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Konstanter Sebastien Ogier: "Bin kein Kamikaze"

06. Juli 2017 - 12:33 Uhr

Seine konstanten Ergebnisse halten Sebastien Ogier an der Spitze der Rallye-WM - Er versucht, bei schwierigen Verhältnissen das Risiko richtig einzuschätzen

Sebastien Ogier, Julien Ingrassia
Kein Ausfall, viele Podestplätze: Trotz Schwierigkeiten sammelt Ogier Ergebnisse
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Der Kampf um die Krone in der Rallye-Weltmeisterschaft spitzt sich immer mehr zu. Mit seinem dritten Saisonsieg verkürzte Thierry Neuville (Hyundai) den Rückstand auf Sebastien Ogier (Ford) auf elf Punkte. Die WM-Wertung könnte zu diesem Zeitpunkt auch schon anders aussehen, wenn Neuville nicht zu Saisonbeginn in Monte Carlo und Schweden wertvolle Punkte liegengelassen hätte.

Der Belgier ist in dieser Saison der schnellste Fahrer, wie 40 Prüfungsbestzeiten zeigen. Ogier war dagegen nur in 14 WPs der Schnellste. Auf der anderen Seite verdankt der Weltmeister seine WM-Position seiner Konstanz. Alleine bei der Rallye Polen hatte Ogier zwei Reifenschäden, einen Dreher und technische Schwierigkeiten mit der Lichtmaschine. Auch Dank Ausfällen der Konkurrenz erbte Ogier den dritten Platz und sammelte in der Powerstage als Zweitschnellster wichtige Bonuspunkte.

Ogier stand in diesem Jahr sechsmal auf dem Podest. Dazu kommen ein vierter und ein fünfter Platz. Er macht auch keinen Hehl aus seiner konservativen Herangehensweise: "Wir haben so viele Punkte wie möglich gerettet. Das Wetter machte es nicht einfach. Ich war hinter dem Steuer nie ein Kamikaze", wird er von 'Autosport' zitiert. "Ich vertraue immer auf mein Gefühl und will nichts erzwingen, wenn ich nicht 100 Prozent Kontrolle habe." Vor allem am verregneten Freitag versuchte Ogier als erster Starter so gut wie möglich durch die Prüfungen zu kommen.

"Das Endergebnis zeigt, dass es keine schlechte Entscheidung war. Unsere Regelmäßigkeit hat uns ein wichtiges Ergebnis beschert", sagt der Franzose und betont: "Mit mehr Risiko hätte ich ohnehin auch nicht gewonnen." Profitiert hat er auch von Ott Tänaks Unfall und dem technischen Ausfall von Jari-Matti Latvala, der zumindest noch in der Powerstage fünf Bonuspunkte für die Bestzeit kassierte. Trotzdem entwickelt sich die WM zu einem Duell zwischen Ogier und Neuville.

Ende Juli findet mit der Rallye Finnland der "Grand Prix" des Rallye-Sports statt. Ogier konnte dort 2013 gewinnen. Im Vorjahr siegte Citroen-Pilot Kris Meeke. Es wird vor allem auch mit Latvala zu rechnen sein. Das Toyota-Team fährt in Jyväskylä das Heimrennen und kennt die schnellen Waldwege perfekt. Ogier ist weiterhin als WM-Führender am Freitag als Erster auf der Strecke.

Was ist für den Ford-Piloten in Finnland möglich? "Ich bin mir sicher, dass es wieder ein gutes Wochenende wird", zeigt sich Ogier zuversichtlich, gibt aber zu, dass er Druck hat: "Manchmal hat man einen schwierigen Moment in der Weltmeisterschaft. Ich muss jetzt meine Batterien aufladen, damit ich wieder maximale Leistung zeigen kann. Wir haben noch zwei Testtage in Finnland und ich fühle mich im Auto immer besser. Die Rallye Finnland ist mit den vielen Finnen immer interessant."

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