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Peugeot 306 Maxi von Sebastien Loeb: Emotionale Zeitreise

Die Wiedergeburt einer Rallye-Legende - Teil 3: Sebastien Loebs Beifahrer schwärmt vor dem ersten Test mit dem Peugeot 306 Maxi von dem Kit-Car

(Motorsport-Total.com) - Ein Montagmorgen, irgendwo im Wald der Vogesen. Die Straße ist für einen Test von Sebastien-Loeb-Racing mit dem Peugeot 306 Maxi (erfahren Sie mehr über den Neuaufbau des Autos in Teil 2 unserer Serie) abgesperrt. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt beobachtet ein Mann, wie die SLR-Crew das Auto auf seinen ersten Testlauf vorbereitet. Dieser Mann ist Daniel Elena, der schon in seinen Rennoverall geschlüpft ist und gleich auf dem Beifahrersitz Platz nehmen wird.

Sebastien Loeb kommt näher, wechselt einige Worte mit seinem Team und schaut dann Elena an. Beide steigen in das Auto, wie sie es schon tausende Male zuvor gemacht haben. Und dann geht's los!

Der Motor des 306 Maxi heult auf und vertreibt die Stille, während die SLR-Ingenieure und -Mechaniker sowie die wenigen Beobachter die Szenerie bewundernd betrachten. Das Auto fährt rückwärts aus dem Zelt und begibt sich für die ersten Versuche auf die abgesperrte Strecke.

Beifaher Elena: "Habe vom 306 Maxi geträumt"

Hätte sich Daniel Elena dieser Gelegenheit an der Seite von Sebastien Loeb entgehen lassen können? Die neunmaligen Weltmeister haben in fast zwei Jahrzehnten fast jede Rallye zusammen bestritten und wollen auch vom 23. bis 26. November bei der Rallye du Var mit dem von Sebastien-Loeb-Racing vorbereiteten Peugeot 306 Maxi gemeinsam an den Start gehen.


Dieses Projekt war für Elena eine Herzensangelegenheit: Wegen seiner besonderen Beziehung zu seinem Fahrer aus dem Elsass und seiner Leidenschaft für das französische Kit-Car. "Als ich jung war, habe ich von diesem Auto geträumt", sagt Elena im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich diese Autos damals gesehen habe. Das war beeindruckend, und der Sound war wunderschön."

"Es erinnert mich an Fahrer wie Gilles Panizzi, den ich gut kenne, weil er aus Menton stammt und ich aus Monaco. Zu Beginn meiner Karriere war er ein Mentor für mich", so Elena. "Auch Francois Delecour war einer der großen Fahrer dieser Ära. Die engen Kämpfe um jedes Zehntel in der französischen Meisterschaft waren toll anzusehen."

Rallyesport aus Leidenschaft

"Wenn man sich die Onboard-Aufnahmen aus dieser Zeit anschaut, sieht man, dass die Autos ein Eigenleben führen. Die aktuellen Autos sind zwar schneller, aber auch leiser. Dieses hier kreischt regelrecht und dreht richtig hoch. Das ist einfach toll", schwärmt Elena vom Peugeot 306 Maxi. "Seb und ich hatten zwar das Glück, dem mit dem Xsara Kit-Car recht nahe zu kommen, aber wir haben uns immer gewünscht, einmal einen 306 zu testen. Für eine Rallye ohne Druck und nur zum Spaß, ist das genau das richtige Auto."


Fotos: Sebastien Loeb: Projekt Peugeot 306 Maxi


Trotz ihrer neun WRC-Titel (und einem in der Junioren-WM), sind Elena und Loeb seit der Rallye Monte Carlo 2015 keine klassische Rallye mehr gefahren, sondern zusammen nur beim Marathon-Rallyes angetreten. "Die Geschichte von Seb und mir ist längst geschrieben. Er will einfach Spaß haben und weiß, dass er mit mir an seiner Seite 100 Prozent geben kann. Und genau so geht es auch mir", sagt Elena.

"Der Rallyesport ist außerdem meine Leidenschaft. Die Marathon-Rallyes, die wir aktuell fahren, sind eine ganz andere Kategorie", so der Monegasse weiter. "Hinzu kommt, dass ich historische Autos liebe. Ich habe einen Simca 1000 und fahre einen Golf. Es macht mir einfach Spaß, egal ob ich bei einer kleinen, regionalen Rallye oder bei einem WM-Lauf mitmache."

Neuaufbau des Autos in Rekordzeit

Beeindruckt zeigte sich Elena von der Arbeit von Sebastien-Loeb-Racing, die den Peugeot 306 Maxi innerhalb weniger Wochen neu aufgebaut hatten. "Seb hat mich fast täglich darüber auf dem Laufenden gehalten, wie es mit dem Auto läuft. Ich weiß bis ins Detail, was mit dem Auto gemacht wurde. Dazu kann ich dem Team nur gratulieren. Aber trotzdem haben sie gefragt, ob ich nicht etwas abnehmen kann", lacht Elena.

"Sie haben ganze Arbeit geleistet, und das in sehr kurzer Zeit. Vor anderthalb Monaten ist das Auto in Turckheim noch gefahren. Anschließend haben sie es komplett zerlegt, alles ausgetauscht und leichter gemacht und dann wieder zusammengebaut. Das ist beeindruckend", lobt Elena die Anstrengungen der SLR-Crew.

Und daher ist der Beifahrer überzeugt, dass das 306 Kit-Car von SLR bei der Rallye du Var eine gute Rolle spielen kann - sofern das Wetter mitspielt, das zu dieser Jahreszeit in dieser Region recht instabil sein kann. "Wir müssen abwarten, was passiert. Wenn es trocken bleibt, können wir gewinnen, denn dieses Auto hat damals genau wie das Xsara Kit-Car WRC-Autos geschlagen", sagt Elena. "Sollte es nass sein, wird es schwieriger."

Im vierten Teil unserer Serie lesen Sie morgen, wie der letzte Test vor der Rallye du Var ablief.

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