Aktuelle Bildergalerien
 
ANZEIGE
 
 
Facebook
Google+
 
ANZEIGE
 
 
Apps zu Formel 1, MotoGP, DTM und Co. für Android, iOS und Windows Phone
Motorsport-Total.com-Agentur

Content von Motorsport-Total.com

Seit 1997 vertrauen zahlreiche Unternehmen auf die Inhalte (News, Fotos, Datenbanken, etc.) der Motorsport-Total.com-Agentur. Wann dürfen wir Sie als Kunden begrüßen?

Referenzkunden:
· arcor.de
· auto, motor und sport
· Bild.de
· GMX.de
· msn.de
· sueddeutsche.de
· stern.de
· T-Online.de
· Web.de
· Eurosport Yahoo!
· u.v.m.
Mehr Informationen
Sie sind hier: Home > WTCC > Newsübersicht > Rennberichte

"Du bist zu alt!" Kämpfer Gabriele Tarquini polarisiert

29. September 2015 - 14:14 Uhr

Handfester Streit mit Hugo Valente, Lob von Weltmeister Jose-Maria Lopez: Gabriele Tarquinis angriffslustige Fahrweise in Schanghai lies die Emotionen hochkochen

Gabriele Tarquini
An Gabriele Tarquinis Fahrweise schieden sich in Schanghai die Geister
© WTCC

(Motorsport-Total.com) - In der WTCC-Saison 2015 konnte man stellenweise den Eindruck gewinnen, bei dem lange aus "Raubein" bekannten Gabriele Tarquini sei eine gewisse Altersmilde eingetreten. Doch bei den Rennen in Schanghai erinnerte der Honda-Pilot wieder an frühere Zeiten und zeigte, dass er sich auch mit 53 Jahren von seinen jungen Rivalen noch nicht den Schneid abkaufen lassen will. Mit einer Fahrweise, die man je nach Betrachtungsweise kämpferisch, rustikal oder rücksichtslos nennen kann, ließ der Italiener die Emotionen hochkochen.

Und das ging schon kurz nach dem Start des ersten Rennens los. In den ersten Kurven geriet Tarquini mit Lada-Pilot Rob Huff aneinander. Das Ergebnis waren an beiden Autos beschädigte Radaufhängungen, und zwei sehr unterschiedliche Sichtweisen auf die Ereignisse. "Er muss mich fünf Mal getroffen haben, bevor er mir in die Seite gefahren ist und dabei mein Auto kaputt gemacht hat", regte sich Huff nach dem Rennen über die Fahrweise seines Rivalen auf.

ANZEIGE

Der sah den Zwischenfall, wenig überraschend, etwas anders. "Ich bin von außen etwas zu schnell hereingezogen und habe Rob leicht berührt", gibt Tarquini zwar zu. An dem Kontakt, der letztlich zum Ausfall beider Fahrer führte, sei er aber nicht schuld. "Ich fuhr seitlich neben ihm, wobei sich die Räder berührt haben und die Radaufhängung gebrochen ist." Die Rennleitung kam allerdings zu einem anderen Ergebnis und verhängte gegen Tarquini wegen des Verursachens einer Kollision eine Rückversetzung um fünf Plätze in der Startaufstellung des nächsten Rennens.

Valente stellt Tarquini zur Rede

Auch im zweiten Lauf ging es in den ersten Kurven hoch her, und wieder war Tarquini mittendrin. Diesmal kreuzte Hugo Valente (Campos-Chevrolet) den Weg des Honda-Piloten. In der zweiten Kurve berührten sich die Autos der beiden, Valente konnte einen heftigen Quersteher noch abfangen. Zwei Kurven weiter drehte sich der Franzose dann mit gebrochener Hinterradaufhängung von der Strecke.

Diesen Schaden hatte sich Valente zwar bei einer Berührung mit dem Citroen von Yvan Muller zugezogen, was er direkt nach dem Rennen aber offensichtlich noch nicht wusste. Denn unmittelbar nach der Siegerehrung fing Valente den zweitplatzierten Tarquini ab und stellte ihn vor laufenden TV-Kameras zur Rede.

Valente: "Können wir kurz reden?"
Tarquini: "Worüber?"
Valente: "Worüber? Du hast mich dreimal angeschoben!"
Tarquini: "Nein, du hast mich in der ersten Kurve getroffen?"
Valente: "Gabriele, Gabriele, wo soll ich dich getroffen haben?"

Es folgt eine hitzige Diskussion, in deren Verlauf Valente an das Rennen in Motegi erinnert, wo Tarquini ihn ebenfalls berührt haben soll. Daraufhin wird das Gespräche zum handfesten Streit.
Tarquini: "Wo in Motegi? Ich habe dich niemals berührt."
Valente: "Du hast zu spät gebremst. Du bist zu alt, zu alt. Du bist ein gutes Rennen gefahren, aber..."
Tarquini: "Ich bin also zu alt? Dann bist du zu jung!"

Bevor der Streit weiter eskalierte, entschärfte ein offizieller die Situation und führte Tarquini zur Pressekonferenz. Dort erklärte dieser den Zusammenstoß mit Valente wie folgt: "Ich war nicht zu optimistisch. Er hat mich seitlich berührt, weshalb ich nicht in die Kurve einlenken konnte. Daher kam ich etwas zu weit nach außen, und dann haben wir uns erneut seitlich berührt."

Dass ein kämpferischer Fahrstil nicht unbedingt mit kaputten Autos enden muss, hatte Tarquini zuvor in der Schlussphase des zweiten Rennens bewiesen. Dort lieferte er sich einen sehenswerten Zweikampf mit Weltmeister Jose-Maria Lopez. Der Argentinier versuchte rundenlang mit seinem überlegenen Citroen Tarquini zu überholen, doch dieser verteidigte sich geschickt und wehrte die Attacken seines Rivalen hart, aber fair, ab.

Lopez freut sich über fairen Zweikampf

Daher hatte Lopez, im Gegensatz zu Huff und Valente, nach dem Rennen auch keinen Grund, sich über seinen Konkurrenten zu beklagen. Im Gegenteil: "Ich habe eine besondere Beziehung zu Gabriele, wir haben uns in Argentinien sogar schon mal ein Auto geteilt. Es war ein sehr schöner Kampf, aber leider konnte ich ihn nicht überholen", sagt Lopez. "Ich bin einige Risiken eingegangen und habe versucht ihn zu überholen, und am Ende war es wirklich eng."

Auf der Ziellinie trennten die beiden Kampfhähne gerade einmal 25 Tausendstelsekunden. Dieser packende Zweikamp ließ auch Lopez' Teamchef Yves Matton mit der Zunge schnalzen. "Im zweiten Rennen haben wir einen Kampf erlebt, wie wir ihn im Motorsport sehen wollen", sagt Matton. "Gabriele und Jose-Maria waren wirklich großartig. Ich hoffe, dass die letzten vier Rennen genau so sein werden." Ob Huff und Valente auch dieser Meinung sind, darf allerdings bezweifelt werden.

Artikeloptionen
Artikel bewerten