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Großkampf bei Motorrädern, Zeitstrafe gegen Walkner

Mindestens sieben Fahrer können noch die Motorradwertung bei der Rallye Dakar 2018 gewinnen - Kleiner Rückschlag für Matthias Walkner am Ruhetag

(Motorsport-Total.com) - In der Motorrad-Kategorie spielt sich bei der Rallye Dakar 2018 Unglaubliches ab: Sieben Fahrer von drei Herstellern innerhalb von elf Minuten hat es an einem Ruhetag noch nie gegeben. Und das, obwohl die Motorradfahrer gerade die härteste erste Woche in der Geschichte der Südamerika-Dakar hinter sich haben. Kevin Benavides, Adrien van Beveren, Matthias Walkner, Xavier de Soultrait, Joan Barreda, Toby Price und Antoine Meo liegen innerhalb von 10:42 Minuten.

Antoine Meo

Die Motorrad-Wertung ist offen wie noch nie bei der Rallye Dakar

Matthias Walkner (KTM) erhielt am Ruhetag in La Paz eine schlechte Nachricht: Aufgrund einer Geschwindigkeitsübertretung in geschlossener Ortschaft hat der Österreicher eine Zeitstrafe von einer Minute erhalten. Damit bleibt er in der Gesamtwertung Dritter, hat nun aber einen Rückstand von 3:50 Minuten auf Spitzenreiter Kevin Benavides (Honda). Ärgerlich, aber verschmerzbar.

Und so bleibt der 31-Jährige zuversichtlich. "Meine Siegchancen sind die gleichen wie die von allen, die um den Sieg kämpfen", sagt er im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Sieben bis zehn Fahrer können aufs Podium fahren. Für mich ist definitiv noch alles drin; ich bin keine vier Minuten hinten und muss einfach dranbleiben. Es kommt aber sicher ein Schlüsseltag, an dem man sich entweder riesig ärgert oder richtig freut."

KTM muss für Titelverteidigung hart kämpfen

Walkner ist einer von drei KTM-Fahrern, die noch realistische Chancen auf den Sieg haben. Toby Price und Antoine Meo liegen in Lauerstellung auf den Positionen sechs und sieben. Auch Pablo Quintanilla ist mit 16:42 Minuten Rückstand noch in erweiterter Schlagdistanz. "Die Motorräder sind perfekt in Schuss, die Fahrer haben Kraft getankt, gut gegessen und werden von den Physios wieder fit gemacht", gibt sich KTM-Teammanager Alex Doringer zuversichtlich.


Fotos: Rallye Dakar 2018


Besonders stolz ist er insbesondere auf die Leistungen von Price und Meo, die nach langen Verletzungspausen wieder aufs Motorrad gestiegen und noch nicht zu 100 Prozent wieder fit sind: "Aber ehrlich gesagt ist das keine große Überraschung. Wir alle wissen, wie gut die beiden sind. Doch nach so langer Zwangspause ist es schon ein großes Ding. Antoines Sieg auf der fünften Etappe war genau der Motivationsschub, den er gebraucht hat. Toby und Antoine haben einiges durchgemacht, aber sie sind immer positiv, machen Scherze und verbessern die Stimmung im Team. Trotzdem wird die zweite Woche hart für sie."

Wird man also Meo und Price deshalb zu Wasserträgern für Walkner degradieren? KTM-Rennleiter Jordi Viladoms verneint gegenüber 'Motorsport-Total.com' energisch: "Beide fahren so gut, dass es keinen Sinn machen würde, sie für Matthias zu opfern. Würde ihm so etwas zustoßen wie Sam, dann hätten wir alle unsere Eisen im Feuer verloren." Sam Sunderland knackste sich in Peru eine Bandscheibe an und musste die Rallye aufgeben. Er ist mittlerweile auf dem Weg nach Hause.

Premiere durch Benavides

Nach unzähligen Niederlagen gegen KTM wagt Honda den nächsten Anlauf auf den erlösenden Sieg. Mit Kevin Benavides führt der japanische Hersteller am Ruhetag, wenn auch nur mit knapp zwei Minuten Vorsprung. "Ich bin sehr stolz, weil es das erste Mal ist, dass ein Argentinier die Rallye Dakar anführt", freut er sich. "Ich bin auch sehr zufrieden, weil ich vor dem Ruhetag so weit wie möglich nach vorn kommen wollte." Das ist ihm augenscheinlich gelungen.


Matthias Walkner rechnet fest mit den Honda-Piloten: "Ich glaube, dass Benavides in Argentinien extrem stark sein wird. Und Barreda ist immer ein unsicherer Kantonist - der kann einem zehn Minuten geben oder 20 Minuten verlieren." So war es auch in Peru: Zunächst fiel Joan Barreda Bort fast aussichtslos nach zwei Navigationsfehlern zurück, dann gewann er überlegen eine Etappe und brachte sich wieder in Schlagdistanz. Aktuell rangiert er Position fünf mit 9:33 Minuten Rückstand.

Wie Honda die zweite Dakar-Woche angehen wird? "Es gibt keine Strategie", winkt Teammanager Raul Castells ab. Wir versuchen, Kevin an der Spitze und Joan dicht dahinter zu halten. Wir haben eines der besten Motorräder in großer Höhe. Ich glaube, da machen sich andere größere Sorgen als wir."

Yamaha endgültig Siegkandidat

Die große Überraschung ist derweil das Yamaha-Team, das endgültig nach vielen Jahren in der Verfolgerrolle zu den ganz großen Siegkandidaten aufgestiegen ist. Adrien van Beveren ist es kaum anzumerken, dass er erst seine dritte "Dakar" fährt. Mit Platz zwei in der Zwischenabrechnung ist er in einer blendenden Ausgangsposition. "Der Abstand nach vorn (1:57 Minuten; Anm. d. Red.) ist wirklich klein und in einer kompletten Woche kann noch vieles passieren", sagt er am Ruhetag.

Die Konkurrenz versucht, sich so wenig überrascht wie möglich zu geben. "Sie haben schon in den Weltmeisterschaftsläufen eine gute Figur gemacht. Ich denke, niemand ist wirklich überrascht", findet Castells. Dass Yamaha aus dem jahrelangen Zweikampf zwischen Honda und KTM einen Dreikampf machen konnte, ist allerdings für alle ein Gewinn. Nachdem zehn Jahre lang die Siege nur zwischen zwei Fahrern (Marc Coma und Cyril Despres) aufgeteilt wurden, befindet sich die Motorrad-Kategorie in einer womöglich goldenen Ära mit so vielen Siegkandidaten wie noch nie.

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