DTM-Reglement
Stand Januar 2011
Sportliches Reglement
Wertungen
Der Titel "DTM Champion" wird an den Fahrer vergeben, der nach dem letzten Wertungslauf der Saison die höchste Punktzahl erreicht hat. Es werden alle endgültigen Ergebnisse von Wertungsläufen des Jahres berücksichtig. Der Titel "DTM-Team-Meister" wird an das Team (Bewerber), dessen Fahrer nach dem letzten Wertungslauf des Jahres die höchste Punktzahl erreicht haben (Addition aller Fahrzeuge eines Herstellers). Für die Teamwertung werden Punkte der Fahrer (maximal zwei) eines Teams addiert.
Punktesystem
10-8-6-5-4-3-2-1 für die Plätze eins bis acht. Keine Streichresultate.
Reifen
Im Laufe des Wochenendes darf ein Fahrer nun maximal acht unbenutzte Reifensätze bei den Trainingsläufen, dem Qualifying und im Rennen verwenden. Darin enthalten sind zwei bereits zuvor registrierte Sätze aus der vorigen Veranstaltung, welche neu oder gebraucht sein können. Falls ein Fahrer die dritte Qualifying-Sektion nicht erreicht, darf der speziell für die dritte Sektion registrierte Satz als einer der beiden Sätze verwendet werden, welche zur nächsten Veranstaltung erneut registriert werden dürfen. Wie die Teams ihre Slick-Sätze tatsächlich aufteilen, bleibt meist geheim.
Die Mengenbeschränkung der Regenreifen: Im Qualifying dürfen zwei Sätze, im Rennen drei Sätze verwendet werden. Die Regenreifen werden nach der jeweiligen Verlosung in Holzkisten versiegelt. Das Öffnen der Holzkisten erfolgt auf Weisung des Renndirektors jeweils vor der Zeittrainingssession oder dem Rennen.
Das strikte DTM-Reglement lässt auch in Bezug auf die Behandlung der Reifen keine Fragen offen: Außer der Verwendung von Heizdecken und dem Abschaben von Verschmutzungen ist nur eines erlaubt: das Abkühlen der Reifen mittels Wasser. Jede andere Behandlung - ob chemischer, mechanischer oder thermischer Art - ist ausdrücklich verboten.
Mit der Saison 2011 ist Hankook exklusiver Reifenlieferant der DTM.
Kraftstoff
Einheitlich Aral ultimate (Lieferant: Aral).
Start
Stehend. Aufstellung in Reihen, die 1 x 1 versetzt sind und acht Meter Abstand haben.
Training
Halbstündiges Rollout am Freitagmittag, eineinhalb Stunden Freies Training am Freitagnachmittag sowie weitere eineinhalb Stunden am Samstagvormittag, halbstündiges Warm-up am Sonntagvormittag.
Qualifying
Das Qualifying wird in vier Sektionen durchgeführt:
Zunächst sind alle zwanzig Autos für 12 Minuten auf der Strecke. Die 14 Schnellsten qualifizieren sich für die nächste Runde, die sechs langsamsten kommen in den Parc Fermé und haben sich in der Reihenfolge der gefahrenen Zeiten für die Startplätze 15 bis 20 qualifiziert. Die Zeiten der 14 Besten werden vor Q2 gelöscht.
Nach einer sechsminütigen Pause gehen die 14 Schnellsten erneut auf die Strecke. Diesmal haben sie zehn Minuten Zeit, um unter die ersten Acht zu fahren. Die Fahrer, die nicht unter die besten Acht kommen, belegen die Plätze neun bis 13 in der Startaufstellung. Die acht besten haben sich für Q3 qualifiziert, ihre Zeiten werden gelöscht. In den Qualifyingabschnitten eins und zwei dürfen beliebig viele Runden gefahren werden.
Nach wiederum sechs Minuten Pause fahren die schnellsten Acht um den Einzug in Q4. Dazu haben sie neun Minuten Zeit, es dürfen maximal acht Runden pro Fahrzeug gefahren werden. Die schnellsten Vier qualifizieren sich für den "Shoot-Out" um die ersten vier Startplätze, Q4. Die anderen vier belegen je nach ihrer besten Rundenzeit die Startplätze fünf bis acht. Q4 schließt sich direkt an Q3 an. Dazwischen darf nicht getankt oder Reifen gewechselt werden. Die qualifizierten vier Piloten fahren dann in einem Einzelzeitfahren die ersten vier Startplätze aus.
Rennformat
Ca. 160 Kilometer mit stehendem Start (14 Uhr) und zwei Pflichtboxenstopps (Tanken und Reifenwechsel). Mit der Saison 2008 wurde ein deutlicher definiertes Boxenstoppfenster eingeführt. Die einzelnen Läufe werden dazu in drei Renndrittel eingeteilt. Die beiden Pflichtboxenstopps mit Reifenwechsel und Möglichkeit zum Nachtanken müssen im mittleren Renndrittel absolviert werden.
In diesem Zusammenhang wurden auch die bis 2006 geltenden Bestimmungen zum Safetycar-Einsatz wieder eingeführt, damit die Pflichtboxenstopps auch während einer Safetycar-Phase durchgeführt werden können. So wird gewährleistet, dass auch ein Einsatz des Safetycars zu einem Zeitpunkt, zu dem noch nicht alle Fahrzeuge die obligatorischen Boxenstopps durchgeführt haben, nicht zu einer Verzerrung des Wettbewerbs führt.
Entwicklungsstopp für 2011
Im Sinne maximaler wirtschaftlicher Effizienz ist seit dem 17. August 2009 die Weiterentwicklung aller Fahrzeuge fast vollständig verboten. Die für die gesamte Saison seit Jahresbeginn 2009 verplombten Motoren sind davon ebenfalls betroffen. Ein Detail, das erst zum 1. März 2010 festgeschrieben wurde, war die Wahl der Stoßdämpfer. Bei der Fahrwerkskinematik dürfen nur noch Fahrzeughöhe, Sturz und Spur variiert werden.
Um die Einhaltung der neuen Regeln überprüfen zu können, hat jeder Hersteller seine Referenzteile jeweils in einem eigenen, vom Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) zur Verfügung gestellten, versiegelten Container hinterlegt. Diese sind bei jedem Rennen vor Ort. Ebenfalls sind die Konstruktionen in Form der CAD-Datensätze beim DMSB hinterlegt worden.
Trotz dieser neuen Rahmenbedingungen verspricht die DTM vor allem eines: unverändert spannenden Sport bei deutlicher finanzieller Entlastung. Denn neben den eingesparten Entwicklungskosten entfällt der sonst übliche Aufbau einer neuen Generation von zumeist vier Einsatzfahrzeugen für eine neue Saison.
Gewichtsanpassung
Die DTM-Kommission hat für die Saison 2011 folgende Mindestgewichte im Reglement festgelegt:
Fahrzeuge der Generation 2009: 1.050 Kilogramm
Fahrzeuge der Generation 2008: 1.025 Kilogramm
Fahrzeuge der Generation 2007: 1.000 Kilogramm
2007er-Modelle werden in der Saison 2011 allerdings nicht zum Einsatz kommen.
Ein Handikap-System mit wechselnden Zusatzgewichten kommt 2011 nicht zur Anwendung.
Technisches Reglement
Philosophie
Die DTM will spektakulären, gleichzeitig aber kostenbewussten Tourenwagen-Sport bieten. Zahlreiche Bauteile wie Getriebe, Kardanwelle, Motorelektronik, Heckflügel und Kohlefaser-Bremsen sind für alle Hersteller einheitlich vorgeschrieben. Ein DTM-Motor muss eine ganze Rennsaison halten.
Fahrzeuge
Ein DTM-Fahrzeug ist ein kompromisslos für den Motorsport konzipierter Tourenwagen mit der Silhouette eines viertürigen Großserienfahrzeugs und wird auf einem Stahlrohrrahmen aufgebaut. Die Karosserie besteht aus Kunststoff, das Blechdach stammt aus der Serie. Heckantrieb ist vorgeschrieben, elektronische Fahrhilfen wie ABS oder Traktionskontrolle sind verboten.
Motoren
In der DTM sind nur V8-Motoren mit einem Zylinderbankwinkel von 90 Grad, maximal vier Liter Hubraum und maximal vier Ventilen pro Zylinder zugelassen. Das Ansaugsystem muss mit zwei Luftbegrenzern mit maximal je 28 mm Durchmesser ausgestattet sein.
Getriebe
In der DTM sind nur zwei verschiedene Getriebe-Differenzialeinheiten zugelassen, die von zwei Lieferanten (Hewland und X-trac) stammen.
Reifen
Werden exklusiv von Dunlop gestellt. Es gibt eine Slick- und eine Regenreifen-Variante.
Bremsen
Die Kohlefaser-Bremsen kommen ebenso wie Bremsklötze und Bremssättel für alle Teams von einem einheitlichen Hersteller.
Aerodynamik
Die Aerodynamik für alle Fahrzeuge einer Marke muss spätestens acht Tage vor dem ersten Rennen festgelegt werden und darf während der Saison nicht mehr verändert werden. Für jedes Fahrzeug darf pro Jahr jeweils nur eine Aerodynamik-Variante homologiert werden.
Elektronik
Alle Fahrzeuge arbeiten mit einem einheitlichen Steuergerät der Firma Bosch. Datenübertragung während der Fahrt ist verboten.
Sicherheit
Den Fahrer umgibt im Cockpit eine Sicherheitszelle aus Kohlefaser. Jedes Fahrzeug ist zudem mit Crashstrukturen im Bereich der Front- und Heckpartie ausgestattet.


