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Allan McNish als Teamchef: Keine große Überraschung

Bei der Vorstellung des neuen Audi-Werksteams waren einige Beobachter angesichts der Personalie Allan McNish überrascht: Der logische nächste Schritt

(Motorsport-Total.com) - Mit dem Audi e-tron FE04, den Piloten Lucas di Grassi und dem neuen Teamchef Allan McNish startet die Marke aus Ingolstadt ab sofort werksseitig in der Formel E. Die Personalie McNish war für viele Gäste bei der Präsentation am Mittwochabend in Neuburg an der Donau eine Überraschung - für den Schotten selbst und dessen Umfeld allerdings keineswegs. McNish hatte sich seit dem Ende seiner aktiven Karriere als Rennfahrer stets in der Formel E bewegt.

Allan McNish

Allan McNish ist neuer Teamchef der Audi-Formel-E-Werksmannschaft Zoom

"Eigentlich ist das nur die logische Fortführung dessen, was ich vorher gemacht habe", sagt der langjährige Audi-Werksfahrer im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Ich habe in den vergangenen zwei Jahren den Weg vom Abt-Schaeffler-Team über die Zwischenstation in der Vorsaison bis hin zum heutigen Werksteam begleitet und mit umgesetzt. Ich war bei allen Rennen und Tests, aber nicht erst seit 2015. Auch zu Beginn der Serie war ich bei einigen Veranstaltungen."

"Ich habe einen ganz guten Überblick, verstehe die Szene und kenne die meisten Leute im Paddock aus zahlreichen früheren Begegnungen. Egal, ob es Leute von anderen Herstellern, von der FIA, Michelin oder Spark sind", schildert der 47-Jährige aus Dumfries. McNish erklärt: "Nehmen wir mal Spark. Der Name mag noch recht neu sein, aber wenn man sich die Leute dahinter anschaut, dann sind das alte Bekannte." Spark war 2012 von einem gewissen Frederic Vasseur gegründet worden - heute Formel-1-Teamchef bei Sauber.

McNish fordert: Formel E muss in Städten bleiben!

"Dieter Gass war der Meinung, dass ich die logische Wahl als Teamchef wäre. Ich habe in der LMP1 mit dem Einzug der Hybridsysteme schon sehr viel über die Elektrifizierung lernen können", sagt McNish, der in seiner aktiven Laufbahn unter anderem dreimal die 24 Stunden von Le Mans gewinnen konnte. "Wenn man mich einen 'Old-School-Racer' nennt, dann werte ich das mal als Kompliment", schmunzelt er. "Aber ich mag auch immer schon neue Herausforderungen. Die Formel E ist so eine."

"Es ist neu, es ist spannend", freut sich der neue Audi-Formel-E-Teamboss. "Was ich an der Formel E wirklich gern mag, ist die Tatsache, dass mitten in den Metropolen gefahren wird. Ich bin immer schon leidenschaftlicher Liebhaber von Stadtkursen. Ich habe es genossen, damals in der American-Le-Mans-Series einige US-Stadtkurse zu fahren. Da hatte ich unheimlich viel Spaß. Das ist für mich sehr, sehr wichtig: Die Serie muss in den Städten bleiben. Etwas anderes kommt gar nicht in Betracht."

"Ein anderer Faktor macht es spannend: der enge Zeitplan. Es bleibt so unwahrscheinlich wenig Zeit auf der Strecke, dass man in allem, was man tut, sehr genau sein muss. Das Auto muss sofort gut eingestellt sein, das Team muss funktionieren, der Fahrer muss Runde für Runde starke Zeiten fahren können", meint McNish. "Dieser Zeitdruck sorgt unter anderem dafür, dass der Fahrer in der Formel E größeren Einfluss haben kann als anderswo. Und das ist toll!"

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