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Spenger vs. Paffett - Das Titelduell Punkt-für-Punkt

24. Dezember 2012 - 10:06 Uhr

Der Titelkampf der DTM nahm im Jahresverlauf stetig an Dramatik zu: Anfangs dominant, muss sich Gary Paffett letztendlich Bruno Spengler geschlagen geben

Gary Paffett, Bruno Spengler
Gary Paffett und Bruno Spengler machten dieses Jahr den Titel unter sich aus
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Was für eine Geschichte: Nach sieben Jahren in der DTM und zwei zweiten sowie zwei dritten Plätzen in der Gesamtwertung platzte der Knoten bei Bruno Spengler endlich. Beim Saisonfinale 2012 überfährt der Kanadier auf dem Hockenheimring als Sieger die Ziellinie, nachdem er zuvor viele Runden lang von Gary Paffett unter Druck gesetzt worden war - ausgerechnet sein Widersacher im Kampf um den Gesamtsieg.

Doch es war nicht nur ein Traum, der für den 29-Jährigen ehemaligen Mercedes-Piloten wahr wurde: Sein Arbeitgeber BMW hatte zu Saisonbeginn nach 20 Jahren seine Rückkehr in die DTM gegeben und hätte es kaum für möglich gehalten, in derartiger Form in die Serie zurückzukommen - man gewann letztendlich alle Wertungen. "Das Team hat sich über die Saison toll entwickelt", meint BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt nach dem Titelgewinn stolz. "Den Erfahrungsrückstand haben wir ganz, ganz schnell aufgeholt. Vielleicht etwas schneller, als der ein oder andere gedacht hätte."

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In der Tat: Denn bereits beim zweiten Saisonlauf auf dem Lausitzring gelang den Münchnern der erste Sieg nach dem Comeback. Nach zwischenzeitlichen Siegen der Konkurrenz von Mercedes und Audi kehrte Lausitzring-Sieger Spengler im weiteren Saisonverlauf Mitte August auf dem Nürburgring wieder auf die Siegerstraße zurück, es folgte ein weiterer Triumph in Oschersleben.

Am Ende sollte es dennoch denkbar knapp werden: Beim vorletzten Rennen in Valencia musste Spengler eine Durchfahrtsstrafe antreten, holte mit Platz acht bei gleichzeitigem Ausfall Gary Paffetts aber dennoch wichtige Punkte, die letztendlich den Titel entscheiden sollten.

Direkt zu Saisonbeginn zeichnete sich ab, wer in dieser Saison in der DTM den Ton angeben würde: Paffett, der Meister von 2005, entschied das Auftaktrennen für sich, nach einem zweiten Platz auf dem Lausitzring hinter Widersacher Spengler holte er dann einen umjubelten Sieg beim Heimrennen in Brands Hatch. Im weiteren Saisonverlauf gelang es dem 31-jährigen Briten dann allerdings nicht, einen weiteren Triumph einzufahren, während Spengler noch drei Mal erfolgreich war.

Saisonauftakt auf dem Hockenheimring (Spengler: 0, Paffett: 25)

Das traditionelle Auftaktrennen auf dem Hockenheimring stellte in diesem Jahr ein besonderes Novum dar: Denn erstmals seit 2009 wurde in der DTM wieder mit neuen Autos gefahren. Außerdem kam wie erwähnt mit BMW ein dritter Hersteller in die Serie, nachdem sich Opel Ende 2005 zurückgezogen hatte. Fortan wurde auch nicht mehr mit fünftürigen Boliden gefahren, sondern mit Coupés (Mercedes C-Klasse, BMW M5, Audi A5), die ein deutlich sportlicheres Image versprühen sollten.

Der Auftakt in Hockenheim vor vollen Tribünen sorgte für eine Sternstunde von Mercedes: Obwohl sich Audi-Pilot Mattias Ekström die Pole-Position gesichert hatte, waren es letztendlich die Mercedes-Markenkollegen Gary Paffett und Jamie Green, die den Sieg unter sich ausmachen sollten. Green setzte sich wenige Runden nach dem Start an die Spitze, musste sich letztendlich aber Paffett geschlagen geben, der die besser Strategie wählte und sich beim Pflichtboxenstopp an seinem Landsmann vorbeischob. Am Ende fuhr der McLaren-Testfahrer einen ungefährdeten Sieg ein.

Eine große Enttäuschung erlebte indes BMW-Debütant Spengler: Von Rang neun gestartet wurde er in der Haarnadel nach der Parabolika von Mercedes-Pilot Ralf Schumacher auf die Hörner genommen und musste wenig später an der Box seinen M5 abstellen. Über Funk fand er deutliche Worte dafür, was er von Schumachers Aktion hielt. Wenig später im Interview war der erste Frust jedoch schon wieder verdaut und der Kanadier blickte bereits voller Optimismus auf das kommende Rennen auf dem Lausitzring.

2. Lauf auf dem Lausitzring (Spengler: 25, Paffett: 43)

Start-Ziel-Sieg für Spengler: In der brandenburgischen Lausitz holt der frischverpflichtete Pilot den ersten Sieg für die Bayrischen Motorenwerke seit Roberto Ravaglia im Jahre 1992. "Ich kann es kaum glauben. Gestern die erste BMW-Pole, jetzt Sieg Nummer 50 in der DTM", jubelt der Kanadier im 'Ersten' damals über sein ganz persönliches Jubiläum.

Bruno Spengler
Küsschen für's Auto: Spengler holt auf dem Lausitzring Saisonsieg Nummer eins
© BMW

Hockenheim-Sieger Paffett war seinem Kontrahenten an diesem kühlen Mai-Tag - das Thermometer zeigte lediglich neun Grad an - einfach nicht gewachsen: Der Brite verlor das Rennen letztendlich an der Box, fertigte die BMW-Mannschaft Spengler doch zwei Mal in einem Rekordtempo ab, wodurch sich Paffett im Ziel knapp geschlagen geben musste.

"Vor dem Stopp sind wir ein bisschen zurückgefallen", so Paffet damals nach dem Rennen im 'Ersten'. "Der Rückstand war dann zu groß. Ich habe gepusht, es war knapp, aber am Ende hat es nicht gereicht. Die bisherigen Ergebnisse sind dennoch perfekt."

3. Lauf in Brands Hatch (Spengler: 43, Paffett: 68)

Souveräner Sieg beim Heimrennen: Gary Paffett lässt auf dem nur knapp zwei Kilometer langen Kurs von Brands Hatch nichts anbrennen und fährt einen Start-Ziel-Sieg ein. Und das, obwohl es alles andere als optimal gelaufen war: Paffetts Start war nicht perfekt, zudem verpatzte seine Mercedes-Mannschaft den zweiten Pflichtboxenstopp: "Ich habe das Rennen kontrolliert, auch wenn es nicht so leicht war, wie es aussah", sagt Paffett damals nach seinem zweiten Saisonsieg. "Bruno hat mich zwar immer wieder unter Druck gesetzt, aber es lief einfach großartig."

Besagter Spengler versuchte beim Start aus dem starken Wheelspin seines Kontrahenten Profit zu schlagen, kam aber letztendlich nicht an der C-Klasse vorbei und musste sich angesichts der kaum vorhandenen Überholmöglichkeiten auf dem kürzesten Kurs der DTM (knapp zwei Kilometer) der Konkurrenz beugen: "Ich habe das ganze Rennen lang versucht, Gary zu folgen, was hier aber gar nicht so einfach ist. Gary war richtig gut und hat keinen Fehler gemacht", lauten die lobende Worte Spenglers.

4. Lauf in Spielberg (Spengler: 43, Paffett: 83)

Frust bei Paffett: Seine zweite Startposition konnte der Mercedes-Pilot in der Alpenrepublik Österreich im Rennen nicht ummünzen. Stattdessen musste er sich auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg Edoardo Mortara geschlagen geben, der sich mit einem harten Manöver gegen Paffet durchsetzen konnte und am Ende gewann. Aufgrund einer guten Strategie kam auch BMW-Pilot Martin Tomczyk an Paffet vorbei und verwies ihn auf Platz drei.

Bruno Spengler
Für Spengler gab es auf dem Red-Bull-Ring in Österreich nichts zu holen
© BMW

Eine Nullnummer hatte hingegen Spengler in Österreich zu verbuchen: Von Platz sechs gestartet wurde er Opfer zahlreicher Kollisionen und Rempeleien und musste letztendlich seinen schwer beschädigten BMW M5 in der Box abstellen.

"In der zweite Kurve gab es dann ein Stockcar-Manöver von Jaime Green. Er ist mir in die Karre gefahren, daraufhin habe ich mir die Motorhaube beschädigt", beschreibt Spengler damals. "Schade, denn das Auto sollte sehr gut sein, wenn Martin Tomczyk damit auf Rang zwei fährt."

5. Lauf auf dem Norisring (Spengler: 58, Paffett: 95)

Paffett betreibt auf dem Norisring in Nürnberg Schadensbegrenzung: Obwohl der Brite im Startgetümmel ausgerechnet von Markenkollege Jamie Green umgedreht wurde, gelang es ihm dank einer exzellenten Boxenstoppstrategie - er schonte seine Regenreifen und kam so spät wie möglich zu einem schnellen Boxenstopp - bei feuchten Streckenverhältnissen noch als Vierter ins Ziel zu kommen.

Spengler sah im Formationsflug mit Markenkollege Martin Tomczyk vor Paffett als Dritter die Zielflagge, nachdem er längere Zeit in Führung gelegen hatte. Allerdings erlebte BMW an diesem Nachmittag eine unfassbare Blamage: Denn Mercedes-Fahrer Green war in der Schlussphase rund eine Sekunde pro Runde schneller als die BMW-Konkurrenz: Kurz vor Schluss überholte "Mr. Norisring" sowohl Tomczyk als auch Spengler, der vor der DTM-Sommerpause in der Wertung dennoch drei Punkte auf den Gesamtführenden Paffett gutmachen konnte.

6. Lauf auf dem Nürburgring (Spengler: 83, Paffett: 103)

Glutofen Eifel: Mitte August macht die DTM nach sechs Wochen Pause Halt auf dem Nürburgring und sorgt bei 33 Grad Luft- und 50 Grad Streckentemperatur für einen heißen Fight um die Meisterschaft. Mann des Wochenendes ist zum zweiten Mal in diesem Jahr Bruno Spengler. Zum zweiten Mal fährt der BMW-Fahrer auch einen Start-Ziel-Sieg ein. Zu kämpfen hatte Spengler das ganze Rennen über mit Spielberg-Sieger Edoardo Mortara: der Audi-Pilot machte ihm über weite Strecken das Leben schwer.

Bruno Spengler
Auf dem Nürburgring triumphiert Spengler zum zweiten Mal
© xpbimages.com

"Das war ein Traumtag, der mich an meinen ersten Sieg am Nürburgring erinnert hat. Ich hatte ein sensationelles Auto, aber es war schwer, schließlich war Edoardo Mortara sehr schnell", so der Sieger. "Am Anfang hat keiner gedacht, dass wir so schnell das Tempo der anderen mitgehen können. BMW ist eine super Marke. Jetzt kommen Strecken, die wir nicht kennen, aber nur 20 Punkte Rückstand auf Gary Paffett, das ist nicht schlecht."

Dass der Rückstand auf Paffett auf 20 Punkte zusammenschmolz, war vor allem der Tatsache geschuldet, dass der Mercedes-Fahrer von Rang elf gestartet letztendlich Sechster wurde. Trotz der deutlichen Positionsverbesserung war er anschließend unzufrieden, wären doch mindestens zwei Plätze mehr drin gewesen.

"Wir waren schnell, wir hätten auch Vierter werden können. Ich hatte einen super Start und habe mit Jamie Green gekämpft. Dann hat der Boxenstopp nicht geklappt. Es ist schon eine kleine Enttäuschung", sagt Paffett damals nach der Zieldurchfahrt.

7. Lauf in Zandvoort (Spengler: 91, Paffett: 109)

Beim siebten Saisonlauf in den Dünen von Zandvoort fanden die DTM-Fahrer eine völlig andere Situation vor als noch am Nürburgring. Die Temperaturen waren deutlich niedriger, der Himmel bewölkt, es nieselte zeitweise. BMW und Mercedes hatten an diesem Rennwochenende nichts zu melden, Audi gab den Ton an: Im Rennen belegte Audi die ersten fünf Plätze, Titelfavorit Paffett startete von acht, Kontrahent Spengler gar nur von Platz 18.

Im Rennen lief es dann für Spengler deutlich besser, der sich bis auf Platz sechs nach vorne arbeiten konnte und in dieser Position auch ins Ziel kam. Damit lag er eine Position vor Paffett, der im Rennen allerdings mit Martin Tomczyk (BMW) aneinander geriet. Dieser wollte ihn in der ersten Kurve überholen, drehte ihn dabei jedoch um, wodurch wertvolle Zeit verstrich.

"Ich werde so oft abgeschossen. Ich male mir jetzt eine Zielscheibe aufs Auto", erklärt der Brite, der sich bei seinem Dreher übrigens nicht unbedingt korrekt verhielt: Obwohl weitere Fahrzeuge durch die erste Kurve rauschten, wollte Paffett seinen Mercedes wieder zurück auf Kurs bringen. Was einige Autos in Kiesbett und Wiese zwang, um Paffett auszuweichen und eine heftige Kollision zu verhindern. Sieger des Rennens wurde übrigens Edoardo Mortara. Jamie Green schob sich durch seinen vierten Rang in der Gesamtwertung mit 93 Punkten auf Rang zwei und wahrte damit seine Titelchancen.

8. Lauf in Oschersleben (Spengler: 116, Paffett: 127)

Bruno Spengler
Freude auch in Oschersleben: Dritter Saisonsieg für Bruno Spengler!
© xpbimages.com

In der Magdeburger Börde heißt der Sieger zum dritten Mal in dieser Saison Bruno Spengler und zum dritten Mal fährt der Kanadier mit seinem BMW M5 einen sicheren Start-Ziel-Sieg ein. Der Meisterschaftskampf bekommt dabei immer mehr einen "Showdown"-Charakter, denn sowohl im Qualifying als auch im Rennen liegt der Gesamtführende Gary Paffett direkt hinter dem Gesamtzweiten Spengler.

"Ein geiler Sieg!", jubelt damals Spengler nach dem Rennen erleichtert, aber auch sichtlich abgekämpft in die Mikrofone der versammelten Medienvertreter. "Die Strecke ist aggressiv zum Auto. Die letzten zehn Runden hofft man nur noch, dass alles hält."

Paffett verzweifelte damals regelrecht an seinem Titelkontrahenten: Im Qualifying fehlten dem Briten lediglich 0,086 Sekunden auf die Pole, im Rennen kam er denkbar knapp (+0,629) hinter Spengler über die Ziellinie. Paffetts Markenkollege Jamie Green wahrte mit Platz drei seine Titelchancen.

9. Lauf in Valencia (Spengler: 124, Paffett: 127)

Für Mercedes gab es beim Gastspiel der DTM in Spanien nichts zu holen: Schon in den Trainings, spätestens aber im Qualifying wurde klar, dass die Stuttgarter das Wochenende abhaken könnten. Im Qualifying lag der beste Mercedes auf Rang 14 (!), Meisterschaftsfavorit Gary Paffett musste sich mit Startplatz 16 begnügen. Die Mercedes' kamen mit dem neuverlegten Asphalt auf dem Circuit Ricardo Tormo überhaupt nicht zurecht und mussten Schadensbegrenzung betreiben.

Die ging, was Paffett betrifft, allerdings gründlich in die Hose: In der Anfangsphase kollidierte er mit dem BMW M5 von Joey Hand und beschädigte sich dabei seine C-Klasse dermaßen, dass er einige Runden später aufgeben musste. Dennoch bleibt er damals optimistisch, was den Titel angeht: "Wir sind immer noch vorne in der Meisterschaft - da haben wir richtig Glück gemacht. Wir werden in Hockenheim super schnell sein und um den Sieg kämpfen", so Paffett.

Derweil gewann erneut ein BMW, auch wenn es dieses Mal nicht Bruno Spengler war, sondern Debütant Augusto Farfus, der einen lupenreinen Start-Ziel-Sieg erzielte. Spengler belegte von Platz zwölf kommend immerhin den sechsten Platz, der ihm acht sehr wichtige Punkte für die Meisterschaft bescherte, in der es vor dem Saisonfinale in Hockenheim nun extrem eng zuging.

"Ich habe keinen Frühstart gemacht, ich weiß es, ich weiß es."
Bruno Spengler

Ein besseres Ergebnis war Spengler verwehrt geblieben, bekam er doch für einen Frühstart eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt. "Ich habe keinen Frühstart gemacht, ich weiß es, ich weiß es", hatte Spengler damals über Funk seinem Team versichert. Aus dem Titelkampf verabschieden konnte sich indes Jamie Green, er wurde in Valencia nur Zehnter.

Saisonfinale auf dem Hockenheimring (Spengler: 149, Paffett: 145)

Die DTM kann sich für ein spannendes Saisonfinale keinen besseren Ort wünschen als den Hockenheimring: Ende Oktober strömten die Zuschauermassen in Scharen ins bis auf den letzten Platz gefüllte Motodrom um die Entscheidung im DTM-Titelkampf mitzuerleben. Spengler liegt nur drei Punkte hinter Paffett, im Qualifying behält Letzterer die Oberhand und startet vor seinem Kontrahenten vom zweiten Platz. Pole-Setter war BMW-Pilot Augusto Farfus.

Bruno Spengler
Die Party kann losgehen: Bruno Spengler ist endlich DTM-Champion!
© xpbimages.com

Paffett verlor zu Rennbeginn zuerst an Boden, konnte sich anschließend jedoch mit schnellen Rundenzeiten an die Spitze zurückarbeiten, wo Farfus bereits Spengler hatte passieren lassen. Dieser setzte sich mit schnellen Rundenzeiten immer mehr vom Feld ab. Doch Paffett gab nicht auf, machte Zeit auf Farfus gut um den Brasilianer letztendlich beim Boxenstopp zu überholen.

Anschließend gab es ein Duell, das an Spannung kaum zu toppen war: Paffett ließ es ordentlich fliegen, fuhr vor allem im Motodrom eine Sektorenbestzeit nach der anderen. Dieser brutale Speed sollte jedoch Konsequenzen haben: Paffetts Reifen bauten immer stärker ab, sodass er sich letztendendes zwangsläufig mit Platz zwei begnügen musste: Sowohl im Rennen als auch in der Meisterschaft, denn die ging an Bruno Spengler, der den vielumjubelten Sieg einfuhr.

"Es war ein megageiler Tag. Es war verrückt, ich war am Anfang nervös und habe immer nach vorne geschaut, mich konzentriert."
Bruno Spengler

"Es war ein megageiler Tag. Es war verrückt, ich war am Anfang nervös und habe immer nach vorne geschaut, mich konzentriert", freut sich Spengler nach der Zieldurchfahrt. Paffett hingegen war bedient: "Wir müssen das Comeback schaffen", blickt der Brite bereits auf 2013 nach vorne. Eine Revanche ist für Mercedes auch dringend nötig, denn man verlor nicht nur in der Fahrerwertung, sondern musste ausgerechnet Neuling BMW auch in der Hersteller- und Teamwertung den Vortritt lassen. Bei den Herstellern fiel man sogar noch hinter Audi auf den letzten Platz zurück.

"Ich denke, dass wir heute auf Augenhöhe, wenn nicht sogar schneller waren. Wir haben die Punkte woanders verloren", sagt der damalige Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug nach dem Rennen enttäuscht.

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