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Rallye Deutschland: Ott Tänak siegt zum zweiten Mal in Folge

Ott Tänak gelingt bei der Rallye Deutschland in überzeugender Weise die Wiederholung des Vorjahressiegs - Dramatischer Schlusstag mit mehreren Ausfällen

(Motorsport-Total.com) - Toyota-Pilot Ott Tänak ist in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) der Mann der Stunde. Der Este gewann am Sonntag die Rallye Deutschland, den neunten Lauf der WRC-Saison 2018. Auf den Plätzen zwei und drei kamen nach einem dramatischen Schlusstag (das komplette Geschehen im Live-Ticker nachlesen) WM-Spitzenreiter Thierry Neuville (Hyundai, +39,2 Sekunden) und Esapekka Lappi (Toyota, +1:01.9 Minuten) ins Ziel.

Ott Tanak

Ott Tänak war auch bei der Rallye Deutschland nicht zu schlagen Zoom

Für Tänak war es nach seinem Triumph bei der Rallye Finnland der zweite Sieg in Folge, der dritte in dieser Saison und insgesamt der fünfte in seiner WRC-Karriere. Außerdem gelang ihm die Wiederholung des Sieges aus dem Vorjahr. 2017 hatte Tänak für M-Sport in Deutschland triumphiert.

Neuville profitierte nach einer allenfalls durchschnittlichen Leistung von den Fehlern einiger Rivalen und baute mit Platz zwei seine WM-Führung aus. Vier Rallyes vor dem Saisonende hat der Belgier 23 Punkte Vorsprung vor Titelverteidiger Sebastien Ogier (Ford), der nach einem Reifenschaden am Samstag in Deutschland auf Rang vier ins Ziel kam.

Drama pur am Schlusstag

"Es ist toll diese beiden besonderen Veranstaltungen zu gewinnen", sagt Tänak, der zuletzt auch schon die Rallye Finnland gewonnen hatte. "Diese hier war aber schwierig. Seb hat jede Menge Druck gemacht, es war nicht einfach, mit ihm mitzuhalten. Aber letztendlich haben wir gewonnen, das ist gut."

Die Grundlage für seinen Sieg hatte Tänak am Freitag mit fünf Bestzeiten bei sechs Wertungsprüfungen (WP) gelegt. Am Samstag wehrte er zunächst Angriffe seines Verfolgers Ogier ab. Nachdem dieser beim zweiten Durchgang der Königsprüfung "Panzerplatte" durch einen Reifenschaden zurückfiel, war Tänak jeden Druck los und fuhr den Sieg am Sonntag souverän nach Hause.

Dahinter ging es allerdings hoch her, die erste WP des Sonntags "Grafschaft 1" sorgte für reichlich Dramen und spülte zwei Fahrer vom sicher geglaubten Podium. Zuerst erwischte es den bis dahin drittplatzierten Jari-Matti Latvala (Toyota). An seinem Yaris WRC fiel die Hydraulikpumpe aus, was kurz darauf einen Getriebeschaden zur Folge hatte. Nach einer starken Asphaltrallye musste der enttäuschte Finne sein Auto abstellen.

Neuville trotz durchwachsener Leistung auf Platz zwei

Kurz darauf erwischte es den zu diesem Zeitpunkt zweitplatzierten Dani Sordo (Hyundai), der mit reichlich Rückstand und einem an der Front arg ramponierten i20 WRC ins Ziel der 16. WP kam. "Ich bin in einer recht schnellen Rechtskurve von der Straße abgekommen und in die Weinberge geflogen. Dabei ist die Windschutzscheibe kaputtgegangen, ich kann nichts mehr sehen", berichtet der Spanier. "Auch die Temperatur ist sehr hoch, da ist wohl etwas kaputt gegangen."

Thierry Neuville

Thierry Neuville wurde bei seiner "Heimrallye" Zweiter Zoom

Sordo und Beifahrer Carlos del Barrio versuchten zwar, das Auto notdürftig zu reparieren und entfernten die gesplitterte Windschutzscheibe, doch zur nächsten WP konnte der Spanier nicht mehr antreten. Damit blieb eine starke Rallye, bei der Sordo beide Durchgänge der langen Panzerplatte-Prüfung gewonnen hatte, für den Deutschland-Sieger von 2013 unbelohnt.

Vom Pech seiner Rivalen profitierte Neuville. Der Belgier hatte bei seiner "Heimrallye" eine allenfalls durchschnittliche Leistung gezeigt, über Probleme mit der Abstimmung seines i20 WRC geklagt und war nur selten in der Lage, das Tempo der Schnellsten mitzugehen. Doch was zählt all das, wenn man am Ende 19 Punkte für Gesamtrang zwei und Platz fünf in der Powerstage mit nach Hause nimmt? "Es war ein schwieriges Wochenende, ich hatte mit dem Auto und meinem Selbstvertrauen zu kämpfen. Aber wir waren konstant und haben gute Punkte geholt", sagt er.

Ogier betreibt erfolgreiche Schadensbegrenzung

Auch Lappi hätte über weite Strecken der Rallye Deutschland nicht von einem Podium zu träumen gewagt. Vor allem am Freitag war die fehlende Erfahrung des Finnen mit einem WRC-Auto auf Asphalt zu spüren, Lappi selbst bezeichnete den Staub auf der Straße als "Gift" für sein Selbstvertrauen. Doch am Samstag kam er mit jeder Wertungsprüfung besser zurecht, gewann sogar eine WP und durfte sich im Ziel über das dritte Podium seiner WRC-Karriere freuen. "Das ist ein gutes Gefühl. Es war ein sauberes Wochenende ohne große Fehler und Dramen, und das hat uns aufs Podium gebracht", sagt Lappi.

Sebastien Ogier

Ogier verlor trotz seines Reifenschadens nur zwei Punkte auf Neuville Zoom

Titelverteidiger Ogier war bei der Rallye Deutschland im Grunde der Pechvogel und Glückskeks zugleich. Bis zur Halbzeit der Rallye hatte der Franzose gleichermaßen entschlossen wie erfolglos gegen den aus seiner Sicht überlegenen Toyota von Tänak gekämpft, ehe er bei der 13. WP mit dem linken Hinterrad an einen Stein anschlug, was zu einem Reifenschaden führte. Dadurch verlor Ogier alle Siegchancen und wurde zeitweilig auf Platz neun zurückgeworfen.

Mit einer starken Fahrt und durch die Probleme seiner Rivalen arbeitete sich der M-Sport-Pilot aber noch bis auf Rang vier in der Gesamtwertung nach vorne und betrieb damit erfolgreiche Schadensbegrenzung. "Das war kein glückliches Wochenende für uns, aber ich habe immer alles gegeben", sagt er.

Mikkelsen schwach, Citroen ohne Glück

Fünfter wurde Ogiers Teamkollege Teemu Suninen, der bei seiner ersten Asphaltrallye in einem WRC-Auto eine steile Lernkurve hinlegte, keine großen Fehler machte und stetig schneller wurde. Elfyn Evans im dritten M-Sport-Ford war am Samstagmittag nach einem Abflug ausgeschieden.


Fotos: WRC Rallye Deutschland 2018


Rang sechs ging an Andreas Mikkelsen (Hyundai), der eine schwache Leistung zeigte und selbst nicht so recht zu wissen schien, warum er so langsam war. Für Citroen gab es bei der Rallye Deutschland nicht viel zu holen. Craig Breen war vom Pech verfolgt und geriet am Freitag bei der dritten WP als erster Fahrer in einen heftigen Regenschauer, wodurch er viel Zeit verlor.

Am Samstagabend flog er bei der 15. WP ab und beschädigte die linke Hinterradaufhängung seines C3 WRC, kam aber mit viel Glück ins Ziel und anschließend in den Service. Mit einer Bestzeit bei der elften WP ließ Breen aber immerhin sein Potenzial auf Asphalt aufblitzen. Teamkollege Mads Östberg flog am Sonntagmorgen bei der WP "Grafschaft 1" auf Rang neun liegend ab, schied aus und zeigte insgesamt einmal mehr, dass er sich auf Asphalt nicht richtig wohlfühlt.

Marijan Griebel gewinnt vier WM-Punkte

Bedingt durch die Ausfälle am Schlusstag kam Marijan Griebel (Citroen) bei seiner ersten WM-Rallye im WRC-Auto auf Rang acht ins Ziel. Der Lokalmatador, der im älteren Citroen DS3 WRC ohne direkte Konkurrenz fuhr, zeigte eine konstante Leistung ohne große Fehler und wurde dafür mir vier WM-Punkten belohnt. "Das ist ein traumhaftes Ergebnis für uns. Wir haben das ganze Wochenende keine Fehler gemacht, ich bin mit unserer Leistung voll und ganz zufrieden", sagt er.

Marijan Griebel

Marijan Griebel wurde für eine fehlerfreie Leistung mit Rang acht belohnt Zoom

In der WRC2-Wertung ging der Sieg nach einer turbulenten Rallye an Favorit Jan Kopecky (Skoda). Der erfahrene Tscheche schien am Samstag nach einem Reifenschaden schon alle Chancen auf den Klassensieg verloren zu haben, doch technische Probleme und Unfälle seiner Rivalen sowie starke Zeiten brachten ihn letztlich wieder nach vorne.

Im Ziel hatte Kopecky 3,8 Sekunden Vorsprung auf seinen Markenkollegen Kalle Rovanperä, Dritter der WRC2 wurde Fabio Andolfi (+14,3 Sekunden) in einem weitere Skoda. Der Deutsche Fabian Kreim (ebenfalls Skoda), der am Freitag auch einen Reifenschaden zu beklagen hatte, gab mit einem WP-Sieg in der Klasse und etlichen weiteren schnellen Zeiten eine Talentprobe ab und kam auf Rang fünf der WRC2 ins Ziel.

Neuville mit 23 Punkten Vorsprung auf Ogier

In der WM-Wertung führt nach neun von 13 Rallyes Neuville mit 172 Punkten vor Ogier (149) und Tänak (136). Bei den Herstellern liegt weiter Hyundai mit 254 Punkten in Führung, allerdings hat Toyota nach zwei Siegen und zwei dritten Plätzen in Folge mit 241 Punkten nur noch 13 Zähler Rückstand. M-Sport rutscht mit 224 Punkten auf Rang drei zurück, Citroen ist mit 159 Punkten abgeschlagen Letzter.

Weiter geht es mit der Rallye-WM in vier Wochen auf Schotter. Dann steht vom 13. bis 16. September die neue Rallye Türkei rund um den Mittelmeerort Marmaris auf dem Programm.

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