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Jani trauert der A1GP-Serie nach

24. Juni 2010 - 11:03 Uhr

Ex-A1GP-Champion Neel Jani über den Untergang des "Motorsport-Nationencups" und die Chancen auf eine Rückkehr des beliebten Konzepts

Neel Jani
Schweizer Jubel: Neel Jani feierte in der A1GP-Serie viele große Erfolge
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Im teils undurchsichtigen Dschungel fast zahlloser Formelserien ist die A1GP im vergangenen jahr auf der Strecke geblieben. Der Südafrikaner Tony Teixeira hatte mit seinem Konzept für einen "World Cup of Motorsport" zunächst viel Erfolg, doch als der nächste Entwicklungsschritt folgen sollte, gab es nur noch Probleme. Das neue Auto, der Vertrag mit Ferrari und die Deals mit einigen Streckenbetreibern kamen als übler Bumerang zurück. Am Ende stand die Pleite.

"Ich bin nicht der einzige, der das sehr schade findet", sagt Neel Jani im Interview mit 'Motorsport-Total.com'. Der Schweizer hatte die Serie 2007/2008 gewonnen und war im Folgejahr Vizechampion geworden, ebenso wie in der Auftaktsaison 2005/2006. "Das Konzept mit den Länderteams war super. So konnten doch überhaupt Länder wie Indonesien oder Malaysia in den hochklassigen Motorsport kommen. In Holland oder in Asien war die Serie ein riesiger Erfolg."

Neues Auto war der Tod der Serie

"In Indonesien haben sie mich schon an der Passkontrolle erkannt. Durch die Partizipation der eigenen Länder war der Zirkus sehr bekannt", sagt Jani mit einem wehmütigen Blick zurück auf die A1GP-Vergangenheit. Der 26-Jährige ist vom Grundkonzept der Serie nach wie vor überzeugt. "Die Formel 1 übernimmt das Länderkonzept nun auch ein bisschen. Wir haben Force India, Hispania und fast wäre US F1 gekommen. Das zeigt doch, dass die Idee hinter der A1GP stimmte."

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Neel Jani
Mit dem alten Chassis konnte in der A1GP-Serie hart gekämpft werden
© xpb.cc

"Die haben sich mit dem neuen Auto übernommen", analysiert Jani die Fehler, die letztlich zum Ende führten. "Da haben vorher viele Leute gewarnt und gesagt, dass man einen solchen Schritt nicht so früh machen darf. Die Serie ist innerhalb von drei Jahren brutal gewachsen. Es gab viele Möglichkeiten. Aber 90 Prozent des Paddocks war der Meinung, dass man lieber keine neuen Autos nehmen sollte. Es gab genügend Gründe: Teile werden teurer, durch die neue Aerodynamik gingen Zweikämpfe verloren, was die A1GP-Serie sonst immer ausgezeichnet hatte."

Aus Sicht des Schweizers hätte man die weitere Entwicklung zunächst beobachten und rein technisch alles beim Alten lassen sollen. "Das alte Auto war ein bisschen speziell, aber ich fand es gut. Das Fahrzeug hat einfach tolle Kämpfe auf der Strecke ermöglicht. Mit dem neuen Wagen war es wie GP2 oder Renault-World-Series - alles gleich. Das war der falsche Weg. Dafür hat man bitter gezahlt."

Kaum Chancen für ein A1GP-Revival

Gezahlt hat auch Jani für die Pleite - indirekt zumindest. Die ausstehenden Erfolgprämien wurden nur zu einem geringen Teil tatsächlich ausgezahlt. "Es steht nicht noch komplett alles offen, aber von 2008 und 2009 gibt es da doch noch viele Forderungen", sagt der Pilot aus Rorschach. Er fügt lächelnd hinzu: "Was will man machen? Ich habe das Geld nie gehabt, daher habe ich es auch nicht verloren. So sehe ich das nun. Alles andere bringt nichts."

Neel Jani
Nette Gesellschaft: Viele Piloten fühlten sich im A1GP-Zirkus pudelwohl
© xpb.cc

Einige Teamchefs haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben und hoffen auf eine Wiederbelebung der A1GP. "Viele Fahrer, Teams und Mechaniker haben die Zeit dort genossen", sagt Jani. "Viele würden gerne wieder etwas in der Art machen wollen. Klar ist: Falls es jemals wiederkommt, dann wird es nicht unter dem Namen gehen, bei all den Schulden. Das Management müsste ganz anders aussehen. Ich halte es nur dann für möglich, wenn ganz viel Geld vorhanden ist."

Selbst wenn sich eine stabile Finanzierung finden ließe, gäbe es weitere Probleme. "Was für ein Auto will man denn nehmen? Man kann doch nicht wieder das alte Lola-Chassis herausholen", sagt der ehemalige A1GP-Meister. "Es gibt viele Schwierigkeiten, aber ausgeschlossen ist eine Rückkehr natürlich nicht. Das Konzept mit den Nationen ist gut. Aber nun müsste man auch bei Sponsoren, Presse und TV ganz neu anfangen. Die Glaubwürdigkeit ist nur schwierig wieder aufzubauen."

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