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  • 24.04.2016 13:12

Prüfung auf 2.140 Meter Höhe: Driften auf dem Mond

Am Sonntag erreicht die Strecke in den Anden über 2.000 Meter Höhe: Hier oben fühlt sich normalerweise nur der größte Greifvogel der Erde wohl

(Motorsport-Total.com) - Diese Wertungsprüfung spielt in einer Liga mit den berühmten Klassikern "Col de Turini" bei der Rallye Monte Carlo oder "Ouninpohja" in Finnland. Die WP "El Condor" ist seit mehr als 30 Jahren der Höhepunkt der Rallye Argentinien. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Das Ziel der nach dem hier lebenden Riesengeier benannten Prüfung liegt auf 2.140 Meter Höhe. Riesige Felsbrocken säumen in dieser Gegend die Piste, weit und breit kein Baum zusehen. "An manchen Stellen denkst du, du bist auf dem Mond", beschreibt Weltmeister Sebastien Ogier.

Sebastien Ogier

In argentinischen Höhenlagen kann es schon mal ungemütlich werden Zoom

Wie seine Konkurrenten auch, musste Ogier für "El Condor" einen neuen Aufschrieb erstellen. Die am Sonntag zweimal - darunter auch als sogenannte Powerstage - auf dem Programm stehende Prüfung wird dieses Mal in umgekehrter Richtung gefahren. Der Start liegt auf etwa 750 Meter Höhe. Von da aus geht es 16,32 Kilometer lang mehr oder weniger stetig bergauf.

Etwa in der Mitte windet sich die Piste für einige Kilometer durch einen Canyon. Eine Szenerie wie im Wilden Westen. Links und rechts ragen steile Felswände auf. Abgründe werden von klapprigen Holzbrücken überspannt, die seit Jahrhunderten hier ihren Dienst zu verrichten scheinen. "Die sind kaum breiter als ein Rallyeauto", erläutert Ogier.

Hier, wie an vielen anderen Stellen, ist fahrerische Präzision gefragt. Die Schotterstraße ist so schmal, dass Fehler fast immer zu abgerissenen Rädern oder ähnlichen Problemen führen. "Allerdings ist die Piste durch Bauarbeiten in vielen Abschnitten deutlich breiter als in der Vergangenheit", erzählt Volkswagen-Pilot Andreas Mikkelsen.

Die letzten Kilometer vor dem Ziel sind bei den Fans besonders beliebt. Ein ordentlicher Grill gehört zur Standardausrüstung. "Manche hatten schon während des Trainings am Anfang der Woche ihr Camp aufgeschlagen, um sich die besten Plätze zu sichern", erinnert sich Jari-Matti Latvala, der 2013 auf der Bergab-Variante im Polo R WRC einen neuen Rekord aufstellte. Die für WM-Verhältnisse sehr niedrige Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 76 km/h beweist, wie kurvenreich "El Condor" ist. "Ich habe praktisch keine Pause beim Vorlesen des Aufschriebs", sagt Latvalas Beifahrer Miikka Anttila.

Deswegen lieben nicht alle diese Prüfung. Vielen ist sie zu langsam und zu grob. Kommt dann auch noch Nebel hinzu, ist "El Condor" endgültig zum Fürchten. Und neblig ist es hier fast immer. "Bei Sichtweite unter zehn Meter macht das Ganze nur begrenzt Spaß", gibt Weltmeister Sebastien Ogier zu. Könnte sein, dass der argentinische Wettergott am Sonntag noch einen draufpackt - die Vorhersagen orakeln von Schnee.

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