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Dieter Gass: Das ist der Ullrich-Nachfolger bei Audi

14. Februar 2017 - 17:25 Uhr

Von Audi in die Formel 1 und wieder zurück: Der neue Sportchef der Ingolstädter im Porträt - Dieter Gass tritt als Ullrich-Nachfolger "in große Fußstapfen"

Dieter Gass
Dieter Gass ist seit Januar 2017 neuer Motorsportchef bei Audi
© Audi

(Motorsport-Total.com) - Das langjährige Le-Mans-Programm gestoppt, die Formel E als neues Betätigungsfeld und die DTM als Konstante. Bei Audi ist auch im Bereich Motorsport vor dem Hintergrund des Dieselskandals und dessen zusätzlicher finanzieller Belastungen einiges in Bewegung. In diesen Zeiten übernimmt Dieter Gass das Amt als Motorsportchef der Ingolstädter von Wolfgang Ullrich. Ein Aufstieg unter schwierigen Voraussetzungen, aber auch ein Schritt, der Chancen mit sich bringt.

"In den Fußstapfen ist viel Platz", sagt Gass, der auf viele gemeinsame Jahr mit Wolfgang Ullrich bei Audi zurückblicken kann. Der gebürtige Hesse war bereits von 1994 bis 2001 in der Sportabteilung der Ingolstädter tätig. Zum 1. Januar 2012 holte man den heute 53-jährigen Ingenieur an die Donau zurück. Ullrich und seine Mitstreiter hatten Gass damals schon als den Wunschkandidaten auf die Nachfolge als Motorsportchef ausgemacht - wenngleich es immer wieder auch Gegenkandidaten gab.

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"Klar war es damals nicht, aber Gedanken in diese Richtung gab es schon", erklärt Gass im Interview mit Motorsport-Total.com. Die Verantwortlichen in Ingolstadt wechselten immer wieder, entsprechend variierten auch die Zukunftsaussichten des heutigen Audi-Sportchefs. "In der Zeit seit Anfang 2012 haben wir bei Audi nunmehr den dritten Technikvorstand. Und da hat potenziell jeder seine eigenen Vorstellungen, wie Audi Sport aufgestellt sein sollte." Gass brauchte Geduld und Durchhaltevermögen.

STW, LMP1 und Formel 1: Umfassende Erfahrungen

Nach dem Studium an der Technischen Hochschule Darmstadt (Diplomarbeit über Rollwinkelsensor am Motorrad-ABS) war der leidenschaftliche Motorsportfan Gass im November 1994 erstmals zu Audi Sport gestoßen. Zunächst arbeitete der zweifache Familienvater im STW-Programm, ab 1999 betreute er im LMP-Bereich als Renningenieur einen Audi R8 bei den 24 Stunden von Le Mans. Im März 2001 folgte Gass dem Ruf der großen Formel 1.

Der Deutsche heuerte bei TMG in Köln an, um das Grand-Prix-Programm ab 2002 auf die Beine zu stellen. Im Formel-1-Team von Toyota war Gass zunächst Testingenieur, später Fahrzeugingenieur bei den Renneinsätzen des späteren Audi-Werksfahrers und dreimaligen Le-Mans-Siegers Allan McNish. Der Aufstieg im riesigen Rennstall der Japaner ging immer weiter. 2005 übernahm Gass die Rolle des Chefingenieurs. Der Kontakt zu Audi riss unterdessen nie wirklich ab.

Nach dem Rückzug des japanischen Herstellers aus der Formel 1 wechselte Gass als stellvertretender Technischer Direktor zum Lotus-Formel-1-Team, für das er ab 2010 auch die Funktion des Sportlichen Leiters bei den Grand-Prix-Rennen übernahm und das Team gegenüber dem Automobil-Weltverband FIA repräsentierte. Mit der Mannschaft des malaysischen Geschäftsmanns Tony Fernandes war jedoch nichts zu gewinnen. Bevor das Team in Caterham umfirmierte, wechselte Gass zurück zu Audi .

Neuorganisation als große Herausforderung

Auf dem neu geschaffenen Posten als "Leiter Renneinsatz" verantwortete der gebürtige Giessener ein Jahr lang die Geschicke von Audi auf der Langstrecke. In der Saison 2012, dem ersten Jahr der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC), feierte man den Dreifacherfolg in Le Mans, den Titel der Konstrukteure sowie den WM-Triumph von Marcel Fässler, Andre Lotterer und Benoit Treluyer. Zum Folgejahr übernahm Chris Reinke den WEC-Posten, Dieter Gass wurde Leiter DTM bei Audi.

In der DTM-Saison 2013 durfte über den Titelgewinn von Mike Rockenfeller gejubelt werden. In den Folgejahren hatte Audi oftmals das schnellste Auto, aber der Fahrertitel ging stets an Piloten der Konkurrenz. Die Stärken des RS5 DTM in einen Triumph auf ganzer Linie umzusetzen, so muss das Ziel von Dieter Gass in der neuen Rolle lauten. Gleichzeitig warten im Kundensport (unter anderem mit dem neuen TCR-RS3), in der Formel E und im neuen Semi-Werksengagement mit EKS in der Rallycross-WM große Herausforderungen auf den neuen Audi-Motorsportchef.

"Wir fangen jetzt unter besonderen Umständen an, weil es praktisch zusammenkommt mit dem WEC-Ausstieg. Es steht somit in Zusammenhang mit einer kompletten Neuorganisation. Das ist eine sehr, sehr besondere Situation", beschreibt Gass. "Der Übergang hat gut geklappt. Dr. Ullrich hat in diesem Jahr noch einen Vertrag mit Audi. Er hat sich aber - wie schon damals, als ich die DTM-Leitung übernommen hatte - direkt zurückgezogen. Er lässt mich machen und überstützt mich, wenn ich ihn darum bitte. Das ist eine tolle Situation für mich."

Motorsport in Bewegung: Abwägen der zukünftigen Ausrichtung

"Ich bin jemand, der immer Chancen und Risiken in neuen Situationen sieht. Der WEC-Ausstieg tut uns bei Audi Sport wirklich weh. Gleichzeitig ist es aber auch eine Chance, etwas Neues aufzustellen. Und darauf konzentriere ich mich", so der Ullrich-Nachfolger. Die Ambitionen sind glasklar: "Audi steht dafür, dass man in allen Serien, in denen man unterwegs war, auch gewonnen hat. Diesen Anspruch werden wir weiterhin haben."

Siege sollen demnach in der DTM, der Formel E, im Kundensport und in der WRX eingefahren werden. Und was folgt in Zukunft? "Wir setzen uns mit dem Thema intensiv auseinander, aber die klare Strategie ist noch auszuarbeiten", sagt der Audi-Sportchef. "Wenn man sich den Motorsport insgesamt derzeit mal anschaut, dann ist in allen Bereich viel in Bewegung. Das betrifft auch die Formel E, die noch nicht stabil ist. Auch die Formel 1 ist momentan nicht stabil."

"Das heißt für mich aktuell: Lage anschauen, analysieren und dann die richtigen Entscheidungen treffen. Das ist besser, als spontan irgendwo auf einen Zug aufzuspringen und letztlich womöglich vor einem Scherbenhaufen zu stehen", erklärt Gass. Vorgänger Ullrich war über 20 Jahre an der Spitze von Audi Sport. Sein Nachfolger darf also auch mal weiter in die Zukunft blicken. "Das mache ich auch. Aber ich kann versprechen, dass ich es nicht so lange machen werde wie Dr. Ullrich", lacht der 53-Jährige.

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