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Ogier stocksauer auf Hyundais Taktikspielchen in Portugal

Während Citroen-Pilot Sebastien Ogier die Taktik von Hyundai-Teamchef Andrea Adamo bei der Rallye Portugal scharf kritisiert, verteidigt Thierry Neuville den Ansatz

(Motorsport-Total.com) - Im Kampf um die Podestplätze bei der Rallye Portugal griff Hyundai-Teamchef Andrea Adamo am vergangenen Wochenende tief in die Trickkiste. Um Hyundais Titelkandidaten Thierry Neuville nach einem Abwürgen des Motors auf der ersten Etappe eine bessere Chance zu geben, wurde auf der Schlussetappe für dessen Teamkollegen Sebastien Loeb und Dani Sordo die Startreihenfolge bewusst beeinflusst.

Sebastien Ogier

Citroen-Pilot Sebastien Ogier ärgert sich über die Hyundai-Taktik in Portugal Zoom

Für die erste Wertungsprüfung des Sonntags (WP16) hätten Sordo und Loeb gemäß ihrer Position im Zwischenklassement der Rallye um 8:20 Uhr und 8:22 Uhr stempeln sollen. Stattdessen taten beide dies erst um 8:31 Uhr und kassierten dafür 1:50 Minuten beziehungsweise 1:30 Minuten Strafzeit. Neuville stempelte zum erwarteten Zeitpunkt.

Die Konsequenz war, dass sowohl Sordo als auch Loeb erst nach Citroen-Pilot Sebastien Ogier auf die Schotterpisten der letzten Etappe gingen. Ogier verlor damit den Vorteil, dass zwei zusätzliche Autos vor ihm die Piste "sauber gekehrt" hätten.

Ott Tanak, Thierry Neuville, Sebastien Ogier

Hinter Sieger Ott Tänak kam Neuviille als Zweiter vor Ogier ins Ziel Zoom

Neuville, der erst nach Ogier, Loeb und Sordo startete, fand in Reihen dieser vier Piloten die besten Bedingungen vor. Ohne Hyundais Taktikspielchen wäre Neuvilles Vorteil gegenüber Ogier deutlich kleiner gewesen.

Letzten Endes beendete Neuville die Rallye hinter Sieger Ott Tänak (Toyota) auf P2. Ogier belegte P3, hat dank Powerstage-Bestzeit aber in der aktuellen WRC-Gesamtwertung noch zehn Punkte Vorsprung auf Neuville, der hinter Tänak an dritter Stelle rangiert.

Ogier sicher: Taktikspielchen hätten noch weiter gehen sollen

So oder so stoßen Ogier die Taktikspielchen von Hyundai sauer auf, zumal diese offenbar noch weiter hätten gehen sollen. "Wir können froh sein, um nicht zu sagen, wir können uns bei einem Mann bedanken. Das ist Dani Sordo. Es hätte nämlich eine noch erbärmlichere Taktik geben sollen, aber zum Glück hat er abgelehnt", so Ogier auf der Pressekonferenz am Sonntag.

Andrea Adamo

Auf Andrea Adamo ist Ogier nach Portugal gar nicht gut zu sprechen Zoom

Was der Citroen-Pilot damit meint? "Mir liegen Informationen vor, die ich nicht von einem Fahrer, sondern von meinen Quellen bekommen habe, dass dieser großartige Gentleman Andrea Adamo ihn [Sordo] angewiesen hatte, in der Prüfung stehenzubleiben und dann direkt vor Kris (dem zu diesem Zeitpunkt an zweiter Stelle gelegenen Toyota-Fahrer Kris Meeke; Anm. d. Red.) hätte starten sollen. Das wäre wirklich armselig gewesen."

Gegenüber 'Motorsport-Total.com' erläutert Ogier seine Sichtweise noch detaillierter. "Es ging um die erste Prüfung des Tages [Sonntag]. Ich weiß nicht genau, an welcher Stelle er hätte stehenbleiben sollen", so der Citroen-Pilot mit Verweis auf Sordo, "aber das hätte Thierry eine Vier-Minuten-Lücke ohne Staub gegeben. Das wäre okay gewesen. Dann aber direkt vor Kris zu starten, hätte bedeutet, dass Kris voll im Staub gewesen wäre - erbärmlich."


Analyse: Die WRC-Taktikspielchen

Sebastien Ogiers Kritik an den Taktikspielchen von Hyundai in Portugal ist die neueste Episode der Teamorder-Debatte in der WRC-Saison 2019! Weitere Rallye-Videos

Neuville verteidigt Hyundais Taktik

Adamo, der als Hyundai-Teamchef Michel Nandan abgelöst hat, bezeichnet Ogiers Ausführungen kurz angebunden als "Anschuldigungen auf unterer Ebene". Indes äußerste sich Neuville direkt am Sonntag ausführlicher. Der Zweitplatzierte der Rallye verteidigt die Taktikspielchen seines neuen Chefs.

Thierry Neuville

Thierry Neuville verteidigt den Ansatz seines neuen Chefs Adamo Zoom

"Wir haben nichts Verbotenes getan", so Neuville, der seine Aussagen kurz vor Ogiers Kritik an Adamo tätigte. "Wir haben einfach versucht, als geschlossenes Team aufzutreten. Letzten Endes haben wir den zweiten Platz und somit ein ordentliches Ergebnis eingefahren. In der Herstellerwertung haben wir nur neun Punkte verloren. Das hatte am Freitag wesentlich schlechter ausgesehen."

"Unsere Anstrengungen haben uns die notwendigen Punkte eingebracht. Das ist alles, was ich dazu sagen kann", so der Hyundai-Pilot. Konkret darauf angesprochen, ob ihm persönlich die Taktik in die Karten spielte, sagte Neuville: "Ob es viel geholfen hat, weiß ich nicht. Aber die Situation wurde zumindest optimiert."

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