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WRC Rallye Italien: Neuville bezwingt Ogier im Sekundenduell

Thierry Neuville (Hyundai) fängt Sebastien Ogier (Ford) auf Sardinien in letzter Sekunde noch ab und siegt - Lappi nach Latvalas Pech auf dem Podium

(Motorsport-Total.com) - Hyundai-Pilot Thierry Neuville hat auf Sardinien die Rallye Italien 2018 gewonnen und damit auf dramatische Art und Weise seinen dritten Saisonsieg in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) eingefahren.

Thierry Neuville, Nicolas Gilsoul

Thierry Neuville fing Sebastien Ogier auf der letzten WP noch ab und siegte Zoom

Bei der Schotterrallye auf der italienischen Insel hatte es über weite Strecken der drei Etappen ein enges Duell zwischen Sebastien Ogier (Ford) und Neuville gegeben. Der fünfmalige Weltmeister aus Frankreich und der Tabellenführer aus Belgien wechselten sich speziell am Samstag mit Bestzeiten ab und lagen klar vor der Konkurrenz. Nach insgesamt 20 Wertungsprüfungen behaupte sich Neuville schließlich mit einem Vorsprung von gerade mal 0,7 Sekunden vor Ogier, nachdem er diesen auf der letzten Wertungsprüfung (WP20) noch abgefangen hat.

Mit drei Bestzeiten auf den WPs 17 bis 19 hatte Neuville den Rückstand auf Spitzenreiter Ogier am Sonntagvormittag bis auf 0,8 Sekunden verkürzt. Dann stand in Form der sieben Kilometer langen zweiten Überfahrt von "Sassari-Argentiera" die Powerstage (WP20) und damit die Entscheidung an. Auch die Powerstage-Bestzeit ging an Neuville, womit er sich sowohl den Sieg bei der Rallye gegenüber Ogier als auch die fünf Bonuspunkte gutschreiben ließ.


Fotos: WRC: Rallye Sardinien 2018


"Am Ende war es richtig knapp, aber es hat sich alles gelohnt", jubelte Neuville, der mit dem dramatischen Sieg nach Schlussspurt nicht nur seinen dritten Saisonsieg eingefahren hat, sondern damit auch seine Führung in der WRC-Gesamtwertung von 19 auf 27 Punkte ausgebaut hat.

Ogier meint nach Platz zwei: "Wir haben eine Schlacht verloren, aber ganz sicher nicht den Krieg. Es ist definitiv noch alles drin." Allerdings läuft gegen Ogier noch eine Untersuchung, weil er die vorletzte Prüfung (WP19) zusammen mit Beifahrer Julien Ingrassia ohne Zeitstempel verlassen hatte.

Lappi nach Latvalas Pech auf dem Podest

Den letzten Podestplatz holte sich Esapekka Lappi (Toyota), nachdem Teamkollege Jari-Matti Latvala am Samstagabend auf dem Verbindungsstück in den Service-Park liegengeblieben ist. Am Yaris WRC des Finnen ging die Lichtmaschine kaputt. Nach der letzten Wertungsprüfung des Samstags (WP16) hatte Latvala noch knapp vor Lappi auf Podestkurs gelegen. Unterm Strich wurde es für Latvala, nachdem er am Sonntag auf der Powerstage noch einen Fahrfehler einbaute, "nur" Platz sieben.

Für Citroen sprangen beim ersten Auftritt nach dem Rauswurf von Kris Meeke die Plätze fünf und sechs für Mads Östberg und Craig Breen heraus. An Hayden Paddon (Hyundai; 4.) kam keiner der beiden heran.

(Fast) nichts zu holen für Mikkelsen, Tänak und Co.

Keine oder nur wenige WM-Punkte fuhren auf Sardinien allen voran Andreas Mikkelsen (Hyundai), Ott Tänak (Toyota) sowie Sebastien Ogiers M-Sport-Teamkollegen Elfyn Evans und Teemu Suninen ein. Sie alle hatten am Freitag massive Zeitverluste oder gar vorzeitigen Feierabend zu beklagen, kehrten am Samstag unter Rally2-Regularien wieder zurück, konnten aber nichts mehr beziehungsweise nicht mehr viel ausrichten.

Mikkelsen, der kurz vor seinem Aus am Freitag noch in Führung gelegen hatte, musste sich mit zwei Punkten auf der Powerstage begnügen. Tänak zog immerhin noch zwei Punkte für Platz neun und drei Bonuspunkte auf der Powerstage an Land, hat damit als Dritter in der WRC-Gesamtwertung aber weiter Boden auf Neuville und Ogier verloren. Suninen, der nach Platz drei in Portugal die Chance auf einen erneuten Podestplatz hatte, verbuchte wie Evans eine Nullnummer.

Skoda-Doppelerfolg in der WRC2

Den Sieg in der WRC2-Wertung fuhr Jan Kopecky (Skoda) ein. Zweiter wurde Markenkollege Ole Christian Veiby, der sich am Freitag als Führender in der Klasse bei einem Ausritt die Radaufhängung seines Fabia R5 beschädigt hatte und eine Notreparatur einlegen musste. Nach dieser stürmte er am Samstag und Sonntag wieder in Richtung Spitze und stellte hinter Kopecky den Skoda-Doppelerfolg sicher.

Weiter geht es im WRC-Kalender 2018 nach sechs freien Wochenenden Ende Juli mit der Rallye Finnland.

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