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  • 05.06.2015 16:00

  • von David Evans (Haymarket)

FIA untersucht Sicherheit der Zuschauer bei Rallyes

Die Sicherheit für Rallye-Zuschauer ist nach den jüngsten Unfällen wieder ein großes Thema: Veranstalter und Fans müssen sich der Gefahren bewusst sein

(Motorsport-Total.com) - FIA-Rallyedirektor Jarmo Mahonen will die Sicherheit für die Zuschauer komplett überarbeiten, indem er vor allem die Veranstalter und die Fans selbst in die Pflicht nimmt. Bei der Rallye Argentinien mussten sechs Zuschauer ins Krankenhaus gebracht werden, nachdem der Hyundai von Hayden Paddon von der Straße abgekommen war. Dieser Zwischenfall hat die Sicherheit in der Rallye-Weltmeisterschaft wieder in den Fokus gerückt.

Titel-Bild zur News: Fans in Portugal

Auf jeder Eintrittskarte steht geschrieben: Motorsport ist gefährlich! Zoom

Am vergangenen Wochenende kam es bei einer nationalen Rallye in Estland zu einem Unfall, bei dem drei Zuschauer getötet wurden. Mahonen sagt, dass der Crash in Argentinien eine Reihe von Problemen aufgezeigt hat: "Was in Argentinien passiert ist, geschah, weil die Leute in einen Bereich gelassen wurden, wo sie nicht hätten stehen sollen. Es hilft nichts, wenn man nachher sagt, dass sie in einer verbotenen Zone gestanden sind. Als Veranstalter muss man sicherstellen, dass Zuschauer nicht in diese Bereiche gehen."

"Aus meiner Sicht ist es unmöglich, dass man die alleinige Verantwortung den Zuschauern überlässt. Wir müssen an der Basis arbeiten. Wir müssen sichergehen, dass nicht nur die Zuschauer sondern auch die Streckenposten und Veranstalter geschult sind. 90 Prozent der Sicherheitsbemühungen werden vor dem Start der Rallye gemacht. Wir haben das bei der Rallye Portugal gesehen", bringt Mahonen einen Vergleich. "Es war ein Verdienst der Veranstalter, dass sie in Kampagnen im Vorfeld der Rallye den Zuschauern das korrekte Verhalten erklärt haben."


Der Paddon-Crash in Argentinien

Citroen-Werksfahrer Kris Meeke macht sich nach dem Unfall in Argentinien Sorgen: "Es muss etwas getan werden", sagt er. "Es bereitet mir Unbehagen, dass die Dinge nach Argentinien etwas unter den Teppich gekehrt werden. Argentinien hätte ein Desaster sein können. Wir müssen es ehrlich und realistisch sehen: In Argentinien hätten fünf oder sechs Menschen getötet werden können. Wenn Leute unter einem Auto begraben werden, dann müssen wir etwas unternehmen."

Meeke hat auch einen Vorschlag, wie man es in Zukunft machen könnte: "Leute mit Erfahrung müssen unmittelbar vor dem Start mit einem Helikopter die Strecke abfliegen und kontrollieren. Es reicht nicht, wenn die Strecke eine halbe Stunde vor uns mit einem Auto abgefahren wird. Anschließend können die Zuschauer hingehen wo sie wollen. Außerdem müssen sie die Prüfung absagen, und auch die nächste und die nächste, wenn die Leute nicht in den gesicherten Bereichen stehen. Dadurch werden die Leute sich vielleicht selbst kontrollieren. Wir müssen es ihnen beibringen."

Mahonen ergänzt, dass Verstöße gegen die Sicherheit von der FIA rasch geahndet werden können: "Die lokalen Rallye-Veranstalter sind für die Sicherheit der Zuschauer bei ihren Rallyes verantwortlich. Sollte es Fehler bei der Sicherheit geben, dann wird das nicht toleriert. Die Rallyes könnten sofort vom Kalender gestrichen werden." Die FIA-Untersuchung zu Paddons Unfall in Argentinien ist noch nicht abgeschlossen.

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