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Reglement Superbike-Weltmeisterschaft
Stand Februar 2011
Seit ihrem Debüt im Jahr 1988 hat sich die Superbike-Weltmeisterschaft weltweit eine große Fan-Gemeinde erarbeitet. Die Begeisterung der Anhänger kommt nicht von ungefähr: Das sportliche Reglement sorgt mit einem durchdachten Format für spannungsgeladene Rennwochenenden. Das technische Regelwerk des Motorrad-Weltverbands FIM stellt sicher, dass die Verwandtschaft der Bikes mit ihren Geschwistern aus der Serienproduktion im Vordergrund steht und die Leistungsfähigkeit der unterschiedlichen im Feld vertretenen Modelle und Konzepte angeglichen wird. Für die Fans heißt das: maximale Spannung und Action pur.
Startaufstellung
Die Startaufstellung für die beiden Rennen wird in einem packenden "Superpole"-Wettbewerb ermittelt. Die Fahrer müssen sich in den Qualifikationstrainings für die "Superpole" qualifizieren. Das Reglement für die "Superpole" wurde zur Saison 2011 geändert. Ab dieser Saison nehmen die 16 schnellsten Fahrer (zuvor die schnellsten 20) aus den beiden Qualifikationstrainings an der ersten Phase teil. Die Top-12 rücken in den zweiten Abschnitt vor, ehe die acht schnellsten Piloten die Plätze in den ersten zwei Startreihen im dritten "Superpole"-Abschnitt unter sich ausmachen. Sollte es in der "Superpole" zu einer Zeitgleichheit kommen, werden die Ergebnisse aus den Qualifikationstrainings mit herangezogen.
Die vier schnellsten Fahrer aus der "Superpole 3" bilden in der Startaufstellung die erste Startreihe, in der zweiten Startreihe stehen jene Fahrer, die in der "Superpole 3" die Plätze fünf bis acht belegt haben. Die Piloten, die in der zweiten "Superpole" die Plätze neun bis zwölf belegt haben, stehen in der dritten Reihe. Reihe vier wird aus jenen Piloten gebildet, die in der "Superpole 1" auf die Plätze 13 bis 16 gefahren sind. Die Startreihen dahinter basieren auf den Ergebnissen aus den Qualifikationstrainings.
In der Startaufstellung vor den Rennen dürfen die Teams ab dieser Saison Reifenwärmer benutzen. Zudem sind Generatoren zur Erzeugung von Strom für Reifenwärmer und Lüfter zugelassen.
Punktevergabe
In der Superbike-WM werden am Saisonende ein Fahrer- sowie ein Konstrukteurstitel vergeben. In die Konstrukteurswertung geht pro Rennen jeweils das im Klassement bestplatzierte Motorrad des jeweiligen Herstellers ein.
WM-Punkte werden nach folgendem Schlüssel vergeben:
| Platz | 1. | 2. | 3. | 4. | 5. | 6. | 7. | 8. | 9. | 10. | 11. | 12. | 13. | 14. | 15. |
| Punkte | 25 | 20 | 16 | 13 | 11 | 10 | 9 | 8 | 7 | 6 | 5 | 4 | 3 | 2 | 1 |
Ein Fahrer wird in die Wertung eines Rennens aufgenommen, wenn er mindestens 75 Prozent der Renndistanz absolviert hat und die Ziellinie spätestens fünf Minuten nach dem Sieger auf der Rennstrecke (nicht in der Boxengasse) passiert. Der Fahrer muss dabei Kontakt zu seinem Motorrad haben.
Motorrad-Konzepte
In der Superbike-Weltmeisterschaft sind seriennahe Motorräder mit Viertakt-Motor, entweder mit vier, drei oder zwei Zylindern, zugelassen. Für Drei- und Vierzylinder gilt eine Hubraumbegrenzung von 1.000 ccm, Maschinen mit Zweizylinder-Motor haben ein Hubraumlimit von 1.200 ccm. Alle Motorräder müssen seit der Saison 2011 ein Mindestgewicht von 165 Kilogramm auf die Waage bringen (zuvor: 162 kg für Drei- und Vierzylinder, 168 kg für Zweizylinder). Die Zweizylinder-Triebwerke sind zudem mit einem Luftmengen-Begrenzer versehen, dessen Durchlass-Durchmesser zu Saisonbeginn 50 Millimeter beträgt.
Über ein komplexes "Balance of performance"-System wird versucht, etwaige Unterschiede zwischen den Motorkonzepten im Saisonverlauf auszugleichen. So gilt für die Bikes mit Zweizylindermotor eine Handicapregel. Bei ihnen können das Mindestgewicht und der Durchmesser der Ansaugrestriktoren durch die Regelhüter verändert werden, falls sich herausstellt, dass zwischen den verschiedenen Motorkonzepten keine Chancengleichheit mehr gewährleistet ist. In diesem Fall können nach jeweils drei Rennwochenenden anhand einer komplizierten Formel Änderungen vorgenommen werden. In diese Formel fließen die durchschnittlichen Ergebnisse der bisherigen Rennveranstaltungen ein.
Reifen
Seit 2003 ist Pirelli der alleinige Reifenlieferant für die Superbike-Weltmeisterschaft. Pro Veranstaltung und Fahrer dürfen für die Trainings-Sessions maximal 13 Hinter- und neun Vorderreifen eingesetzt werden. Diese Gesamtzahlen schließen Trockenreifen, Intermediates und Regenreifen ein.
Ablauf der Rennwochenenden
Freitag
11.30 – 12.30 Uhr: Freies Training
15.30 – 16.30 Uhr: Qualifikationstraining
Samstag
10.45 – 11.30 Uhr: Qualifikationstraining
13.45 – 14.30 Uhr: Freies Training
15.00 – 15.14 Uhr: Superpole 1
15.11 – 15.33 Uhr: Superpole 2
15.40 – 15.50 Uhr: Superpole 3
Sonntag
09.20 – 09.35 Uhr: Warm-up
12.00 Uhr: Rennen 1
15.30 Uhr: Rennen 2
Die Renndistanz variiert je nach Veranstaltung zwischen 90 und 110 Kilometern.
Homologation
Der Motorrad-Weltverband FIM stellt mit strengen Auflagen für die Homologation die Seriennähe der in der WM an den Start gehenden Bikes sicher. Vor der Inspektion zur Erst-Homologation müssen bereits 250 Exemplare des Serienmotorrads produziert worden sein. Bis zum Jahresende muss diese Zahl auf 3.000 steigen. Die Homologation wird für einen Zeitraum von fünf Jahren gewährt. Eine Verlängerung um zwei weitere Jahre ist möglich.
Antrieb
Das Motorgehäuse des Rennbikes muss mit dem des Serienmodells identisch sein. Die Form des Ölsumpfs darf ebenfalls nicht modifiziert werden. Zur Saison 2011 wurde zudem festgeschrieben, dass mit Serienbenzinpumpen gefahren werden muss. Auch das Getriebe muss mit der Serie identisch sein. Größeren Spielraum haben die Ingenieure hingegen bei der Auslegung der Zylinder. Die Zylinderköpfe dürfen leicht verändert werden, zudem ist das Verdichtungsverhältnis ebenso wenig reglementiert wie die verwendeten Kolben und Pleuel.
Chassis
Bei der Rennversion des Motorrads muss der gleiche Rahmen eingesetzt werden wie beim Serienmodell. Die Form der Verkleidung, der Windschutzscheibe, des Sitzes und des Tanks muss erhalten bleiben. Das Tankvolumen darf höchstens 24 Liter betragen. Gabel und Dämpfer sind hingegen frei gestaltbar. Die Verwendung von Titan für Rahmen, Vorderradgabeln, Lenker, Schwingen, Schwingenachsen und Radachsen ist verboten. Zudem ist der Einsatz von Leichtmetallen bei Radachsen nicht zulässig. Gestattet ist dagegen die Verwendung von Schrauben und Muttern aus Titanlegierungen.
Elektronisch gesteuerte Federn sind verboten, es sei denn, sie wurden bereits beim Serienmotorrad verbaut. Der Einsatz von Kohlefaser-Bremsscheiben ist nicht gestattet.
Testfahrten
Nach Beginn der Saison sind Testfahrten auf Strecken, die im Rennkalender vertreten sind, untersagt. Es gelten hingegen einige Ausnahmen. So besteht die Möglichkeit, in den sechs Tagen vor jeder Veranstaltung private Tests auf dem jeweiligen Kurs zu organisieren, die allen Fahrern zugänglich sein müssen. Außerdem darf auf den Strecken der Superbike-WM getestet werden, sobald Rennen dort absolviert wurden. Jedes Team benennt zudem vor der Saison eine Heim-Teststrecke. Dort darf bis zu sechs Tage, bevor dort eine Rennveranstaltung stattfindet, ganzjährig gefahren werden.








