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IMSA 12h Sebring 2023: Drei führende GTPs räumen sich gegenseitig ab

Action Express Racing beschert General Motors den sechsten Sieg bei den 12 Stunden von Sebring in neun Jahren - GTP-Dreierunfall reißt beide Porsche aus dem Rennen

(Motorsport-Total.com) - Dramatisches Finale bei den 12 Stunden von Sebring: Im Kampf um den Sieg kollidierten Filipe Albuquerque im Wayne-Taylor-Acura #10 (R. Taylor/Albuquerque/Deletraz), Mathieu Jaminet im Penske Porsche #6 (Jaminet/Tandy/Cameron) und Felipe Nasr im Penske Porsche #7 (Campbell/Nasr/Christensen) 20 Minuten vor Schluss. (Ergebnis 12h Sebring 2023)

Porsche-Friedhof Turn 3: Beide 963 und der WTR-Acura waren auf einen Schlag raus

Porsche-Friedhof Turn 3: Beide 963 und der WTR-Acura waren auf einen Schlag raus Zoom

Die drei Führenden waren auf der Stelle eliminiert und sorgten für die letzte von insgesamt zwölf Gelbphasen in einem wilden Rennen, von dem fast ein Drittel (3:50 Stunden) unter Gelb absolviert wurde. Schon zuvor hatten sich die drei Fahrzeuge einen harten Kampf geliefert, es gab Berührungen und sogar einen Three-Wide.

Die Kollision machte den Weg frei für den Action Express Cadillac #31 von Luis Felipe "Pipo" Derani, Alexander Sims und Jack Aitken. Sie sicherten General Motors den sechsten Sieg bei den 12 Stunden von Sebring in den zurückliegenden neun Auflagen seit 2015 und den Dritten in Folge.

Beteiligte einig: Rennunfall

Und die Unfallbeteiligten? Gegenüber 'Sportscar365' sehen sie den Unfall gelassen als Rennunfall. Albuquerque versuchte, aus dem Verkehr Kapital zu schlagen, wollte Jaminet in Kurve 1 außen überholen, zog dann nach innen und wurde im Mini-Rechtsknick Kurve 2 von Jaminet von der Strecke gedrängt, der nicht mit ihm auf seiner linken Seite gerechnet hatte und sich auf den Verkehr konzentrierte.

"Ich wusste nicht, dass er da war. Als ich gemerkt habe, dass er da ist, habe ich versucht, nach rechts auszuweichen. Aber er war schon im Gras und ich habe die Kontrolle verloren. Das ist sehr schade und es tut mir leid für die #10. Ich habe mich sofort bei Filipe entschuldigt, als ich aus dem Auto gestiegen bin, und er hat sich auch dafür entschuldigt, dass er es im Gras versucht hat", sagt Jaminet.

Albuquerque schoss in Kurve 3 ( praktisch die zweite Kurve auf dem Sebring International Raceway) mit voller Wucht in den Porsche 963 von Jaminet. "Ein unglücklicher Rennunfall. Wir waren beide am Limit", resümiert der Franzose.

Albuquerque: "Ich habe es in Kurve 1 außen versucht, aber den Grip vorne verloren. Ich war überrascht, dass er nicht nach links gezogen ist und bin mit viel Risiko reingestochen. Er hat mich nicht gesehen und zum ersten Mal getroffen. Dadurch war ich mit zwei Rädern im Gras, konnte es aber noch kontrollieren und bremsen".

"Aber dann hat er mich ein zweites Mal getroffen und das war brutal. Da bin ich komplett im Gras gelandet und nur noch Passagier. . Ich stand auf der Bremse, schloss die Augen und wusste nicht, wen ich rammte. Dann wurde ich nochmal getroffen, das war ziemlich heftig. Aber die Autos sind sehr sicher gebaut."

Der erste Schlag traf Jaminet, der zweite war ausgerechnet Felipe Nasr, der im anderen Werks-Porsche nicht mehr ausweichen konnte. Der Ausfall war bitter für alle Beteiligten. Das mit Andretti Autosport verbundene WTR-Team war das dominierende Fahrzeug und hatte sich im gesamten Rennen nur einen Fehler (Durchfahrtsstrafe wegen zu schnellen Fahrens in der Boxengasse) geleistet.


Fotos: IMSA 2023: 12 Stunden von Sebring


Die Porsches von Penske hatten sich nach Zeitverlusten wieder an die Spitze gekämpft: Die #6 verlor nach einer Berührung mit einem GT-Fahrzeug Zeit durch Rauchentwicklung im Cockpit, die Nick Tandy an die Box zwang. Später fuhr dem Porsche 963 während einer Gelbphase ein LMP3-Fahrzeug ins Heck, woraufhin der Heckflügel gewechselt werden musste.

Die #7 musste in der ersten Rennhälfte wegen eines Fahrwerksproblems an die Box. Später gab es noch eine Strafe wegen Arbeiten außerhalb des Boxenplatzes. Trotzdem kämpften beide Autos um den Sieg, als der Unfall passierte.

Nur zwei GTP in Führungsrunde

So war es der erste Sieg für Cadillac in der neuen GTP-Ära mit den LMDh-Fahrzeugen. Action Express musste sich nach einem Zeitverlust zu Beginn des Rennens wieder nach vorne kämpfen, was in der IMSA aufgrund der Cautions kein Problem ist.

Auch die #31 hatte eine Kollision mit einem LMP3-Fahrzeug. Die anschließende Reparatur erforderte mehrere Boxenstopps. Ein Austausch der Frontpartie führte nicht automatisch dazu, dass die Beleuchtung vorne links wieder funktionierte. Zusätzlich musste der Rückspiegel gerichtet werden.

Durch Wave-Bys kämpfte sich der Bolide wieder in die Führungsrunde zurück. Jack Aitken lag zum Zeitpunkt des GTP-Unfalls direkt hinter den drei Betroffenen und konnte dem Chaos ausweichen. Damit war der Weg zum Sieg frei.

Nur ein weiteres Fahrzeug kam in der Führungsrunde ins Ziel. Es war der RLL-BMW #25 von Connor de Phillippi, Nick Yelloly und Sheldon van der Linde. Sie sorgten damit für den ersten Podiumsplatz des BMW M Hybrid V8. Die #25 kämpfte sich nach einem unplanmäßigen Bremsenwechsel in der Anfangsphase zurück an die Spitze.

Auf den Plätzen dahinter wurden in der GTP-Klasse die drei Unfallbeteiligten gewertet, da sie die nötige Distanz zurückgelegt hatten. Damit holte der Porsche #6 unter kuriosen Umständen den ersten Podiumsplatz für den 963. Der dritte Gesamtrang ging allerdings an den LMP2-Sieger, den Tower-Oreca #8 von John Farano, Scott McLaughlin und Kyffin Simpson.

Nur drei GTP-Fahrzeuge erreichten das Ziel. Der Drittplatzierte, der Meyer-Shank-Acura #60 (Blomqvist/Braun/Castroneves), war zu weit zurückgefallen, um die drei verunfallten Boliden noch abfangen zu können. Ein Rad, das diesmal mit dem richtigen Luftdruck befüllt war, hatte sich gelöst.

Nicht ins Ziel kamen der Ganassi-Cadillac #01 (Bourdais/van der Zande/Dixon), der drei Stunden vor Schluss in Führung liegend bei einem Boxenstopp Feuer fing, und der RLL-BMW #24 (Eng/Farfus/Wittmann), der nach fünf Stunden mit einem noch nicht näher definierten technischen Defekt ausrollte.

Erster Sieg für neuen Porsche 911 GT3 R

Mit dem neuen, alten 38-Millimeter-Luftmengenbegrenzer waren die Porsche 911 GT3 R auf Anhieb wieder bei der Musik. In der GTD Pro reichte es sogar zum Sieg. Dieser war das Ergebnis eines glücklich getimten Boxenstopps in der achten Stunde von Pfaff Motorsports.

Klaus Bachler, Patrick Pilet und Laurens Vanthoor gaben die Führung nicht mehr ab und fuhren den ersten Sieg für die Generation 992 des Porsche 911 GT3 R ein. Es war der Lohn für eine Nachtschicht des Teams, nachdem Klaus Bachler bei seinem - kaum zu glauben - ersten Sebring-Einsatz im Qualifying abgeflogen war.

Platz zwei ging an den Vasser-Sullivan-Lexus #14 (Hawksworth/Barnicoat/Kirkwood), der das ganze Rennen über in der Spitzengruppe mitmischte. Das Podium komplettierte der Proton-Mercedes #79 (Juncadella/Gounon/Engel).

Eine bittere Pille musste die Corvette #3 (Garcia/J. Taylor/Milner) schlucken. Nach einem Dämpferproblem eine Runde zurückgefallen, kämpfte die Corvette C8.R GTD bereits wieder um den Klassensieg, als Antonio Garcia in den GTP-Unfall verwickelt wurde und hinter den Iron-Lynx-Lamborghini (Perera/Pepper/Grosjean) auf Rang fünf zurückfiel.

Die weiteren Klassensiege gingen an den Riley-Ligier #74 (Robinson/Fraga/Burdon) in der LMP3 und den Paul-Miller-BMW #1 (Sillers/Snow/Lewis) in der GTD.

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