fiesta RS WRC) - 58:00,5 Minuten
02. Bonanomi/Pirollo (Citroen DS3 WRC) +0,1 Sekunden
03. Cairoli/Fappani (Hyundai NG i20 WRC) +6,4
04. Mikkelsen/Neuville (Hyundai NG i20 WRC) +6,5
05. D'Aste/D'Aste (Ford Fiesta RS WRC) +59,0
06. Longhi/Santini (Ford Fiesta RS WRC) +1:46,9 Minuten
07. Crugnola/Lucca (Skoda Fabia R5) +1:47,8
08. Andreucci/Andreussi (Peugeot 208 T16 R5) +1:49,5
09. Fregulia/Bollito (Ford Fiesta RS WRC) +1:55,9
10. Pasini/Granai (Ford Fiesta RDS WRC) +2:00,0

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