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WRC-Saisonfinale: Jubiläumssieg für Michelin

14. November 2012 - 19:44 Uhr

Weltmeister Sebastien Loeb bescherte Reifenhersteller Michelin mit seinem Triumph bei der Rallye Spanien den 250. Sieg in der Rallye-Weltmeisterschaft

Sebastien Loeb und Daniel Elena nach ihrem Sieg bei der Rallye Spanien 2012
Mit dem Spanien-Sieg ließen Loeb/Elena auch bei Michelin die Korken knallen
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Wer anders als der Rekordweltmeister konnte Michelin diesen Höhepunkt der unvergleichlichen Erfolgsgeschichte schenken? Mit seinem Sieg bei der Rallye Spanien bescherte Sebastien Loeb im Citroen DS3 WRC dem langjährigen Reifenpartner Michelin den 250. WM-Sieg. Damit manifestierte die Marke aus Clermont-Ferrand ihren Status als erfolgreichster Reifenhersteller in der Geschichte der Rallye-Weltmeisterschaft.

Das Besondere: Sämtliche Triumphe errang Michelin in Zeiten, in denen das Reglement den direkten Wettbewerb zwischen mehreren Reifenherstellern ermöglichte. Ganz gleich ob auf Asphalt, Schotter, Schnee, Schlamm oder Eis: Die Michelin-Pneus waren auf jedem Terrain siegreich - und mit jeder Fahrzeuggeneration von der Gruppe 2 der 1970er-Jahre bis zu den aktuellen World-Rally-Cars.

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Bereits der Auftakt der neuen Weltmeisterschaft stand im Jahr 1973 ganz im Zeichen von Michelin. Der französische Reifenspezialist feierte einen eindrucksvollen Sieg bei der Rallye Monte Carlo: Jean-Claude Andruet und Beifahrer Michele Espinosi-Petit, besser bekannt unter seinem Spitznamen "Biche", ließen der Konkurrenz in ihrem leichten Alpine-Renault A110 1800 keine Chance. Auch im weiteren Saisonverlauf dominierten die "vier Musketiere" Bernard Darniche, Jean-Pierre Nicolas, Jean-Luc Therier und Andruet das Geschehen. Sie gewannen sechs von 13 Saisonläufen und sicherten Alpine-Renault und Reifenpartner Michelin am Saisonende den ersten Weltmeistertitel.

Mitverantwortlich für diesen Erfolg war die fortschrittliche Reifentechnologie von Michelin. Denn als erster Hersteller setzte die Marke aus Clermont-Ferrand im Rallyesport Slickreifen mit Radialgürtel-Technologie ein, wie sie bis dato nur im Rundstreckensport bekannt waren. Der Vorteil: bestmögliche Traktion und optimaler Grip auf trockenem Asphalt dank der größeren Auflagefläche.

Nach ihrer ersten Saison erfreute sich die Rallye-Weltmeisterschaft international großer Beliebtheit. Michelin, der frischgebackene Champion auf dem Reifensektor, feierte auch in den Folgejahren zahlreiche weitere Erfolge mit unterschiedlichen Automobilherstellern - darunter die Siege von Ove Andersson bei der Safari-Rallye 1975 (Peugeot 504 V6 Coupé), von Hannu Mikkola und Beifahrer Jean Todt bei der Rallye Marokko im selben Jahr (ebenfalls im Peugeot 504 V6 Coupé), der Triumph von Bernard Darniche im atemberaubenden Lancia Stratos bei der Rallye Korsika 1975, diverse Siege von Jean-Pierre Nicolas in der Saison 1978 (auf Porsche und Peugeot) sowie Platz eins für Stig Blomqvist bei der Rallye Schweden 1979 im Saab 99 Turbo. Die prestigeträchtige "Monte" gewann Michelin in den Jahren 1978 (Nicolas, Porsche 911) und 1979 (Darniche, Lancia Stratos HF) gleich zwei Mal in Folge.

1981 manifestierte der Reifenhersteller seine Vorreiterrolle im Rallyesport mit einem weiteren WM-Titel: Guy Frequelin und Henri Toivonen setzten sich unter anderem gegen die allradgetriebenen Audi Quattro durch und sicherten Talbot-Lotus am Ende der Saison die begehrte Trophäe. Darüber hinaus gewann Jean Ragnotti im Renault 5 Turbo zu Saisonbeginn die Rallye Monte Carlo und bescherte Michelin bei diesem Klassiker den vierten WM-Triumph.

Im Folgejahr rüstete Michelin sowohl die heckgetriebenen Opel Ascona und Renault 5 Turbo als auch die neuen Allradler von Audi aus und feierte fünf WM-Siege mit drei verschiedenen Fahrzeugfabrikaten. In seinem heckgetriebenen Opel Ascona 400 beeindruckte Walter Röhrl zum Saisonauftakt bei der "Monte" unter schwierigen Witterungsbedingungen und ließ der Allrad-Phalanx keine Chance. Am Ende der Saison krönte sich der "Lange", wie der Deutsche aufgrund seiner Statur genannt wurde, im Ascona 400 sogar zum Weltmeister. Es war der letzte WM-Titel eines nicht allradgetriebenen Fahrzeugs.

1983 war Hannu Mikkola der dominierende Mann. In seinem Michelin-bereiften Audi Quattro fuhr der Finne vier Mal zum Sieg und sicherte sich den Fahrertitel - ein weiterer Meilenstein in der Erfolgsstory von Michelin, denn Mikkola war der erste Weltmeister auf einem Allradfahrzeug. 1984 begann eine neue Ära in der Rallye-Weltmeisterschaft: das Zeitalter der berühmt-berüchtigten Gruppe B. Die über 500 PS starken "Allradmonster" von Audi und Peugeot stellten die Pneus vor besondere Herausforderungen. Die Reifen mussten extremen Belastungen standhalten und gleichzeitig bestmöglichen Grip auf allen Fahrbahnbelägen bieten. Das Know-how von Michelin war aber auch hier der Garant für den Erfolg: Zwischen 1984 und 1986 gewann der Reifenhersteller aus Clermont-Ferrand drei Mal die Fahrerweltmeisterschaft sowie drei Titel in der Herstellerwertung.

Dann beschloss der Automobilweltverband FIA aufgrund zahlreicher schwerer Unfälle das Ende der Gruppe B-Ära. Ab 1987 begann die Epoche der neuen Gruppe A. Auch hier war Michelin dank des technologischen Vorsprungs die dominierende Marke. So trumpfte der Reifenhersteller bei der Rallye Akropolis 1987 mit der neuen ATS-Technologie auf (Temporary Flexible Support). Ein spezielles Mousse zwischen Reifen und Felge ermöglichte das Weiterfahren auch im Falle eines Plattfußes. Didier Auriol bewies bei der Rallye Griechenland 1989 eindrucksvoll die Überlegenheit dieser neuen Reifengeneration: Obwohl er auf einer Wertungsprüfung von gleich vier Reifenschäden an allen vier Rädern heimgesucht wurde, brachte er seinen Toyota Celica Turbo 4WD ins Ziel.

Zwischen 1988 und 1992 ermöglichte die technologische Dominanz von Michelin dem Lancia-Werksteam den Gewinn von fünf Hersteller-Weltmeisterschaftstiteln in Folge. Die Lancia-Werksfahrer Miki Biasion (1988 und 1989) und Juha Kankkunen (1991) erweiterten die Trophäensammlung um drei weitere WM-Titel. 1993 profitierte auch Toyota von den innovativen ATS-Reifen aus dem Hause Michelin und feierte den Gewinn sowohl der Hersteller- als auch der Fahrerwertung mit Kankkunen. Diesen Doppelerfolg wiederholten die Japaner im Folgejahr mit Didier Auriol.

1995 verbot die FIA die bis dato bei Asphaltläufen verwendeten Slickreifen. Bei der Rallye Monte Carlo kam erstmals die neue, profilierte Reifengeneration von Michelin zum Einsatz. Auch die zweite Hälfte der 1990er-Jahre stand ganz im Zeichen von Michelin und seinen Partnerteams. Der Finne Tommi Mäkinen dominierte die Top-Liga zwischen 1996 und 1999 fast nach Belieben und sicherte sich in diversen Ausbaustufen des Mitsubishi Lancer Evo vier Weltmeistertitel in Folge.

In der Saison 2000 ging ein neuer Stern am Rallye-Himmel auf: Der Finne Marcus Grönholm gewann im neuen Michelin-bereiften Peugeot 206 WRC vier WM-Läufe und stand am Ende der Saison als neuer Weltmeister fest. Diesen Erfolg wiederholte "Bosse" im Jahr 2002. Zwischen 2000 und 2002 sicherten sich Peugeot und Michelin zudem drei Mal in Folge den Herstellertitel. Die WM-Trophäe der Saison 2002 war zugleich der 30. WM-Titel für Michelin. Ein Jahr später sorgte der Este Markko Märtin dafür, dass bei Michelin erneut die Champagnerkorken knallten: Mit seinem Sieg bei der prestigeträchtigen Rallye Finnland bescherte er dem französischen Reifenhersteller den 200. Sieg bei einem Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft.

Gleichzeitig schritt die Reifenentwicklung bei Michelin weiter voran. Bei der Rallye Neuseeland 2005 kam erstmals die neue Generation der Schotterpneus zum Einsatz. Der Reifen mit der Bezeichnung BTO verfügt über eine härtere Karkasse und zeichnet sich durch die um 20 Prozent höheren Seitenführungskräfte und eine nochmals gesteigerte Bremsleistung aus. In der Saison 2005 gewann Sebastien Loeb mit diesem neuen Pneu zahlreiche Schotter-Rallyes. Insgesamt siegte der Elsässer bei zehn von 16 WM-Läufen und krönte sich bereits vier Rallyes vor Saisonende in Japan vorzeitig zum Weltmeister. Mit diesem Erfolg beendete Michelin nach 38 Weltmeistertiteln und 224 WM-Siegen vorläufig seine Aktivitäten in der Topliga und übergab das Zepter an die Schwestermarke BF Goodrich.

Zur Saison 2011 feierte Michelin sein vielbeachtetes Comeback in der Rallye-Weltmeisterschaft. Bei Asphalt-Läufen kommen seither die neuen Pilot-Sport-Reifen zum Einsatz, auf Asphalt sorgt der Latitude Cross für Grip und auf Schnee und Eis verbeißen sich die Spikes des X-Ice North in den gefrorenen Untergrund. Dabei verbietet das aktuelle WRC-Reglement die in früheren Jahren verwendeten "Run-flat"-Reifen.

Gemeinsam mit Loeb und Citroen gewann die Marke aus Clermont-Ferrand in ihrem "Premierenjahr" beide WM-Titel. Auch in dieser Saison standen Rekord-Champion Loeb und Citroen schon vorzeitig als alte und neue Weltmeister fest. Der 20. Titel in der Fahrer- und der 22. Triumph in der Markenwertung boten somit bereits nach der Rallye Frankreich viel Grund zum Feiern. Mit dem Erfolg des neunfachen Champions beim Saisonfinale in Spanien - dem 250. WM-Sieg von Michelin - beschließt der Reifenspezialist die Saison 2012 mit einem besonderen Jubiläum und manifestiert seine Rolle als erfolgreichster Reifenproduzent in der fast 40-jährigen Geschichte der Rallye-Weltmeisterschaft.

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