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Allmendinger: Ruiniert eine einzige Pille eine Karriere?

07. August 2012 - 23:18 Uhr

A.J. Allmendinger berichtete nun über die Hintergründe seines positiven Dopingtests: Die Pille eines Freundes hat das ganze Schlamassel ausgelöst

A.J. Allmendinger
A.J. Allmendinger: Kann der Kalifornier bald wieder in der NASCAR fahren?
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - A.J. Allmendinger nahm am Dienstag erstmals persönlich Stellung zu den Hintergründen seines positiven Tests vom Kentucky-Wochenende und der darauf folgenden Sperre durch NASCAR. In einem TV-Interview mit dem US-Sender 'ESPN' erklärte der 30-jährige Kalifornier, dass er positiv auf die amphetaminhaltigen Wirkstoffe eines verschreibungspflichtiges Mittels mit dem Namen Adderall getestet wurde.

Das Amphetamin stammte von einer Pille, die ihm ein Freund angeboten hatte, weil er sich erschöpft fühlte. "Es war der Mittwoch vor dem Kentucky-Rennen", so seine Erklärung. "Es war nachmittags und ich war richtig müde, ohne jede Energie. Ein Freund sagte zu mir: 'Hey, ich habe da ein Nahrungsergänzungsmittel, dass ich immer zum Training benutze, einen Energielieferanten.'"

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"Und der Fehler, den ich bis an mein Lebensende bereuen werde, war, dass ich mir gedacht habe: 'Okay, ich habe ja schon einige Male irgendwelche Energielieferanten genommen.' Und dann habe ich das genommen." Er betonte dabei, "noch nie in meinem Leben etwas mit Drogen zu tun gehabt zu haben". Adderall wird in den USA üblicherweise an Patienten verschrieben, die am Aufmerksamkeitsdefizitssyndrom ADHS leiden.

Allmendinger erklärte in diesem Zusammenhang auch, dass sein spezielles Rehabilitationsprogramm "nicht für einen Drogenabhängigen" maßgeschneidert wurde, sondern vielmehr "der Stressbewältigung" diene. Er hoffe, dass er bereits Ende August vom zuständigen NASCAR-Arzt Dr. David Black, der auch den Kentucky-Test durchgeführt hatte, für renntauglich erklärt werde.

Gordon und Johnson hinter Allmendinger

Jimmie Johnson
Jimmie Johnson und Jeff Gordon glauben an Comeback-Chancen
© NASCAR

NASCAR reagierte zurückhaltend auf Allmendingers Geschichte. Man könne nur den Wirkstoff Amphetamin nachweisen, nicht aber das genaue Präparat, erklärte NASCAR-Sprecher David Higdon gegenüber 'ESPN'. Alles hängt nun davon ab, ob und wann die Ärzte ihre Empfehlung für eine Rückkehr in den Motorsport aussprechen.

In Fahrerkreisen genießt Allmendinger übrigens viele Sympathien. "A.J. ist ein Freund von mir", sagte etwa Jeff Gordon am Pocono-Wochenende. "Ich war seit seinen Champ-Car-Tagen ein Fan von ihm. Was gerade passiert, ist schade und enttäuschend, denn sein Penske-Vertrag war eine tolle Chance. Aber er ist ein Kämpfer und ich glaube nicht, dass er aufgeben wird. Er wird tun, was nötig ist, um ein Comeback zu schaffen."

Auch Jimmie Johnson blies in dieses kalifornische Horn: "Die Leute lieben doch Comeback-Storys und wenn A.J. entschlossen ist, diesen Prozess durchzustehen, dann bin ich mir sicher, dass sich einige Chancen ergeben werden. Vielleicht kann er sich im Laufe der Zeit wieder in ein gutes Cockpit zurück kämpfen. Wir alle machen Fehler. Wir lernen daraus und wachsen daran."

Die Leser von 'Motorsport-Total.com' sind in ihrer Meinung wesentlich skeptischer. 42,3 Prozent glauben, dass sich Allmendingers NASCAR-Karriere nicht fortsetzen lässt, 37 Prozent sind sich nicht sicher und nur 20,7 Prozent sind fest davon überzeugt, dass der 30-jährige Kalifornier nach dem erfolgreichen Abschluss seines Rehabilitationsprogramms schon 2013 in die NASCAR zurückkehren wird.

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