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Erst Abt, dann Audi: Wieder richtig gepokert

07. Oktober 2017 - 09:18 Uhr

Werkseinstieg nach dem Vorbild der Audi-DTM-Rückkehr 2004: Wie Hans-Jürgen Abt auch beim Thema Formel E wieder das richtige Näschen hatte

Hans-Jürgen Abt
Hans-Jürgen Abt hat das Potenzial der Formel E für Audi sofort erkannt
© Audi

(Motorsport-Total.com) - Mit dreitägigen Testfahrten haben sich die Teams der Formel E in dieser Woche auf den Start der vierten Saison vorbereitet. Wenn am ersten Dezemberwochenende in Hongkong der erste Wettbewerb startet, ist erstmals Audi mit einem echten Werksteam am Start. Die Ingolstädter haben das bisherige Abt-Formel-E-Team übernommen und gehen nun als erstes deutsches Werk in den Kampf der E-Formelfahrzeuge.

"Schön, oder?", sagt Hans-Jürgen Abt, der in den vergangenen drei Saisons die Grundlage für den Audi-Werkseinstieg legte. Dem Kemptener ist somit erneut das gelungen, was 2004 zur werksseitigen Rückkehr von Audi in die DTM führte: Als Privatteam mit enger Bindung zum Hersteller starten, dann an das Werk verkaufen. "Manchmal muss man Leute zu ihrem Glück zwingen", sagt Abt mit einem breiten Lächeln. Ob er damit gutes Geld gemacht hat? "Ja, wir sind nicht unzufrieden", so die Antwort.

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Wieder einmal hatte Hans-Jürgen Abt den richtigen Riecher, um die Trends für Audi zu erkennen. 2013 entdeckte der 54-Jährige die Präsentation der Formel E auf der IAA in Frankfurt. Sofort wurde dem Geschäftsmann klar, dass diese Serie die Zukunft sein könnte. Es wurden intensive Gespräche unter anderem mit Serienboss Alejandro Agag geführt, von Audi holte sich Abt die Erlaubnis, den Namen für die Formel E nutzen zu dürfen.

Große Namen: Abt gegen Penske und Andretti

"Die handelnden Menschen haben mir gut gefallen, außerdem war es gut präsentiert", erklärt Abt im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Wir waren damals schon mit unserem Unternehmen im Bereich E-Mobilität aktiv. Wir haben bei uns kleine E-Transporter für die Deutsche Post und für uns entwickelt. Und weil der Name Abt auch für Motorsport steht, passte die Formel E da perfekt. Wir haben uns mit den Verantwortlichen zusammengesetzt und sind schnell auf einen guten Nenner gekommen."

"Mich hat auch etwas anderes gereizt. Nämlich die Tatsache, dass wir mit unserem Team Abt plötzlich gegen große Namen wie Penske oder Andretti antreten können. Geile Namen", frohlockt der leidenschaftliche Motorsportliebhaber. "Bis dorthin hatten wir als deutsches Team nie die Chance gehabt, gegen solch große Namen anzutreten." In Kempten baute man schnell die entsprechenden Strukturen auf, mit Schaeffler einigte man sich auf eine intensive Zusammenarbeit.

"Was wir damals etwas unterschätzt haben, war der Umfang eines solchen Bekenntnisses", berichtet Abt von seinen Erfahrungen als Formel-E-Teambesitzer der ersten Stunde. "Es war eben nicht so, dass man die Autos nimmt - die ja der Formel E gehören - und sie dann einfach ein Jahr später wieder zurückgeben kann. Nein: Der erste Vertrag lief sofort über fünf oder sechs Jahre. Das ist schon eine lange Zeit. Da kann man nicht einfach aussteigen."

Für Audi beginnt eine neue Ära

"Ganz ehrlich: Zu Beginn war Audi gar nicht so begeistert, dass wir den Namen 'Audi Sport' mit reinnehmen wollten. Aber ich habe gesagt, dass wir dem Ganzen damit Wertigkeit verleihen müssen. Die Zweifel von Audi waren anfangs da, aber auch schnell verschwunden", erklärt der Kemptener. In Ingolstadt hatte man die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) mit dem Highlight Le Mans ganz oben auf der Liste, zudem war das Engagement in der DTM gesetzt.

Dennoch bot Audi einige Unterstützung. "Es war von Anfang an klar, dass wir uns das genau anschauen müssen. Auch im Hinblick auf ein zukünftiges Werksengagement. Deshalb haben wir nicht nur den Namen genehmigt, sondern auch Unterstützung mit unserem Werksfahrer Lucas di Grassi geliefert", sagt Motorsportchef Dieter Gass. "Es ist eine neue Ära. Für uns ist dieser Einstieg in die Formel E von der Wertigkeit vergleichbar mit einem quattro oder der Einführung des Diesels in Le Mans - ein gigantischer Schritt."

Der Schritt, der Audi in die volle Verantwortung zieht und Hans-Jürgen Abt rundherum mit seinem guten Riecher bestätigt, ist nun vollzogen. Nun müssen die Ingolstädter liefern. "Wenn sie das gleiche erreichen wie wir in den zurückliegenden Jahren, dann sind sie gut", lacht Abt, dessen Fahrer Lucas di Grassi amtierender Weltmeister ist. "Ich bin froh, dass ich nicht mehr allein in der Verantwortung stehe, wenn wir bald gegen Porsche oder Mercedes und BMW antreten. Das soll schön Audi machen ..."

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