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Dakar-Ruhetag: Harte Arbeit für die Mechaniker

Am Ruhetag der Rallye Dakar sind die Mechaniker gefragt, denn die Fahrzeuge werden gestrippt und neu aufgebaut - Ein Blick hinter die Kulissen

(Motorsport-Total.com) - Nach den Strapazen in der peruanischen Wüste und dem Anstieg auf über 3.000 Höhenmeter nach La Paz in Bolivien kam der Ruhetag für die meisten Dakar-Teilnehmer willkommen. Die Fahrer ruhten sich in Hotels aus und konnten sich ausschlafen. Ganz anders dagegen die Situation für die Mechaniker. Überall im Biwak wurde den ganzen Tag über geschraubt, Autos und Trucks wurden gewartet und Motorräder bis auf Rahmen und Motor gestrippt.

Peugeot Vorderradaufhängung

Ein Blick auf die Vorderradaufhängung des Peugeot-Buggy Zoom

"Alle drehenden Teile haben ein bestimmtes Kilometerkontingent", sagt X-raid-Chef Sven Quandt im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Zum Beispiel wird eine Antriebswelle ungefähr 2.500 Kilometer verwendet und dann gewechselt. Diese Teile werden am Ruhetag routinemäßig getauscht, und falls es Reparaturen gibt, werden sie auch durchgeführt. Es ist vom ersten bis zum letzten Tag alles durchgeplant, außer es sind besondere Vorkommnisse. Und je nach dem wo die Autos liegen, gibt es mehr neue Teile oder nur normale Wechsel."

Lediglich der Motor und das Chassis dürfen nicht gewechselt werden. Sonst darf an den Automobilen alles getauscht werden. "Die Autos kommen neu nach Südamerika und werden jetzt grundüberholt, es wird alles durchgesehen. Aber viele Teile halten auch 10 bis 15.000 Kilometer. Die lässt man dann drin", so Quandt. In die zweite und entscheidende Dakar-Woche starten zumindest die großen Teams mit fast komplett neuen Autos. Die Fahrer sollten ebenfalls ausgeruht sein.

Auch Motorräder werden komplett neu aufgebaut

Viel Arbeit gibt es auch bei den Motorrädern. Unter den Zeltplanen stehen überall Bikes, die ebenfalls bis auf Motor und Chassis gestrippt sind. "Es ist immer das Ziel, dass man den Ruhetag nutzt, um die Motorräder fast komplett neu aufzubauen und Sachen zu ändern, die erlaubt sind", sagt KTM-Teamchef Alex Doringer gegenüber 'Motorsport-Total.com.' "Wir schauen alles durch, denn die zweite Woche wird der schwierige Teil."


Fotostrecke: Die technische Wartung der Dakar-Fahrzeuge

Zum Komplettservice zählt ein Tausch der Dämpfer, ein Ölwechsel, neue Zündkerzen und neue Bremsen. Auch die Kabelverbindungen werden gecheckt. Bis vor einigen Jahren war es bei den Motorrädern noch üblich, dass am Ruhetag ein Motorwechsel fest eingeplant war. Damals gab es für den ersten Motorwechsel noch keine Strafe. Aktuell bedeutet der erste Motortausch 15 Strafminuten, der zweite 45 Minuten und der dritte zwei Stunden. Beim engen Wettbewerb kann sich das kein Hersteller leisten.

"Das ist viel Entwicklungsarbeit, denn man muss alle Sachen verstärken", sagt Doringer über die gestiegene Zuverlässigkeit in den vergangenen Jahren. "Früher hat man die Motoren am Ruhetag auch abhängig von den Kilometern getauscht. Aber früher wurde vor dem Ruhetag auch die größere Distanz zurückgelegt. Jetzt ist es umgekehrt. Seit ein paar Jahren geht man so vor, dass man sich jeden Tag alles ansieht. Sollte es ein Risiko geben, dann tauscht man - an egal welchem Tag. Die Strategie hat sich also komplett geändert."

Zweite Dakar-Woche beginnt mit Marathon-Etappe

Perfekte Technik ist gleich beim Start in die zweite Dakar-Woche wichtig, denn am Samstag und Sonntag findet eine Marathon-Etappe statt. Im Biwak in Uyuni dürfen keine Mechaniker anwesend sein, die Fahrer sind auf sich alleine gestellt. Quandt sieht die Situation aber entspannt: "Da die Marathon-Etappe nach einem Ruhetag ist, ist es relativ einfach. Sonst müsste man das in einer Nacht machen. Jetzt hat man einen Tag und die Nacht zur Verfügung, damit man alles top herrichten kann. Die Autos können normalerweise zwei Tage fahren, ohne etwas daran zu machen."

KTM Dakar

Bis auf Rahmen und Motor tauscht KTM alle Teile am Motorrad aus Zoom

Besorgter sieht Doringer die Situation für die Motorräder, die in der verbliebenen Woche zwei Marathon-Etappen fahren werden: "Von der Logistik ist es die schwierigste Etappe, weil die Fahrer nicht zurückkommen und im Marathon-Biwak am Motorrad selbst schrauben müssen. Der Teamspirit ist sehr wichtig, unsere Fahrer werden sich gegenseitig unterstützen. Die Fahrer im Wettbewerb dürfen sich gegenseitig helfen." Ein Reifenwechsel ist nicht erlaubt, die Reifen von jedem Fahrer werden markiert. Aber die Fahrer dürfen untereinander die Reifen tauschen.

Verbindung zur Außenwelt können die Fahrer nur mit einem Mobiltelefon halten - sofern es Empfang gibt. Die Mitnahme von Handys ist erlaubt, es dürfen aber keine GPS-Apps installiert sein. Es ist ebenfalls erlaubt, das Team anzurufen, sich auszutauschen und Informationen einzuholen. Gefragt sind vor allem die mechanischen Fähigkeiten der Fahrer. Im Vorfeld der Dakar gibt es Schulungen, bei denen die Mechaniker den Fahrern zeigen, wie man bestimmte Probleme löst. Die Motorrad-Teams proben sogar einen Motortausch, damit die Fahrer für den Ernstfall bereit sind.

Etappe 7 von La Paz bis Uyuni beträgt am Samstag etwas mehr als 700 Kilometer. Anschließend geht es am Sonntag weitere knapp 600 Kilometer nach Tupiza. Erst dort stoßen die Fahrer wieder zu ihren Teams.

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