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  • 04.05.2017 12:25

DTM Backstage: Renningenieur gibt Einblicke

Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen eines DTM-Teams: Dennis Nägele, Renningenieur von Mercedes-Fahrer Maro Engel, erklärt seinen Beruf

(Motorsport-Total.com) - Jeder Pilot pflegt eine ganz besondere Beziehung zu seinem Renningenieur. Er ist eine der wichtigsten Bezugspersonen für einen Fahrer an der Rennstrecke. Dennis Nägele (30) übt diesen ebenso anspruchsvollen wie anstrengenden Job seit mittlerweile sechs Jahren aus. Dabei arbeitete er mit Robert Wickens und Daniel Juncadella zusammen. 2015 gewann er als Ingenieur mit Maro Engel den FIA GT World Cup. In der Saison 2017 trifft das Duo erneut aufeinander: Dann betreut Nägele Engels Mercedes-AMG C 63 DTM mit der Startnummer #63.

Dennis Nägele

Dennis Nägele (li.) gibt einen Einblick in die Arbeit eines DTM-Renningenieurs

Frage: Dennis, was macht dir an deinem Job als Renningenieur am meisten Spaß?
Nägele: Ich glaube, den meisten Spaß macht mir die Vielseitigkeit meines Jobs. Wir haben sehr viele verschiedene Aufgaben und wir arbeiten mit sehr vielen unterschiedlichen Charakteren zusammen. Das alles zu managen macht sehr viel Spaß. Dabei ist es aber auch sehr wichtig, mit Druck umgehen zu können.

Frage: Was bedeuten der Motorsport und das Mercedes-DTM-Team für dich?
Nägele: Da ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe, bedeutet mir das sehr viel. Wir verbringen viele Stunden zusammen, auch in der Freizeit, wir reisen zusammen und trinken abends auch mal ein Bier zusammen. Dadurch entwickeln sich sehr enge Freundschaften. Das Team ist neben der Familie das zweite große Standbein. Um etwas von der Arbeit abzuschalten, fahre ich im Winter gerne Snowboard und spiele im Verein Handball. Außerdem habe ich einen Bootsführerschein für alle Gewässer. Wenn ich Zeit habe, leihe ich mir dann das Boot von meinem Vater aus und genieße das Gewässer von Kroatien.

Frage: Wann beginnt für euch die neue Saison?
Nägele: Wie sagt man so schön, nach der Saison ist vor der Saison. Nach dem Saisonfinale in Hockenheim haben wir meistens ein bis zwei Wochen, in denen wir die Saison nochmal Revue passieren lassen und nacharbeiten. Danach gehen viele von uns in die Winterpause, um frische Kräfte zu tanken. Teilweise stehen aber auch noch Testfahrten an, die vorbereitet werden müssen. Sobald die Tests zu Ende sind, geht ein Teil von uns in den Urlaub und der andere Teil arbeitet an den Tools und den Prozeduren, die wir für die kommende Saison einführen möchten.


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Was sind die größten Herausforderungen an deinem Job?

Frage: Wie gut muss das Set-up sein, um am Wochenende erfolgreich zu sein? Kannst du auch zuerst danebenliegen und das Ruder noch herumreißen?
Nägele: Das ist eine sehr gute Frage. Wer den DTM-Zeitplan kennt, weiß, dass die Zeit, die wir zwischen den Sessions haben, sehr, sehr knapp ist. Viele Möglichkeiten, um etwas am Fahrzeug zu verändern, gibt es also nicht. Die einzige große Möglichkeit bietet sich von Freitag auf Samstag. Hier hat man etwas mehr Zeit, um sich Dinge zu überlegen. Aber wenn der Samstag angefangen hat und das Set-up dann noch nicht zu 90 oder 95 Prozent so ist, wie der Fahrer es gerne hätte, wird es ein sehr, sehr schwieriges Wochenende.


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Geht ihr das Wochenende trotzdem bei allen sechs Autos jeweils mit dem gleichen Set-up an oder variiert ihr auch ein bisschen und schaut, welches das Beste ist und adaptiert das dann für alle anderen?

Frage: An welche Momente aus deiner Karriere erinnerst du dich ganz besonders?
Nägele: Das war ganz klar der erste Sieg 2013 mit Robert Wickens am Nürburgring. Damals waren wir nach dem Qualifying nicht unbedingt in der besten Ausgangslage, aber wir haben das Rennen aufgrund einer guten Strategie und einer Meisterleistung von Robert gewonnen. Den schlimmsten Moment erlebte ich allerdings ebenfalls gemeinsam mit Robert - in Moskau 2014. Damals sagte er nach dem ersten Freien Training, dass es das schlechteste Auto sei, das er je gefahren sei. Das war für mich noch schlimmer als die schwarze Flagge in Spielberg 2014. Das war auch sehr schlimm, keine Frage. Aber aufgrund dessen, dass wir uns sehr sicher waren, nichts falsch gemacht zu haben, war der Schmerz damals kleiner als in Moskau.

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