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Reglement Superbike-Weltmeisterschaft

Stand Februar 2013

Die Superbike-Weltmeisterschaft gilt als Königsklasse des produktnahen Motorradrennsports. Das Technische Reglement ist so ausgelegt, dass die Rennmaschinen in wesentlichen Teilen ihren Geschwistern aus der Serienproduktion entsprechen müssen. Das Sportliche Reglement sorgt für spannende Qualifikationen und Rennen.

Für die Saison 2013 wurde das Reglement in einigen Bereichen überarbeitet. So wurde die Radgröße von 16,5 auf 17 Zoll vergrößert. Die einzelnen Startreihen bestehen nun aus drei und nicht mehr aus vier Motorrädern. Rennen werden nicht mehr aufgrund veränderter Wetterbedingungen abgebrochen, sondern die Piloten müssen während des laufenden Rennens die Box ansteuern, falls sie Reifen wechseln möchten.

Dazu wurden spezielle Regeln für Boxenstopps eingeführt. Um die Sicherheit bei schlechter Sicht zu erhöhen, müssen die Superbikes nun mit roten Rücklichtern ausgestattet sein. Vorn müssen an der Verkleidung Plastik- oder Metallfolien angebracht werden, die in Form und Position dem Frontscheinwerfer des Serienbikes entsprechen. Dies impliziert noch mehr Seriennähe.

Homologation

Änderungen gab es auch bezüglich der Leistungsangleichung verschiedener Motorradkonzepte. Damit die Seriennähe der in der WM startenden Bikes sichergestellt ist, gelten für die Homologation strenge Auflagen. Ein Motorrad wird nur dann für die WM homologiert, wenn es aktuell als Serienversion in großen Stückzahlen produziert wird, international oder in den USA, Europa oder Japan für den Straßenverkehr zugelassen und im freien Handel zu erwerben ist. Für die Homologation müssen, nach Fristen gestaffelt, festgelegte Mindest-Stückzahlen des Serienmotorrads produziert werden.

Motorrad-Konzepte

In der Superbike-WM dürfen seriennahe Viertakt-Motorräder mit vier, drei oder zwei Zylindern an den Start gehen. Für Drei- und Vierzylinder gilt eine Hubraumbegrenzung von 1.000 Kubikzentimetern, Maschinen mit Zweizylinder-Motor haben ein Hubraumlimit von 1.200 Kubikzentimetern. Ab 2013 gilt für alle Motorräder einheitlich ein Mindestgewicht von 165 Kilogramm. Bei Zweizylinder-Motorrädern sind die Triebwerke zudem mit einem Luftmengenbegrenzer versehen, dessen Durchlass-Durchmesser zu Saisonbeginn 50 Millimeter beträgt.

Um die Chancengleichheit zwischen den Motorkonzepten zu wahren, gibt es ein System zur Leistungsangleichung. Während der laufenden Saison werden mittels einer komplexen Formel die bisherigen durchschnittlichen Rennergebnisse der einzelnen Motorkonzepte ermittelt. Sollten die Zweizylinder-Motorräder überlegen sein, kann ihr Mindestgewicht in Drei-Kilogramm-Schritten bis auf maximal 171 Kilogramm erhöht werden.

Sollte sich diese Maßnahme als nicht ausreichend erweisen, kann der Durchlass-Durchmesser des Luftmengenbegrenzers in Zwei-Millimeter-Schritten verkleinert werden. Sollten die Zweizylinder-Motorräder der Konkurrenz mit vier Zylindern unterlegen sein, bleibt ihr Gewicht bei 165 Kilogramm, und der Durchlass-Durchmesser wird schrittweise vergrößert. Im letzten Schritt kann der Luftmengenbegrenzer entfernt werden.

Antrieb

Das Motorgehäuse des Rennbikes muss mit dem des Serienmodells identisch sein. Die Form des Ölsumpfs darf ebenfalls nicht modifiziert werden, Benzinpumpen und Getriebe müssen im Wesentlichen mit der Serie identisch sein. Eine elektronische Steuerung der Drosselklappen, bekannt als Ride-by-Wire-System, kann hinzugefügt oder verändert werden. Sie darf aber keinen Einfluss auf die Funktionalität der Sicherheitssysteme haben. Variable Vorrichtungen im Ansaugtrakt müssen bereits bei der Homologation des Motorrads eingebaut sein. Die Zylinderköpfe dürfen nach der Homologation leicht verändert werden. Zudem ist das Verdichtungsverhältnis ebenso wenig reglementiert wie die verwendeten Kolben und Pleuel.

Chassis

Auch hier ist Seriennähe Trumpf. Bei der Rennversion des Motorrads muss der gleiche Rahmen eingesetzt werden wie beim Serienmodell. Leichte Modifikationen im Bereich der Schwingenlagerung sind ab 2013 erlaubt. Die Form der Verkleidung, der Windschutzscheibe und des Sitzes muss erhalten bleiben. Aussehen und Lage des Tanks müssen der Homologation entsprechen. Die Form des Tanks kann jedoch unterhalb der oberen Rahmenlinie und unter dem Sitz leicht modifiziert werden, um dem Fahrer eine komfortablere Sitzposition zu ermöglichen.

Das Tankvolumen darf höchstens 24 Liter betragen. Gabel und Dämpfer sind hingegen frei gestaltbar. Die Verwendung von Titan für Rahmen, Vorderradgabeln, Lenker, Schwingen, Schwingen- und Radachsen ist verboten. Zudem ist der Einsatz von Leichtmetallen bei Radachsen nicht zulässig. Gestattet ist dagegen die Verwendung von Schrauben und Muttern aus Titanlegierungen. Elektronisch gesteuerte Dämpfungselemente sind verboten, es sei denn, sie wurden bereits beim Serienmotorrad verbaut. Der Einsatz von Kohlefaser-Bremsscheiben ist nicht gestattet.

Reifen

Seit 2003 ist Pirelli der alleinige Reifenlieferant für die Superbike-Weltmeisterschaft. Zur Saison 2013 wurde die Radgröße geändert: Der Durchmesser von Vorder- und Hinterrad beträgt nun 17 Zoll, die Vorderradfelgen haben eine Breite von 3,5 Zoll, die Hinterradfelgen von sechs Zoll. Pro Veranstaltung und Fahrer dürfen für die Trainings- und Qualifikations-Sessions maximal 13 Hinter- und neun Vorderreifen eingesetzt werden. Diese Gesamtzahlen schließen Trockenreifen, Intermediates und Regenreifen ein. Piloten, die sich für die Superpole qualifiziert haben, haben einen zusätzlichen Vorderreifen zur Verfügung. Während der Rennen ist die Anzahl der Reifen nicht limitiert.

Ein-Motorrad-Regel

Seit der Saison 2012 gibt es während der Rennwochenenden nur noch ein Motorrad pro Fahrer. Jedes Team darf ein Ersatz-Chassis dabei haben, das außerhalb der Garage aufbewahrt werden muss. Die Vormontage dieses Ersatzrahmens ist streng auf wenige Komponenten limitiert. Motor, Tank und Benzinsystem, Airbox, ECU und Auspuffsystem dürfen noch nicht montiert sein.

Startaufstellung

Ab 2013 gibt es generell drei Startplätze pro Reihe. Die Startaufstellung für die beiden Rennen wird in mehreren Qualifyings ermittelt. Am Freitag und am Samstag stehen zunächst zwei jeweils 45-minütige Qualifikationstrainings auf dem Programm. Die 15 schnellsten Piloten aus diesen Qualifikationstrainings nehmen am Samstagnachmittag an der Superpole teil. Die übrigen Fahrer teilen sich ihrem Ergebnis entsprechend die hinteren Startreihen.

Für die Superpole selbst gibt es zwei Modi – je nachdem, ob die Strecke trocken oder nass ist. Der Renndirektor entscheidet spätestens zehn Minuten vor dem Beginn, wie die Superpole klassifiziert wird. Im Falle einer "trockenen" Superpole gibt es drei einzelne Abschnitte. Die zwölf schnellsten Piloten der Superpole 1 rücken in die Superpole 2 vor. Die besten neun dieser Session gelangen in die Superpole 3 und machen dort die vordersten Startplätze unter sich aus. Die übrige Startaufstellung ergibt sich aus den Ergebnissen der vorherigen Abschnitte.

Sollte eine Superpole als "nass" deklariert werden, gibt es nur zwei einzelne Abschnitte, die jeweils 20 Minuten dauern. An der Superpole 1 nehmen wie auch bei trockener Strecke die 15 schnellsten Fahrer aus den Qualifikationstrainings teil. Aber nur die besten neun kommen weiter in die Superpole 2, in der dann über die Poleposition und die vorderen Startreihen entschieden wird. Sollte es während einer "trockenen" Superpole zu regnen beginnen, kann die Rennleitung das Format nun kurzfristig auf "nass" wechseln.

Setzt der Regen bereits im ersten Abschnitt ein, wird abgebrochen und eine komplette "nasse" Superpole gefahren. Regnet es erst nach der trockenen Superpole 1, absolvieren die verbleibenden zwölf Fahrer eine 20-minütige "nasse" Superpole 1, aus der neun Fahrer weiterkommen in die "nasse" Superpole 2.

Setzt der Regen während einer "trockenen" Superpole 2 ein, wird ebenfalls unterbrochen und die zwölf Fahrer, die sich für die Superpole 2 qualifiziert hatten, bestreiten eine 20-minütige "nasse" Superpole. Beginnt es nach zwei trockenen Abschnitten oder erst in der Superpole 3 zu regnen, wird ein finaler 20-minütiger Abschnitt für die verbleibenden neun Piloten ausgetragen.

Reifenwechsel im Rennen

Plötzlicher Regen während eines Rennens kann zu gefährlichen Situationen führen. Nach einer Regeländerung werden Rennen ab der Saison 2013 allerdings nicht mehr aus witterungsbedingten Gründen unterbrochen. Eine Ausnahme bilden "außergewöhnliche Ereignisse". Fahrer, die Reifen wechseln oder Einstellungsänderungen vornehmen möchten – beispielsweise, weil sich die Streckenbedingungen wegen einsetzenden Regens geändert haben –, müssen dazu während des laufenden Rennens die Box ansteuern. Im Zuge dessen wurde ein neuer Artikel zu Boxenstopps im Reglement aufgenommen.

Boxenstopps

Fahrer können während des Rennens in die Box kommen, doch diese Boxenstopps sind genau geregelt. Das Nachtanken ist streng verboten, und jeder Verstoß wird mit Disqualifikation bestraft. Fahrer, die in der Boxengasse Reifen wechseln oder Einstellungsänderungen vornehmen möchten, müssen vor ihrer Garage anhalten, den Motor ausschalten und von ihrem Bike absteigen.

Während eines Boxenstopps dürfen nur drei Mechaniker, die durch ein offizielles Armband klar identifiziert werden, das Motorrad berühren oder daran arbeiten. Diese drei Mechaniker dürfen in der Boxengasse keine Hilfe von außen in Anspruch nehmen, zum Beispiel das Heranreichen von Werkzeug aus der Garage. Der Fahrer kann ihnen jedoch helfen, falls er das möchte. Ein Marschall beobachtet den Boxenstopp und meldet jeden Verstoß gegen diese Vorgaben.

Verstöße werden von der Rennleitung mit einer Durchfahrtstrafe geahndet. Der Einsatz von elektrisch oder pneumatisch betriebenen Werkzeugen ist erlaubt, jedoch dürfen nur zwei zur gleichen Zeit benutzt werden. Ständer oder Hebevorrichtungen müssen manuell betrieben werden. Externe Starter und/oder Starthilfebatterien dürfen benutzt werden, um das Motorrad neu zu starten.

Rennunterbrechung

Eine Rennunterbrechung wird durch rote Flaggen und Ampeln angezeigt. Die Fahrer sofort zur Box zurückkehren. Ab 2013 wird das Zwischenergebnis über zwei Teilwertungen ermittelt: Für alle Fahrer, die zum Zeitpunkt der roten Flagge die Ziellinie überquert haben oder die vor der Unterbrechung die karierte Flagge gesehen haben, gilt für die Teilwertung ihre Position nach der letzten gefahrenen Runde des Rennens. Für alle anderen Fahrer wird eine zweite Teilwertung aufgestellt, anhand ihrer Positionen am Ende der vorletzten Runde. Das komplette Zwischenergebnis ergibt sich aus der Kombination beider Teilwertungen.

In der Zeit bis zum Neustart dürfen die Motorräder repariert und betankt werden. Wurden bis zur Unterbrechung weniger als drei Runden absolviert, gilt der Lauf als nicht gestartet, und das Rennen wird komplett neu gestartet. Dann dürfen alle Fahrer beim Neustart antreten, und die ursprüngliche Startaufstellung gilt. Wurden drei oder mehr Runden, aber noch nicht zwei Drittel der ursprünglichen Renndistanz absolviert, sind nur jene Piloten zum Neustart zugelassen, die zum Zeitpunkt der Unterbrechung noch im Rennen waren.

Die neue Startaufstellung basiert auf dem nach der Unterbrechung ermittelten Zwischenergebnis. Sollte ein Neustart nicht möglich sein, wird das Ergebnis gewertet, aber nur halbe Meisterschaftspunkte vergeben. Sollten zum Zeitpunkt der roten Flagge bereits zwei Drittel der ursprünglichen Distanz absolviert sein, gilt das Rennen als komplett beendet, und es wird die volle Punktzahl vergeben.

Punktevergabe

In der Superbike-WM werden am Saisonende ein Fahrer- sowie ein Konstrukteurstitel vergeben. In die Konstrukteurswertung geht pro Rennen das im Klassement bestplatzierte Motorrad des jeweiligen Herstellers ein. WM-Punkte werden nach dem folgenden Schlüssel vergeben:

Platz 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15.
Punkte 25 20 16 13 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

Ein Fahrer wird in die Wertung eines Rennens aufgenommen, wenn er mindestens 75 Prozent der Renndistanz absolviert hat und die Ziellinie spätestens fünf Minuten nach dem Sieger auf der Rennstrecke (nicht in der Boxengasse) passiert. Der Fahrer muss dabei Kontakt zu seinem Motorrad haben.

Ablauf der Rennwochenenden

Freitag
11.30 – 12.30 Uhr: Freies Training
15.30 – 16.30 Uhr: Qualifikationstraining

Samstag
10.45 – 11.30 Uhr: Qualifikationstraining
13.45 – 14.30 Uhr: Freies Training
15.00 – 15.14 Uhr: Superpole 1
15.11 – 15.33 Uhr: Superpole 2
15.40 – 15.50 Uhr: Superpole 3

Sonntag
09.20 – 09.35 Uhr: Warm-up
12.00 Uhr: Rennen 1
15.30 Uhr: Rennen 2

 

 
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