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  • 29.11.2018 14:47

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Eine (fast) perfekte Saison

Die FIA Rallycross-WM 2018 ist Geschichte. Ein Fahrer hat der Saison seinen Stempel aufgedrückt, wie niemals jemand zuvor. Der Rückblick!

(Motorsport-Total.com) - Für das Team PSRX Volkswagen Schweden hätte es in der Rallycross-Weltmeisterschaft (WRX) im Jahr 2018 kaum besser laufen können. Die Mannschaft von Teamchef und Fahrer Petter Solberg wiederholte den Vorjahreserfolg und gewann erneut den Titel in der Teamwertung. Solbergs Teamkollege Johan Kristoffersson war im Volkswagen Polo R Supercar erneut das Maß der Dinge und gewann zum zweiten Mal nach 2017 die Fahrerwertung - mit der fast perfekten Ausbeute von elf Siegen bei zwölf Läufen.

Johan Kristoffersson

Volkswagen triumphierte mit Johan Kristofferson erneut in der WRX Zoom

"Ein perfekter Abschluss einer fantastischen Saison", jubelte Kristoffersson nach seinem Sieg beim finalen Lauf in Kapstadt (Südafrika). "Wir hatten das ganze Jahr eine großartige Atmosphäre im Team, alle haben für mich alles gegeben. Dafür möchte ich ihnen danken. Das bedeutet mir wirklich viel." Am Ende standen für Kristoffersson in der Fahrerwertung 341 Punkte auf dem Konto. Dahinter folgte Audi-Pilot Mattias Ekström mit einem Rückstand von 93 Zählern auf Rang zwei.

Auch Teamchef Petter Solberg, der in der Gesamtwertung Platz fünf belegte, dankte seiner Mannschaft. "Jeder Einzelne hat große Leidenschaft und unbändigen Einsatz für diesen Sport gezeigt, viele Wochenenden abseits vom Zuhause mit uns verbracht und damit diesen großartigen Erfolg ermöglicht."

Johan Kristoffersson

Erfolgsteam PSRX Volkswagen Schweden: Teamchefin Solberg und Weltmeister Kristoffersson Zoom

Petters Ehefrau Pernilla Solberg, die das Team zusammen mit ihrem Mann leitet, jubelte ebenfalls: "Unfassbar, wir haben es schon wieder geschafft. Ich bin unglaublich stolz, was wir gemeinsam als Team aufgebaut haben." Lob gab es auch von Volkswagen Motorsport-Direktor Sven Smeets: "Gratulation an PSRX Volkswagen Schweden und speziell Johan für eine fantastische Saison. Er ist ein wirklich würdiger Champion."

Erfolgsgeschichte mit vielen Kapiteln

Vier von vier möglichen WM-Titeln haben Kristoffersson und Solberg mit ihren 419 kW (570 PS) starken Volkswagen Polo R Supercars in den Saisons 2017 und 2018 eingefahren. Bei allen 24 Läufen standen die beiden Skandinavier in den Halbfinals der besten zwölf Fahrer. Mindestens ein Fahrer von PSRX Volkswagen Schweden war dabei immer im Finale vertreten. 19 Mal stand einer der beiden Piloten ganz oben auf dem Podest - eine Siegquote von 79,17 Prozent.

Petter Solberg

Auf Abwegen: Manchmal wird sogar neben der Strecke um Positionen gekämpft Zoom

Diese Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Doch jeder einzelne Laufsieg war hart erkämpft. Allen voran die Werks-Konkurrenz von Audi und Peugeot machte PSRX das Leben schwer. Beim Saisonauftakt in Barcelona (Spanien) wurde Kristoffersson erst zum Sieger erklärt, nachdem der vermeintliche Sieger Ekström für ein unfaires Manöver gegen Solberg disqualifiziert worden war. Beim zweiten Event in Montalegre (Portugal) erlebten die Fans einen der verrücktesten Läufe in der WRX-Geschichte: Erst Sonne, dann teilweise sintflutartiger Regen und in den Finalläufen sogar Schneegestöber. Kristoffersson trotzte den Naturgewalten, behielt den Überblick und siegte knapp vor Sebastien Loeb.

Doch der neunmalige Rallye-Weltmeister im Peugeot hatte Blut geleckt und machte zwei Wochen später die perfekte Saison von Kristoffersson mit seinem Sieg beim dritten Lauf in Mettet (Belgien) zunichte. Kristoffersson ging von der Pole-Position ins Rennen, erwischte einen schlechten Start und fuhr auf zwei Rädern in die erste Kurve, nachdem er im Kampf mit der Konkurrenz die Begrenzungsmauer touchiert hatte. Einige weitere Duelle später überquerte er die Ziellinie als Fünfter. Dass es im Hinblick auf Laufsiege der einzige Rückschlag bleiben sollte, konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen.

Souverän, auch bei Rückschlägen

Johan Kristoffersson

Zuschauermagnet: 50.000 Fans kommen zum "Magic Weekend" nach Schweden Zoom

Dabei sah es oft genug danach aus. In Silverstone stand unter dem Strich die maximale Punktausbeute von 30 Zählern für Kristoffersson, doch im Halbfinale hätte er nach einer Kollision mit Solberg die Segel um ein Haar vorzeitig streichen müssen. Der fünfte Lauf in Hell (Norwegen) geriet dann zu einem absoluten Highlight: Als zweitem Fahrer überhaupt nach Andreas Bakkerud gelang Kristoffersson ein perfektes Wochenende: Schnellster in allen vier Qualifyingläufen, Sieg im Halbfinale, Sieg im Finale. Mehr geht im Rallycross nicht.

Beim Heimrennen in Höljes (Schweden) stellte Kristoffersson seine beeindruckende Form ein weiteres Mal unter Beweis und siegte fast spielerisch. Das sollte sich beim siebten Lauf in Kanada ändern. Auf dem Stadtkurs in Trois-Rivieres verzettelte sich Kristoffersson in seinen ersten Rennen in Duellen, die wertvolle Zeit kosteten. Nach dem ersten Tag lag der Weltmeister nur auf Rang neun. Das Comeback am Finaltag hatte es dann in sich: Der Champion reihte Sieg an Sieg und stand am Ende wieder ganz oben.

Wieder Jubel, wieder Weltmeister

Die Konkurrenz ließ sich nicht entmutigen oder gar abschütteln. So kam es in Loheac (Frankreich) zum engsten WRX-Finale aller Zeiten. Die sechs Fahrer trennten im Ziel gerade einmal 1,575 Sekunden. Sieger: Johan Kristoffersson. Während der Lauf in Riga (Lettland) wieder zu einem "JK"-Festspiel wurde, sah es in Austin (USA) lange nach dem ersten Saisonsieg von Solberg aus. Erst ein kleiner Fehler des Norwegers in der letzten Runde machte den Weg frei für Kristoffersson - der mit dem Sieg in den USA auch vorzeitig den WM-Titel bejubelte.

Auf dem Estering gab es dann für beide Piloten von PSRX Volkswagen Schweden Grund zur Freude. Trotz eines Wochenendes mit Höhen und Tiefen sicherte sich Kristoffersson Saisonsieg Nummer zehn und für PSRX den Teamtitel. Das Saisonfinale in Kapstadt (Südafrika) war der krönende Abschluss: Zum elften Mal verspritzte Kristoffersson Champagner von der obersten Stufe des Podests. Es war der neunte Sieg in Folge. Zum Vergleich: In der Formel 1 haben das bis heute nur Alberto Ascari (1952/53) und Sebastian Vettel (2013) geschafft.

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