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SS23: Grönholm siegt in Griechenland

Marcus Grönholm gewann die Akropolis Rallye vor Sébastien Loeb und Petter Solberg und konnte vor der Sommerpause seinen WM-Vorsprung ausbauen

(Motorsport-Total.com) - Marcus Grönholm hat den Spieß in der Rallye-Weltmeisterschaft endgültig umgedreht: Bei der Akropolis Rallye Griechenland konnte der Ford-Werkspilot seinen Vorjahressieg wiederholen. Mit seinem zweiten Sieg in Folge hat der Finne außerdem seinen Vorsprung als WM-Leader auf Sébastien Loeb weiter ausgebaut: Die jetzt anstehende zweimonatige Sommerpause verbringt er mit 65 Zählern auf seinem Konto, das sind neun mehr als sein Rivale verbuchen konnte (56).

Marcus Grönholm

"Bosse" Marcus Grönholm hat gewonnen und seine WM-Führung ausgebaut Zoom

Und anders als auf Sardinien, wo Grönholm nur wegen des Fehlers von Loeb gewinnen konnte, hatte "Bosse" diesmal im Duell der WM-Rivalen durchgängig die Nase vorn und seinen Kontrahenten im Griff. Die Weichen vor den Sieg konnte er allerdings erst ab Freitagnachmittag stellen. Seine Straßenkehrer-Funktion am Freitagvormittag hatte Grönholm viel Zeit gekostet. Doch dann startete er von Rang vier aus seine erfolgreiche Aufholjagd.#w1#

Vorentscheidung auf der "Königsprüfung"

Am Freitagnachmittag schob er sich Rang vor Rang nach oben und beendete den Tag schließlich mit einer hauchdünnen Führung vor den am Mittag noch führenden Subarus von Petter Solberg und Chris Atkinson. Grönholms große Stunde schlug dann auf der gestrigen zweiten Etappe: Die Grundlage für seinen Sieg legte er in den beiden Durchfahrten der fast 50 Kilometer langen "Agii Theodori", die er anders als die meisten Kollegen weitgehend problemlos absolvieren und bei der er mit zwei Bestzeiten seinen Vorsprung enorm ausbauen konnte. Die zweite Etappe beendete der Finne mit komfortablen 43,3 Sekunden Polster.

Am heutigen Sonntag ließ er es dann ruhig angehen, holte am Morgen zwar noch einmal eine Bestzeit, riskierte aber ansonsten nichts mehr, was seinen Sieg gefährden könnte. Er beendete den Lauf mit einer Zeit von 3:49:22.6 Stunden und war somit 38,6 Sekunden schneller als der Zweitplatzierte Loeb. Und so geht "Bosse" als WM-Führender mit neun Punkten Vorsprung in die Sommerpause. Da Teamkollege Mikko Hirvonen mit Rang vier ebenfalls reichlich gepunktet hat, konnte das Ford-Werksteam seinen Vorsprung auf die Mannschaft von Citroën auf 28 Punkte ausbauen (114 zu 86).

"Schadensbegrenzung" bei Loeb

Citroën-Pilot Loeb hatte sich eigentlich vorgenommen, nach seinem verhängnisvollen Fehler auf Sardinien zurückzuschlagen und zu gewinnen, doch er musste bald erkennen, dass es ihm nur noch um Schadensbegrenzung gehen konnte. Am Freitag fand er nicht den rechten Rhythmus, kämpfte mit dem einen oder anderen Problem und musste sich mit Rang vier begnügen. Entsprechend unzufrieden viel sein Fazit aus.

Am gestrigen Samstag hatte er sich vorgenommen, in der Mammut-Prüfung Gas zu geben und damit ganz nach vorn zu fahren. Doch beide Male wurde er durch platte Reifen an seinem C4 ausgebremst, die Quittung für seinen aggressiven Fahrstil. Und so musste er nicht den gewohnten Kampf mit Grönholm aufnehmen, sondern sah plötzlich in Subaru-Pilot Petter Solberg seinen Gegner, der hartnäckig Widerstand leistete. Erst als der Norweger wegen defekter Dämpfer langsamer machen musste, konnte sich Loeb am späten Nachmittag Rang zwei erkämpfen.

Und er sah ein, dass er Grönholm nicht mehr einholen konnte, gab seine Sieghoffnungen auf und konzentrierte sich bis ins Ziel darauf, mit Platz zwei wenigstens noch acht WM-Zähler zu sichern. Sein Teamkollege Daniel Sordo lag bis gestern Nachmittag auf einem aussichtsreichen vierten Platz, musste den Tag aber mit einem defekten Getriebe vorzeitig beenden. Heute konnte er wieder fahren, hatte zwar keine Chance auf Punkte mehr, aber holte in der abschließenden Zuschauerprüfung die Bestzeit.

Lebenszeichen von Subaru

Subaru-Pilot Solberg konnte sich am Ende auch noch über seinen dritten Platz freuen, wenn er auch zugab, dass er nach der Topleistung seines Teams am Freitag schon ein bisschen enttäuscht sei. Die Blau-Gelben haben auf der ersten Schleife der Rallye ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Der neue Impreza lief wie am Schnürchen und mit Chris Atkinson an der Spitze und Solberg auf Rang zwei kam Subaru mit einer Doppelführung in die erste Servicepause.

Am Freitagnachmittag mussten die beiden zwar den stärkeren Grönholm vorbei ziehen lassen, übernachteten aber auf Podestplätzen. Doch dann schlug der Defektteufel wieder zu: Erst erwischte es Atkinson, der mit allerlei Widrigkeiten zu kämpfen hatte, nach hinten abrutschte, allerdings noch einen sechsten Platz ins Ziel rettete. Dann musste auch Solberg im Kampf gegen Loeb aufgeben, als er mit einem gebrochenen Dämpfer ins Ziel humpelte. "Das hat mich den möglichen Sieg gekostet", sagte der Norweger danach.

Dennoch hat Subaru gezeigt, dass man mit den anderen endlich wieder mithalten kann und Solberg holte den ersten richtigen Podestplatz für das neue Auto (in Portugal war er zwar Zweiter, aber nur dank der Strafe für die Fords). Sein entsprechender Kommentar: "Im Ziel heißt es jetzt Partytime!" In der Herstellerwertung konnten sich die Blau-Gelben damit Rang drei von Stobart zurückerobern.

Hirvonen: Crash beendet Sieghoffnungen

Gesamtvierter wurde Mikko Hirvonen, der nach seiner Bestzeit bei der ersten Zuschauerprüfung am Donnerstag als Führender in den Freitag gegangen war. Er rutschte im Laufe des ersten Tages zwar ab auf Rang fünf, hatte aber nur gut zehn Sekunden Rückstand auf seinen führenden Teamkollegen Grönholm. Damit machte sich Hirvonen noch berechtigte Hoffnungen, den Sieg holen zu können.

Die waren allerdings am gestrigen Samstag gleich in der ersten langen Prüfung beendet: Der Finne kam mit 150 Stundenkilometern von der Strecke ab, raste in mehrere Büsche und verlor wertvolle Zeit. Mit einer kaputten Windschutzscheibe kämpfte er sich weiter durch, von da an lag er aber festgenagelt auf dem vierten Platz.

Gesamtrang fünf ging an Stobart-Pilot Henning Solberg, der eigentlich eine recht unauffällige Rallye absolviert hat. Ruhig und konstant fuhr er seine Prüfungen, holte konstant gute Zeiten und profitierte dann von Atkinsons Problemen. Der Australier rutschte ab auf Gesamtrang sechs, während Solber der Ältere sich Platz fünf sicherte.

Zwei Punkte für Privatier Kopecky

Auf seine Chance gelauert hat auch Jan Kopecky im Skoda Fabia. Der tschechische Privatier fuhr ebenfalls konstante Zeiten, kam zwar nicht superschnell, aber relativ problemfrei durch und machte am gestrigen Samstag plötzlich einen Sprung nach vorn, als es vor ihm mehrere Werkspiloten mit Plattfüßen und Defekten erwischte: Da stand der Tscheche auf einmal auf Rang sieben, den Platz hielt er bis ins Ziel und sicherte sich zwei weitere Punkte.

Auf diesem siebten Platz wäre eigentlich Manfred Stohl zu finden gewesen. Der österreichische Kronos-Pilot hatte sich seine Taktik zurechtgelegt: Selbst keine Fehler machen und dann vom Pech der anderen profitieren. Das ging auch zunächst auf, als er am gestrigen Samstag einen Sprung von Platz neun auf Platz sieben machte. Dann aber erwischte es ihn selbst, er musste anhalten, einen Reifen wechseln und Rang sieben an Kopecky abgeben. Mit Gesamtrang acht holte er immerhin noch einen Punkt für sich und zwei für das Team, er musste aber erneut frustriert bilanzieren, dass mehr nicht drin war, auch wenn er sich mehr erhofft hatte.

Jetzt macht der WRC-Zirkus erst einmal ausgiebig Ferien: Fast zwei Monate dauert die Sommmerpause, die zweite Hälfte der Saison beginnt dann am ersten August-Wochenende mit der Rallye Finnland. Und zwei Wochen später, vom 17. bis 19. August, gastiert die WRC dann bei der Rallye Deutschland rund um Trier.

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