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Rennfahrer und ihre Gridgirls: Läuft da was?

15. Juli 2012 - 19:08 Uhr

Hübsche junge Damen in der Startaufstellung, dazu schnelle Autos und ambitionierte Rennfahrer: Ist da vielleicht mehr als ein flüchtiger Blick?

Gridgirl
Das Gridgirl von Norbert Michelisz vor dessen Fahrzeug in der Startaufstellung
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Du hast gerade die Boxengasse verlassen und umrundest die Strecke ein letztes Mal, ehe du mit dem Feld in die Aufwärmrunde gehst. Und schon aus der Zielkurve heraus siehst du sie. Dein Gridgirl. Die hübsche junge Dame wartet bereits auf dich. Nur auf dich. Und sie lässt dich nicht aus ihren Augen, bis du direkt vor ihr eingeparkt hast. Dann dreht sie sich um. Wer würde da nicht schwach werden?

Aber hat man als Rennfahrer wenige Minuten vor dem Start überhaupt einen Blick für sein Gridgirl? Jedes Mal, wenn ich einem Piloten diese Frage stelle, bekomme ich zuerst einmal ein schelmisches Grinsen als Antwort. Aha! Tiago Monteiro (Tuenti-SEAT) fasst seine Gedanken aber auch in Worte: "Na klar schaust du hin", meint der Portugiese. "Zumindest ein kleines bisschen." Mehr also nicht?

Dieses Mal lacht mein Gegenüber. "Du musst dich in dieser Phase schon konzentrieren. Es ist auf jeden Fall nicht so, dass man da ganz gebannt hinstarren würde. Einen flüchtigen Blick riskiert man aber durchaus. Du kommst ja schließlich nicht umhin, hinzusehen, oder nicht?", sagt Monteiro, der übrigens schon seit Jahren in festen Händen ist (Fotostrecke: Höhepunkte der Europa-Saison). Ein flüchtiger Blick. So ist das. Aber ist das alles?

Sandra Oltra, Geschäftsführerin bei der spanischen Agentur Pasarella und damit unter anderem für die WTCC-Gridgirls zuständig, hat über die Jahre ihre ganz eigenen Beobachtungen an der Strecke gemacht. "Eigentlich sind die Piloten vor dem Start so beschäftigt, dass sie wohl die Letzten sind, die auf die Gridgirls achten", meint sie. "Manchmal kommt man aber trotzdem irgendwie ins Gespräch."

Und dann werden schon mal Telefonnummern oder Emailadressen ausgetauscht. Hin und wieder trifft man sich dann auch wieder in der Startaufstellung, was aber kein Zufall sein muss. "Manche Jungs sind recht abergläubisch", sagt Oltra und plaudert aus dem Nähkästchen: "Nach einem Sieg kommen sie beispielsweise zum Teil zu mir und fragen, ob ihr Gridgirl das nächste Mal wieder dabei sein wird."

Ganz eventuell wird dann ja mehr daraus. "Ein Dating oder dergleichen ist das hier aber nicht", betont Oltra, auch wenn sie ihren Mädchen an der Rennstrecke große Freiheiten lässt. Wer in der WTCC als Gridgirl tätig ist, ist schließlich mindestens 18 Jahre alt. Und es gibt einfache Regeln, sagt Oltra. "Für mich ist wichtig, dass die Mädchen am nächsten Morgen um acht Uhr wieder auf der Matte stehen ..."

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