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Rallye Dakar 2019: Ricky Brabec erobert mit Tagessieg die Gesamtführung

Ricky Brabec (Honda) dominiert die vierte Dakar-Etappe und übernimmt mit dem Sieg auch die Gesamtführung - Matthias Walkner verbessert sich auf Rang sieben

(Motorsport-Total.com) - Die Gesamtwertung der Rallye Dakar 2019 bleibt in der Motorrad-Kategorie auch nach der vierten Etappe in Bewegung. Nach dem gestrigen Ausfall von Joan Barreda sprang dessen Honda-Teamkollege Ricky Brabec in die Presche. Der US-Amerikaner dominierte Tag vier, feierte den Etappensieg und setzte sich auch in der Gesamtwertung an die Spitze. Brabec führt nun etwas mehr als zwei Minuten vor Pablo Quintanilla (Husqvarna). Der Österreicher Matthias Walkner (KTM) verbesserte sich mit dem heutigen zweiten Platz auf Rang sieben im Gesamtklassement.

Ricky Brabec

Ricky Brabec dominierte mit seiner Honda die vierte Etappe Zoom

Am vierten Tag in Peru mussten insgesamt 511 Kilometer zurückgelegt werden. Die Speziale war zweigeteilt. Zunächst mussten 205 Kilometer auf Zeit bewältigt werden. Anschließend folgte eine 54 Kilometer kurze neutralisierte Strecke, bevor weitere 146 gezeitete Kilometer Richtung Ziel gefahren wurden. Im ersten Teil zeigte sich, dass Brabec seinen Plan verfolgte, in der ersten Woche jeden Tag zu attackieren. Bei Checkpunkt 2 hatte der US-Amerikaner etwas mehr als zwei Minuten Vorsprung auf das KTM-Duo Walkner und Toby Price.

Für Xavier de Soultrait, der nach seinem Sieg am Vortag heute als Erster losfahren musste, lief es schwierig. Bei Checkpunkt 2 hatte der Yamaha-Fahrer schon acht Minuten auf Brabec verloren. Und in diesem Ton ging es weiter. Nach 200 Kilometern führte Brabec das virtuelle Klassement rund zwei Minuten vor dem KTM-Duo an. Dahinter wurden die Abstände sehr groß. Husqvarna-Speerspitze Pablo Quintanilla, der den Tag als Gesamtführender begonnen hatte, hatte schon mehr als 13 Minuten verloren.

Brabec erobert Tagessieg vor Walkner

Der zweite Teil der Speziale bestätigte diesen Trend. Brabec vergrößerte seinen Vorsprung kontinuierlich und feierte seinen ersten Etappensieg (den zweiten in seiner Dakar-Karriere). "Gestern habe ich Zeit verloren, weshalb ich heute attackieren musste", sagt Brabec. "Das hilft mir für morgen, wenn ich mich zurückhalten und die Stage egal wo beenden kann." Sein Hinterreifen wurde etwas beschädigt, weshalb Brabec den Reifen mit seinem Teamkollegen Cornejo tauschen will.

Im Ziel hatte Brabec etwas mehr als sechs Minuten Vorsprung auf Walkner. "Es ist mir richtig gut gegangen", sagt der Titelverteidiger aus Österreich. "Ich habe mich heute wieder sehr gut gefühlt, auch wenn ich vom gestrigen Sturz etwas angeschlagen war." Die Plätze drei und vier gingen mit Price und Sam Sunderland an zwei weitere KTM-Fahrer. Yamaha-Pilot de Soultrait büßte am Donnerstag 23 Minuten ein.

Walkner schlägt sich Knöchel bei Sturz an

Da Quintanilla heute 20 Minuten auf Brabec verlor, ist der Chilene die Gesamtführung wieder los. Brabec hat nun 2:19 Minuten Vorsprung auf Qunintanilla. Dritter und Vierter sind die beiden KTM-Fahrer Price und Sunderland. Adrien van Beveren hält mit seiner Yamaha Rang fünf. Insgesamt ist das Spitzenfeld sehr eng beisammen. Die ersten sieben Fahrer befinden sich innerhalb von zehn Minuten. Walkner hat als Siebter genau 9:31 Minuten Rückstand auf Brabec.

Matthias Walkner

In der Gesamtwertung verbesserte sich Walkner auf Rang sieben Zoom

Trotzdem gab es eine brenzlige Situation, wie Walkner schildert: "Nach dem Nachtanken hab ich eine Situation falsch eingeschätzt: Ich bin eine Abrisskante runtergesprungen und in den Gegenhang rein, den ich flacher eingeschätzt hatte. Ich habe im ersten Moment geglaubt, dass ich mir den Knöchel gebrochen habe. Gegen Ende habe ich dadurch noch einiges an Zeit liegengelassen. Im Großen und Ganzen kann ich echt zufrieden sein."

Die Motorradfahrer und Quads übernachten heute in einem eigenen Biwak in Moquegua, denn Tag vier war der erste Teil der Marathonetappe. Das bedeutet, dass die Fahrer im Biwak auf sich alleine gestellt sind. Andere Teammitglieder und Mechaniker dürfen dieses Biwak nicht betreten. Die Fahrer müssen selbst die Wartung ihrer Fahrzeuge übernehmen und gegebenenfalls Reparaturen durchführen. Am Freitag geht es dann beim zweiten Teil der Marathonetappe über 700 Kilometer zurück Richtung Arequipa. Außerdem gibt es morgen für die Topfahrer einen Massenstart, vergleichbar mit Motocross.

Ergebnis der 4. Etappe (Top 10):
01. Ricky Brabec (Honda) - 3:40:30 Stunden
02. Matthias Walkner (KTM) +6:19 Minuten
03. Toby Price (KTM) +7:07
04. Sam Sunderland (KTM) +11:35
05. Adrien van Beveren (Yamaha) +13:29
06. Paulo Goncalves (Honda) +13:36
07. Stefan Svitko (KTM) +14:10
08. Kevin Benavides (Honda) +15:40
09. Lorenzo Santolino (Sherco) +17:02
10. Oriol Mena (Hero) +17:16

Gesamtwertung nach 4 von 10 Etappen (Top 10):
01. Ricky Brabec (Honda) - 12:33:00 Stunden
02. Pablo Quintanilla (Husqvarna) +2:19 Minuten
03. Toby Price (KTM) +4:22
04. Sam Sunderland (KTM) +5:45
05. Adrien van Beveren (Yamaha) +8:56
06. Kevin Benavides (Honda) +9:01
07. Matthias Walkner (KTM) +9:31
08. Paulo Goncalves (Honda) +20:45
09. Xavier de Soultrait (Yamaha) +22:00
10. Stefan Svitko (KTM) +28:09

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