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Audi erklärt sich: Es scheitert an den Radhäusern

08. September 2017 - 19:49 Uhr

Audi-Sportchef erklärt die Ablehnung des ITR-Vorschlags zur sofortigen Verbannung der Performance-Gewichte: "Kompromiss hätte unabsehbare Folgen"

Dieter Gass
Erklärt die Audi-Position im Gewichtsstreit: Sportchef Dieter Gass
© Audi

(Motorsport-Total.com) - Die schnelle Abschaffung der lange Zeit umstrittenen Performance-Gewichte in der DTM ist an der fehlenden Zustimmung von Audi gescheitert. Bei einem Meeting der DTM-Kommission am Donnerstag vor dem Rennwochenende in Zandvoort hatten ITR, DMSB und ADAC einen Vorschlag auf den Tisch gelegt, der von allen Seiten begrüßt wurde. Auch BMW und Mercedes stimmten dem Plan zu - nur eben Audi nicht. Und eine Änderung des Reglements während einer laufenden Saison ist nur mit einstimmigem Votum machbar.

Die ablehnende Haltung von Audi in der Sitzung der Kommission lässt die Ingolstädter derzeit als Buhmann der DTM dastehen. Das will man nicht länger akzeptieren. Audi-Mototsportchef Dieter Gass nutzte deshalb am heutigen Freitag zum Start des Nürburgring-Wochenendes die Gelegenheit, die Position seines Arbeitgebers in der Debatte um die Abschaffung der Performance-Gewichte zu erklären. Hier das Statement des Audi-Sportschefs im Wortlaut:

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"Aus unserer Sicht ist die aktuelle Diskussion über die Performance-Gewichte in hohem Maße schädlich für die DTM. Über den Winter wurde viel dafür getan, unseren Sport und das Erlebnis für den Fan zu verbessern. Neue Reifen, mehr Power, weniger empfindliche Aero und der bei den Fans sehr beliebte Pit View sind dabei nur einige der Elemente, die sich bezahlt gemacht haben und zu 100 Prozent auf die Zukunftsfähigkeit der DTM einzahlen."

Fans und Fahrer erwarten zu Recht eine Lösung

"Umso bedauerlicher ist es, dass es seit Wochen nur ein dominierendes Thema im Fahrerlager und auch in den Medien zu geben scheint. Die grundlegende Idee der Performance-Gewichte war es, den Wettbewerb auf der Strecke möglichst eng zu gestalten, packenden Motorsport zu bieten und mit Blick auf eine mehrjährige Homologation auch die Siegfähigkeit aller Fahrer und Marken zu gewährleisten. Nach mehrmaligen Änderungen des Reglements sind wir jedoch an einem Punkt angelangt, der dieses Ziel meilenweit verfehlt und das System der Performance-Gewichte ad absurdum führt. Bestes Beispiel ist die Gewichtsreduktion für einen Hersteller nach einem Dreifachsieg."

"Ich bedaure es sehr, dass es uns in den unzähligen Gesprächen zwischen Herstellern, DMSB und ITR bisher nicht gelungen ist, eine schnelle und zielführende Lösung zu finden, um die Performance-Gewichte abzuschaffen. Ein Schritt, den die DTM-Fans und die Fahrer angesichts der Situation zu Recht von uns erwarten und zu dem sich Audi auch bereits in Moskau bekannt hat."

"Der Grund für diese Patt-Situation sind aus meiner Sicht unterschiedliche Erwartungen an eine Lösung: Manche möchten eine Änderung des Reglements zwingend auch an eine sofortige Änderung der Homologation für 2018 knüpfen. Im besten Fall kostengünstig. Andere zeigen sich in den vielen Diskussionen äußerst kompromissorientiert und scheinen die meisten Wege zum Wohle der DTM und im Sinne des Sports mit zu beschreiten."

Lieber freie Entwicklung als Standard-Radhäuser

"Wir als Audi hoffen auf eine sofortige Abschaffung der Performance-Gewichte, ohne dass diese an einen erneuten Performance-Ausgleich unter den Herstellern oder eine überhastete Änderung der Homologation für 2018 gekoppelt ist. Einer Öffnung oder Änderung der Homologation stehen wir offen gegenüber, sofern diese im Nachgang der Saison und auf Basis der dann mit gleichem Gewicht gefahrenen Rennen erfolgt."

"Dies ist auch der Grund, warum wir dem in der DTM-Kommission vor Zandvoort diskutierten Vorschlag der ITR nicht zustimmen konnten, der eine Standardisierung der Radhäuser und damit aerodynamischer Freibereiche beinhaltete. Denn dieser Kompromiss hätte absolut unabsehbare Folgen, da die Auswirkungen auf die einzelnen Fahrzeuge nicht nur unterschiedlich, sondern auch vollkommen unkalkulierbar wären. Dies käme einer Lotterie gleich."

"Zudem wäre diese Lösung in keiner Weise kostengünstig, da umfangreiche Tests für eine komplett neue Aerodynamik erforderlich wären. Die Auswirkungen der Radhäuser auf die Balance und Performance des gesamten Fahrzeugs ist einfach zu groß. Aus unserer Sicht wäre es sinnvoller, die Homologation in diesen Bereichen für alle zu öffnen. Jeder könnte im Rahmen des Reglements weiterentwickeln. Das ist sicherlich kein Garant für eine ausgeglichene Performance zwischen den Herstellern, aber in Anbetracht der überhitzten Diskussion ein sportlich fairer Kompromiss."

"Noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass wir im Sinne und zum Wohle der DTM zu einer schnellen Lösung finden. Aber Fakt ist auch, dass es mit jedem gefahrenen Rennen schwerer wird."

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