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M-Sport knüpft WRC-Verbleib an Bedingungen

M-Sport bleibt nur unter bestimmten Bedingungen in der WRC-Topkategorie Rally1 - Zufrieden mit technischem Konzept, weniger mit Vermarktung

(Motorsport-Total.com) - Um das Team M-Sport und seine Zukunft in der Rallye-Weltmeisterschaft (WEC) ranken sich Gerüchte. Spätestens seit entsprechenden Medienberichten bei der Akropolis-Rallye schwebt ein Fragezeichen über dem Verbleib des Traditionsteams in der Königsklasse Rally1.

Titel-Bild zur News: M-Sport knüpft sein weiteres Rally1-Engagement an eine bessere Vermarktung

M-Sport knüpft sein weiteres Rally1-Engagement an eine bessere Vermarktung Zoom

Teamgründer Malcolm Wilson hat inzwischen bekräftigt, dass M-Sport sein Rally1-Programm nicht aufgeben will und "alles tun wird, einen Weg zu finden, auf höchstem Niveau dabei zu bleiben".

Das von Ford unterstützte Team erlebte trotz des Sieges von Ott Tänak in Schweden ein schwieriges Jahr. Seitdem war ein zweiter Platz des Esten in Kroatien das einzige Podiumsergebnis der laufenden Saison.

Hinzu kommt, dass das Geschäftsmodell des Teams auf dem Verkauf von Autos an Kunden beruht. Bislang hat das Team erst zwei Rally1-Autos verkauft, und nur eines davon an einen aktiven Teilnehmer, Jourdan Serderidis.

WRC in der Vermarktungskrise

Derzeit versucht das WRC-Stammteam, sein Budget für 2024 zusammenzutragen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass noch kein Programm für 2024 kommuniziert worden ist. Offensichtlich ist aber auch, dass sich der Rallyesport spätestens seit den Aussagen von Thierry Neuville Anfang des Jahres in unruhigen Fahrwassern befindet.

Die engagierten Hersteller, darunter auch M-Sport, haben sich seitdem zusammengesetzt, um den Rallyesport populärer zu machen. Gleichzeitig haben der Automobil-Weltverband FIA und der WRC-Veranstalter eine Reihe von Vorschlägen zur Verbesserung des Championats ausgearbeitet. Einige davon sollen bereits 2024 umgesetzt werden.

Diese Vorschläge wurden bei der Sitzung der WRC-Kommission in der vergangenen Woche diskutiert, die endgültige Entscheidung trifft aber die FIA mit dem Motorsport-Weltrat (WMSC).

Bislang fährt nur ein Kunden-Ford in der Rally1-Kategorie mit

Bislang fährt nur ein Kunden-Ford in der Rally1-Kategorie mit Zoom

Auf die Frage, ob es vor der Rallye Chile an diesem Wochenende irgendwelche Neuigkeiten über die Zukunft des Teams gibt, antwortet Teamchef Richard Millener: "Wir haben im Moment nichts Bahnbrechendes zu verkünden. Es ist wie immer um diese Jahreszeit; wir versuchen immer noch, alles so auf die Beine zu stellen, dass wir [nächstes Jahr] dabei sein können."

"Wir warten immer noch auf Neuigkeiten vom WRC-Promoter, was sich ändern wird und was verbessert werden soll. Ich glaube, jeder ist ein bisschen frustriert, weil es so wenig Informationen gibt. Es wird viel geredet, aber es gibt nicht viel Neues."

"Doch wir müssen der Realität ins Auge sehen, dass wir nicht so einfach Sponsoren gewinnen können. Ob das heißt, dass wir bessere Ergebnisse brauchen, darüber kann man streiten. Aber im Moment gibt es generell zu wenig Begeisterung in diesem Sport, und das müssen wir schnell ändern. Wenn wir das nicht ändern, wird das auch Auswirkungen darauf haben, ob wir hier bleiben."

Langfristige Zukunft mit Verbrennungsmotor

Zumindest in technischer Hinsicht scheint es Stabilität zu geben. Die aktuelle Rally1-Plattform soll bis Ende 2026 beibehalten werden. Das könnte neue Hersteller anlocken. FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem hatte zuletzt ein mögliches Subaru-Comeback ins Spiel gebracht.

"Ich denke, dass die elektrische Revolution im Allgemeinen im Moment schwierige Zeiten durchmacht." Richard Millener

Millener plädiert dafür, am Grundprinzip der Hybridtechnologie vorerst nichts zu ändern: "Abgesehen von den Schwierigkeiten, die jedes Team mit den [Hybrid-] Zulieferern hatte, ist die Technologie selbst und das, was sie leistet, immer noch gut genug."

"Ich denke, dass die elektrische Revolution im Allgemeinen im Moment schwierige Zeiten durchmacht. In Großbritannien wurde der Plan, dass die Leute zwangsläufig ein Hybrid- oder Elektroauto kaufen müssen, auf 2035 verschoben."

"Das zeigt, dass es den Verbrennungsmotor noch eine Weile geben wird, und der Rallyesport hat eine gute Mischung aus beidem gefunden, um den Sound und die [WRC-] Experience zu erhalten. Jetzt, wo mehr Hersteller wieder offen für Motorsport mit Verbrennungsmotoren sind, haben wir eine wirklich gute Chance."

"Diese Stabilität von jetzt bis 2026 zu erhalten, ist gut. Wir haben jetzt diesen Zeitraum und 2027 kommen neue Autos. Wir sollten uns darauf konzentrieren, die Vermarktung in den nächsten Jahren auszubauen, damit wir bis 2027 hoffentlich noch ein paar weitere Hersteller gewinnen können."

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