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DTM 2012: Willkommen in einer neuen Ära

01. Januar 2012 - 10:05 Uhr

Was die DTM-Fans in der Saison 2012 erwartet: Dritter Hersteller, verändertes Regelwerk, frische Autos, andere Strategien und einige neue Gesichter

DTM-Saison 2012 verspricht viel Action: Die neue Generation steht bereit
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die DTM startet in diesem Jahr wieder richtig durch. Mit einem neuen Reglement hat man die Basis für einen Aufschwung geschaffen. BMW wird ab 2012 wieder auf der großen Bühne auftreten, weitere Hersteller stehen an geblich schon vor der Tür. Die neue Saison wird viele Neuheiten bieten. Die wichtigste: Audi, BMW und Mercedes kommen mit brandneuen Autos, die Zeit der "Jahreswagen" ist endlich vorbei. Alle Teams ziehen mit gleichen Waffen in den Kampf.

"Die Autos wirken sportlicher und dynamischer. Sie sind etwas niedriger und breiter. Dazu noch die größere Reifendimension - das ist fantastisch. Es sind sehr, sehr schöne Autos. Durch die optische Veränderung wirken sie dynamischer", drückt ITR-Chef Hans Werner Aufrecht seine große Vorfreude aus. Mit 1,95 Meter Breite, gut fünf Metern Länge und einer Höhe von rund 1,20 Meter sind die neuen DTM-Autos eher "Flundern", die sich tief in den Fahrtwind ducken.

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Eine neue Platte am Unterboden reduziert den Abtrieb im Vergleich zu den Fahrzeugen der bisherigen Bauart. Die Luft darf ab sofort nicht mehr komplett durch das Fahrzeug hindurch bis zum Heck geleitet werden. Dies wird ebenso wie das Verbot von zahlreichen Flaps ("Tannenbäumen") an den Radkästen für eine etwas weniger filigrane Außenhülle sorgen. Die neuen Dimensionen der Hankook-Reifen (Vorderreifen: 300/680 R 18, Hinterreifen: 320/710 R 18) sollen deutlich mehr mechanischen Grip bieten.

Stabilere Autos für bessere Duelle

"Wir versuchen, dass die neuen Autos stabiler sind, damit beim Kontakt keine großen Teile abfliegen", sagt Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich. Genau dies war der Wunsch vieler Fans. Man möchte mehr harte Duelle auf den Strecken erleben, ohne dass ein Kontakt gleich zum erheblichen Performance-Verlust führt. "Ich glaube, dass die DTM noch attraktiver wird und eine noch größere Zukunft vor sich hat", sagt Ralf Schumacher, der einige Tests im neuen Mercedes C-Klasse Coupé absolvieren durfte.

Wer härtere Duelle ausfechten möchte, der muss auch noch besser geschützt sein. In diesem Bereich gehen die DTM-Verantwortlichen keine Kompromisse ein. Ein neues Karbon-Monocoque gepaart mit einem Stahlrohr-Rahmen und Crashboxen soll die Piloten noch besser schützen. Geschaltet wird ab 2012 nicht mehr sequentiell per Schalthebel, sondern mit Wippen am Lenkrad. Das neue System von DTM-Zulieferer Hewland hat sich in den ersten Tests bewährt.

"Die Rundenzeiten aller Testteilnehmer haben das übertroffen, was wir eigentlich erwartet hatten. Es ist schon jetzt ein sehr hohes Niveau. Wir sind über die Distanz sehr konstante Zeiten gefahren", berichtet Mercedes-Speerspitze Gary Paffett von seinen Eindrücken. "Die Rundenzeiten, die wir beim Test am Lausitzring gefahren sind, waren nicht ganz so schnell wie jene mit dem bisherigen Auto, aber 2012 werden wir sicherlich ein ähnliches Tempo fahren können."

Weniger Aerodynamik, mehr mechanischer Grip

"Das Auto hat mit den neuen Reifen zwar mehr mechanischen Grip, aber gleichzeitig hat man den aerodynamischen Abtrieb reduziert. Insgesamt gleicht sich das wieder aus. In langsamen Kurven hat man jetzt mehr Grip, in schnellen Ecken dafür umso weniger", erklärt der Ex-DTM-Champion aus Großbritannien. "Es fühlt sich aber insgesamt noch wie ein DTM-Auto an." Einige seiner Kollegen berichten indes, dass sich die neue Generation noch mehr wie ein Formelfahrzeug anfühle.

"Insgesamt ist das DTM-Auto viel mehr Rennauto als ein GT-Fahrzeug", sagt BMW Werkspilot Dirk Werner. "Das ist für einen Rennfahrer eine viel größere Herausforderung. Der Wagen ist noch viel konsequenter in Richtung Performance gebaut. Das liegt auch am Reglement, weil das GT-Reglement einen Produktionswagen als Basis voraussetzt. Da wird das Rennauto auf einem Serienchassis aufgebaut. Ein DTM-Auto hat damit gar nichts zu tun. Es ist allein auf den Renneinsatz hin entwickelt."

Auf Basis des neuen Regelwerks, in dem rund 50 Einheitsbauteile fixiert sind, ist es den drei Herstellern offenbar gelungen, drei ähnliche starke Produkte auf die Räder zu stellen. "Es gab bisher immer eine Zeitnahme und es sah für mich so aus, als wären alle auf Augenhöhe", erklärt Werner im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Aber man darf das nicht zu ernst nehmen. Jeder Hersteller hat sein eigenes Testprogramm."

Alle drei Hersteller offenbar auf Augenhöhe

"Ich würde aber nicht sagen, dass aktuell jemand weit voraus oder weit zurück ist. Es sind alle auf einem guten Level", sagt der bisherige ALMS-Pilot aus den Reihen der Münchener. "Audi und Mercedes haben es leichter, weil das neue Auto immer noch recht nahe am alten DTM-Auto ist. BMW legt viel Herzblut, Arbeitskraft und Motivation in das Projekt. Das merkt man. Deshalb ist man auf einem guten Weg." Bei den Testfahrten im Jahr 2011 ging es hauptsächlich um Standfestigkeit und Evaluierung von Einheitsteilen.

Schon in wenigen Tagen gehen Audi, BMW und Mercedes wieder auf die Teststrecken. Bis Anfang März werden die drei Hersteller unzählige Runden drehen, dabei vor allem die Performance ihrer Fahrzeuge immer weiter verbessern. Anfang März werden die Autos homologiert, anschließend sind viele Bereiche von weiteren Entwicklungen ausgenommen - vor allem die Aerodynamik. Einige Verbesserungen können aber auch im Saisonverlauf noch angebracht werden.

Besonders die Mechanik der neuen DTM-Fahrzeuge dürfte zum entscheidenden Kriterium auf der Jagd nach Siegen werden. Das Fahrwerk soll für ein optimales Zusammenspiel von Reifen und Chassis sorgen. Dies wird der Schlüssel sein: Wer die volle Leistung der Hankook-Pneus optimal abrufen und möglichst gut konservieren kann, der ist eindeutig im Vorteil. Die Aufgabe ist schwierig, denn aufgrund des neuen Nachtankverbots schleppen die Autos zum Start bis zu 120 Liter Benzin mit.

Fahrer spielen 2012 eine wichtige Rolle

Das Fahrzeuggewicht war in der bisherigen Entwicklung der neuen Fahrzeuge ein kniffliger Punkt. Die Verantwortlichen der Serie wollten die DTM-Autos weiterhin im Bereich von 1.050 Kilogramm sehen, doch davon ist man noch ein Stück entfernt. Vermutlich werden die neuen Autos ein Minimalgewicht zwischen 1.075 und 1.100 Kilogramm haben - plus Fahrer und Tanklast. Ohne Tanken werden die schnellen Reifenwechsel im Rennen noch entscheidender sein: drei Sekunden müssen reichen.

"Es wird in der neuen Saison einen extrem harten Kampf geben", verspricht Audi-Star Mattias Ekström. "Wir dürfen nicht erwarten, dass gleich wieder alle so eng beisammen liegen werden", hält Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug dagegen. Der Schwabe fügt an: "Es gibt nur wenige Teile, die den Unterschied ausmachen können - das sind dann natürlich die wichtigen Elemente. Auch der Fahrer spielt eine gewichtige Rolle."

Bezüglich der Fahrerkader darf man gespannt sein. BMW ging bislang bei der Auswahl der Piloten keine Kompromisse ein. Man holte sich mit Champion Martin Tomczyk und Bruno Spengler echte Vollgashelden aus Reihen der Konkurrenz, hinzu kommen Joey Hand, Augusto Farfus, Andy Priaulx und wohl ein schneller Rookie aus dem Formelsport. Audi setzt auf die bewährten schnellen Kräfte wie Ekström, Timo Scheider oder Edoardo Mortara. Einzig bei Mercedes bleiben noch Fragezeichen.

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