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Sieg und Tabellenführung: Hunter-Reay unwiderstehlich

08. Juli 2012 - 20:41 Uhr

Ryan Hunter-Reay gewinnt in Toronto sein drittes IndyCar-Rennen in Folge und übernimmt die Tabellenführung - Charlie Kimball und Mike Conway auf dem Podium

Ryan Hunter-Reay, Charlie Kimball, Mike Conway
Zieldurchfahrt unter Gelb: Hunter-Reay gewinnt vor Kimball und Conway
© IndyCar/LAT

(Motorsport-Total.com) - Ryan Hunter-Reay ist bei den IndyCars ganz klar der Mann der Stunde. Nach Milwaukee und Iowa gewann der Andretti-Pilot in Toronto sein drittes IndyCar-Rennen in Folge und übernahm damit auch die Tabellenführung. Jetzt hat der 31-Jährige plötzlich einen satten Vorsprung von 34 Punkten auf Will Power (Penske-Chevrolet), der nach einem selbstverschuldeten Frontflügelschaden samt Plattfuß nur auf Platz 15 gewertet wurde.

"Das ist der absolute Wahnsinn", freute sich der IndyCar-Dominator der vergangenen Wochen. "Das zeigt auch, dass unser Team es auf allen Streckentypen hinbekommen kann." Natürlich erneuerte der Texaner mit Wohnsitz in Florida seine Meisterschafts-Kampfansage: "Es ist zwar noch ein weiter Weg, aber wir wollen in diesem Jahr um diesen Titel kämpfen."

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Zweiter wurde in einem chaotischen Toronto-Finale Charlie Kimball aus dem Ganassi-Farmteam vor Mike Conway (3.) im Foyt-Honda. Für den fehlerlos fahrenden Kimball bedeutete dies das beste IndyCar-Ergebnis überhaupt, für Conway und das mit vielen Problemen kämpfende, kleine Foyt-Team war es die mit Abstand beste Platzierung in dieser Saison.

Tony Kanaan (KV-Chevy) hatte - trotz Startplatz 18 und einer frühen Durchfahrtsstrafe - lange Zeit die Rolle des einzigen ernsthaften Hunter-Reay-Konkurrenten inne, musste am Ende jedoch Sprit sparen und wurde Vierter. Auch Rang fünf ging nicht an einen der "Big-Boys": IndyCar-Routinier Oriol Servia manövrierte seinen Dreyer-and-Reinbold-Chevy durch die turbulente Schlussphase und holte damit erneut ein Top-5-Resultat.

Power dominiert die Anfangsphase

Dabei deutete in der Anfangsphase von Toronto nichts, aber auch gar nichts auf dieses ungewöhnliche Endergebnis hin. Alles begann völlig normal: Polesitter Dario Franchitti (Ganassi-Honda) zeigte einen Blitzstart, dahinter kassierte Justin Wilson im Dale-Coyne-Honda den vor im gestarteten Power. Power konterte wenig später und setzte sich in Runde sechs schließlich an Franchitti vorbei in Front.

Dahinter verlor Scott Dixon (25.) früh seinen vierten Platz nach einem Motorschaden an seinem Ganassi-Honda. Auch Simona de Silvestro (24.) kam mit ihrem neuen Lotus-Triebwerk gerade einmal neun Runden weit und musste an der Box aufgeben. Neuer Vierter war durch das Dixon-Pech Sebastien Bourdais (Dragon-Chevy) vor Hunter-Reay, Simon Pagenaud (Schmidt-Honda) und Conway.

Ab Runde 13 begann der Reigen der ersten Boxenstopps, an dem unter anderem auch Pagenaud und der notgedrungen aggressiv zu Werke gehende Kanaan teilnahmen. Der Brasilianer traf bei seinem Service einen Servia-Reifen und bekam deswegen eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt, die den KV-Chevy sogar aus den Top 20 heraus warf.

Zweikämpfe gab es zu diesem Zeitpunkt nur im engen Mittelfeld. Zum Beispiel die beiden Ganassi-B-Piloten Graham Rahal und Charlie Kimball, die im - wie immer - heiklen Toronto-Turn-3 aneinander gerieten. Dabei ging es um Platz acht, was Kimball fast in die Reifenstapel befördert hätte. Aber der 27-Jährige konnte dies gerade noch verhindern, verlor jedoch viele Positionen. Kurz danach rasselte Rahal (23.) nach einem Fahrfehler in Turn 1 in die Mauer und löste damit in Runde 24 die erste Gelbphase aus.

Pagenaud übernimmt

Will Power
Will Power als doppelter Verlierer: Erst das Rennen, dann die Tabellenführung
© IndyCar/LAT

Zu diesem Zeitpunkt waren nur die Top 7 (Power, Franchitti, Bourdais, Conway, sowie Helio Castroneves, J.R. Hildebrand und Marco Andretti) noch nicht beim Service gewesen und fielen dementsprechend ins Mittelfeld zurück. Beim Restart in Runde 29 übernahm nun Pagenaud vor Hunter-Reay, Kanaan, Justin Wilson und Ryan Briscoe das Kommando, während Lokalmatador James Hinchcliffe (22.) seinen giftgrünen Andretti-Chevy mit - natürlich - Motorenproblemen abstellen musste.

Pagenaud bestimmte in der Folge das mittlere Renndrittel klar. Der 28-jährige Franzose war in Runde 49 einer der Ersten, die zum zweiten Mal an die Box kamen. Damit war auch die Frage nach dem Fuel-Window endgültig geklärt: Der hellblaue Schmidt/Hamilton-Honda legte zwischen Service eins und zwei insgesamt 35 Umläufe (vier davon unter Gelb) zurück. Bei einer Renndistanz von insgesamt 85 Runden war klar, dass es für Pagenaud sehr eng werden würde.

Im Rahmen der zweiten Stopps fuhr Power auf das Heck von Josef Newgardens Fisher-Honda auf und zerstörte sich dabei seinen Frontflügel und den linken Vorderreifen. Im verzweifelten Versuch, den Tabellenführer in der Führungsrunde zu halten, entschied sich das Penske-Team nur zu einem Reifenwechsel. Dies war vergebliche Liebesmühe: Power lag danach eine Runde zurück, kam erneut an die Box zum Frontflügelwechsel und war chancenlos.

Genau wie übrigens auch sein großer Widersacher der vergangenen IndyCar-Jahre: Franchittis erster Stopp war bereits in die Hose gegangen, weil der Ganassi-Pilot beim Tanken irrtümlich etwas zu weit weg von der Boxenmauer hielt. Seine Crew konnte die Startnummer 10 nicht mit Sprit versorgen, Franchitti (17.) und Power hatten entscheidend an Boden verloren. Kurz danach kam auch Wilson (21.) in Motorenprobleme, die den langen Briten in Runde 67 zur Aufgabe zwangen.

Freie Fahrt für Hunter-Reay

Charlie Kimball
Charlie Kimball erzielte in Toronto sein bestes Karriere-Ergebnis
© IndyCar/LAT

Hunter-Reay hatte indes erst in Runde 55 zum zweiten Mal getankt und lag nun souverän an der Spitze. Dahinter befanden sich Kanaan und Pagenaud im Fuel-Save-Modus, was den Andretti-Piloten vorne auf und davon fahren ließ. Hunter-Reays Vorsprung betrug schnell etwa acht Sekunden, aber dahinter hielten Kanaan und Pagenaud die Konkurrenz auf.

Diese bestand vor allem aus Kimball, der nach einer perfekten Boxenstrategie auf Platz vier nach vorne gefahren war. Spätestens ab Runde 70 war klar, dass in Toronto gerade ein massiver Spritpoker im Gange war und Kimball (zweiter Stopp in Runde 53) war wie Leader Hunter-Reay auf der sicheren Seite. Also griff Kimball an und schnupfte in Turn 3 von Runde 72 Pagenaud und Kanaan auf einen Schlag. Dahinter schob sich Newgarden fast parallel an Briscoe vorbei auf Rang fünf.

Spritsparer Kanaan wurde in der Folge bis auf Platz elf durchgereicht, während Rookie Newgarden derweil immer aggressiver auftrat. Hinter Hunter-Reay und Kimball griff der Sarah-Fisher-Pilot in Runde 79 sogar nach Pagenaud, um dem kleinen Fisher-Team ein vermeintlich greifbares IndyCar-Podium zu schenken. Dabei übertrieb es der schnelle, aber viel zu unkontrolliert fahrende Youngster erneut und stand in Turn 3 direkt vor den Reifenstapeln.

Teambesitzerin Sarah Fisher raufte sich an der Box die Haare: Statt bombensicher auf Platz vier zu fahren, wurde der 20-jährige Newgarden nur auf Rang 13 gewertet. Dies löste zudem Gelbphase Nummer zwei aus, in der Pagenaud zu einem Splash-and-Dash-Stopp an die Box abbog. Beim Restart in Runde 83 wurde es dann noch einmal so richtig turbulent.

Chaotische Schlussphase

Ryan Hunter-Reay
Ryan Hunter-Reay: Drei Rennen, drei Siege - und nun der IndyCar-Titel?
© IndyCar/LAT

Hunter-Reay hatte vorne alles unter Kontrolle, während dahinter Conway und Bourdais nach Kimball griffen. Der Leidtragende hieß Bourdais (14.), für den in Turn 1 Endstation war. Dahinter drehte sich Rubens Barrichello (KV-Chevy; 11.) vor die Nase des zweiten kanadischen Lokalmatadors Alex Tagliani (Herta-Honda; 10.). Nur zwei Kurven später kollidierten Briscoe (19.) und Franchitti, was als Folgeerscheinung Pagenaud (12.), Marco Andretti (16.) und Ed Carpenter (18.) in Mitleidenschaft zog.

Die Strecke war blockiert und das Rennen damit vorzeitig entschieden: "Wir wussten nicht, was uns erwarten würde", analysierte Sieger Hunter-Reay. "Das Auto hatte zu Beginn viel zu viel Übersteuern, aber wir waren geduldig und haben die Reifen schonen können." Kimball wiederum manifestierte seinem Ganassi-Farmteam "ein perfektes Auto, ich durfte nur keinen Fehler machen."

Wieder einmal war es Tony Kanaan, der für jede Menge Unterhaltung sorgte. "Aber wir müssen es endlich einmal auch im Qualifying auf die Reihe bekommen, nur dann können wir um einen Sieg mitfahren." Will Power wiederum gab seinen Fehler offen zu: "Das hat mein Rennen schließlich ruiniert. Wir hatten klar das schnellste Auto und wurden von einer Gelbphase erwischt. Am Ende hätten wir ein Wörtchen mitsprechen können."

Für Franchitti (-105 Punkte) wird bei noch fünf ausstehenden Rennen eine Titelverteidigung immer unwahrscheinlicher: "Heute war es wie in unserer ganzen Saison. Es gibt jede Menge Action und wir machen es uns selber schwer." In 14 Tagen haben die beiden IndyCar-Dominatoren der vergangenen Jahre in Edmonton die Gelegenheit zur Revanche.

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