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Zweiter Saisonsieg für Nicki Thiim

19. August 2012 - 15:24 Uhr

Beim Rennen am Nürburgring fährt Nicki Thiim einem ungefährdeten Sieg ein - Rene Rast geht mit 15 Punkten Vorsprung in den finalen Teil der Saison

Nicki Thiim
Der Däne Nicki Thiim konnte sich am Nürburgring klar durchsetzen
© Porsche

(Motorsport-Total.com) - Nicki Thiim heißt der Sieger des Sonntagslaufs am Nürburgring. Der Däne von Hermes Attempto Racing feierte beim elften Lauf der Porsche Carrera Cup Deutschland einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg von der Pole-Position aus und stand damit nach dem Lausitzring zum zweiten Mal ganz oben auf dem Podium. Mit dem zweiten Platz am Ende eines kämpferischen Rennens wahrte Sean Edwards seine Chancen auf den prestigeträchtigen Titel im schnellsten deutschen Markenpokal. Der heimliche Gewinner aber ist Rene Rast. Dank eines dritten Platzes geht der Tabellenführer mit komfortablen 15 Punkten Vorsprung auf seinen Teamkollegen Edwards in den Schlussspurt der Saison.

Nach einigen chaotischen Rennen lief für Thiim diesmal alles glatt. Der Sohn des ehemaligen DTM-Champions Kurt Thiim zählte am Saisonbeginn zu den Titelfavoriten, doch vom Sieg auf seiner Lieblingsrennstrecke in der Lausitz abgesehen, gab es reichlich Pech und Pannen bei dem temperamentvollen jungen Dänen. Nach dem gestrigen zweiten Platz ließ der 23-Jährige nun den sauberen Sieg folgen, der ihn in der Tabelle zwar einen Platz nach vorne bringt - doch der fünfte Gesamtrang vor den letzten sechs Saisonläufen war nicht unbedingt das, was Thiim sich gewünscht hatte.

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Lange Zeit sah Jaap van Lagen wie der sichere Zweite aus. Vom zweiten Startplatz aus war der Niederländer ebenfalls gut ins Rennen gekommen und hielt auch den Angriffen des heranstürmenden Rast stand - bis ein geplatzter Reifen ihn aus dem Rennen warf. So erbte der Tabellenführer und viermalige Saisonsieger zunächst Rang zwei. Doch in der Schlussphase schaffte ausgerechnet sein Teamkollege, den coolen Rast aus der Ruhe zu bringen. Edwards, im Samstagsrennen Vierter, war nur als Siebter gestartet. Nach seinem Rempler an van Lagen in der letzten Kurve des gestrigen Laufs versetzte ihn die Rennleitung um fünf Startplätze zurück - und damit stand der Brite beim Start wieder hinter seinem deutschen Widersacher. Heute jedoch machte Edwards alles richtig. Mit cleveren und fairen Überholmanövern eroberte er Position um Position, konnte schließlich sogar Rast unter Druck setzen - und holte sich in der letzten Rennrunde verdient den zweiten Rang.

Auch Nicolas Armindo, der bei seinem erst zweiten Carrera-Cup-Einsatz in diesem Jahr Vierter wurde, musste sich Edwards geschlagen geben. Der Carrera-Cup-Champion der Saison 2010 freute sich über die gute Platzierung und die wertvollen Punkte für seine Meistermannschaft Attempto Racing. Hinter dem Franzosen fuhr Philipp Eng nach einem außergewöhnlich starken Rennen als Fünfter ins Ziel. Der Österreicher vom Team MRS GT-Racing kämpfte gegen die Meute hinter ihm wie der sprichwörtliche Löwe und lieferte dabei unter anderem eine Aufsehen erregende Einlage.

Wegen eines Schubsers geriet er auf die Wiese, fuhr dort mit hoher Geschwindigkeit weiter und sortierte sich nach etwa 200 Metern wieder vor seinen Verfolgern auf der Strecke ein. Nach dem achten Platz im Samstagslauf jubelte Philipp Frommenwiler heute über Platz sechs. Der Schweizer von Attempto Racing hat sich in seinem zweiten Carrera-Cup-Jahr als sichere Bank für Top-Ten-Plätze etabliert.

Ein sensationelles Rennen fuhr Klaus Bachler. Rang sieben spiegelt die Leistung des Österreichers nur sehr unzureichend wieder. Für den Porsche-Junior, der für das Team Deutsche Post by tolimit startet, sah es zunächst ganz bitter aus: Von der Einführungsrunde fuhr Bachler an die Box statt auf seinen achten Startplatz. Ein Steinchen hatte sich zwischen Bremssattel und Felge festgesetzt. Nachdem das Team es beseitigt hatte, fuhr der 21-Jährige wie entfesselt dem Feld hinterher und bis auf Rang sieben vor.

Der zweite Porsche-Junior, gestern noch Fünfter, erwischte heute einen schlechten Tag. Vom sechsten Startplatz aus kam Michael Christensen ganz gut weg, verlor dann aber in der zweiten Runde zwei Plätze. Der Däne von Konrad Motorsport war schließlich Teil einer Kampfgruppe, die sich hinter Philipp Eng festgebissen hatte. Christensen fuhr als Achter ins Ziel, wurde aber nur als 16. gewertet: Er bekam 30 Strafsekunden, weil die Rennleitung der Ansicht war, dass er den Ausrutscher von Eng zu verantworten hätte.

Als Achter wurde Routinier Norbert Siedler abgewinkt, der früh im Rennen seinen Frontsplitter verloren hatte und daher mit stumpfen Waffen kämpfte. Für die beiden, die hinter ihm ins Ziel fuhren, war der Sonntagslauf dagegen schlicht das absolute Highlight ihrer Carrera-Cup-Geschichte: Die Amateure Christina Nielsen und Bill Barazetti feierten das mit Abstand beste Resultat ihrer ersten Saison mit dem 450 PS starken Porsche 911 GT3 Cup.

"Das war ein gigantisches Wochenende, absolut perfekt für mich und das Team", freut sich Thiem. "Wir hatten schon vom ersten Training an einen sehr guten Speed und haben uns immer weiter nach vorne entwickelt. Mein Ingenieur und ich haben zusammen einen guten Job gemacht. Mein Elfer lag einfach super. Jetzt stehen wir da, wo wir schon länger stehen sollten. Ich hoffe, dass es so weitergeht."

"Meine Strafe, fünf Startplätze zurückversetzt zu werden, fand ich etwas übertrieben", bemerkt Edwards, der Zweiter wurde. "Aber ich hatte mit einem frischen Reifensatz heute ein perfektes Auto, mit dem ich vom siebten Startplatz aus bis auf Rang zwei fahren konnte. Alle Duelle waren absolut fair und sauber, auch der mit Rene am Ende. Es sind noch sechs Rennen, daher ist für mich noch alles möglich im Titelkampf."

"Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, denn ich bin immer noch Tabellenführer mit 15 Punkten Vorsprung", erklärt Rast. "Das war mein Ziel. In der Rennmitte hat mich Jaap ein bisschen aufgehalten, dadurch ist Sean herangekommen. Ich habe mir zwei Bremsplatten eingefangen und konnte daher nicht mehr so schnell fahren. Gegen Sean als Teamkollegen wollte ich auch nicht so hart dagegenhalten, also kam er vorbei."

"Das war ein tolles Rennen", berichtet Porsche-Junior Bachler. "In der Einführungsrunde habe ich gemerkt, dass was nicht stimmt und dachte schon, es ist gleich zu Ende. Aber nachdem der Stein beseitigt war, hat es sehr großen Spaß gemacht, das Feld von hinten aufzurollen. Da noch Siebter zu werden, ist einfach super."

"Das war heute vom Resultat her das schlechteste Rennen der Saison", bilanziert Christensen, der zweite Porshe-Junior. "Ich blieb hinter Philipp Eng hängen. Ich habe echt gepusht, aber der hat seinen Platz mit allen Mitteln verteidigt. In meinen Augen nicht immer ganz fair, aber das gehört halt auch zum Motorsport. Ich hatte eigentlich den Speed, aber das Rennen ist einfach ganz anders gelaufen, als ich es wollte."

Porsche-Coach und Werksfahrer Timo Bernhard zieht ein positives Fazit: "Die Jungs haben am Wochenende insgesamt einen guten Job gemacht. Gestern ist Michael ein tolles Rennen gefahren, heute Klaus. Der war dafür gestern in ein paar Situationen verwickelt, aus denen er gelernt hat. Und heute ging es Michael so. Die beiden zeigen eine steile Lernkurve und nehmen Hilfestellung wirklich gut an. Mir hat mein Aushilfsjob als Junior-Coach großen Spaß gemacht."

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