Ducati-Manager deuten an: VR46 könnte 2025 kein Satellitenteam mehr sein

VR46 verhandelt mit Ducati über eine Vertragsverlängerung - Aber Gigi Dall'Igna und Mauro Grassilli deuten an, dass man ein Satellitenteam verlieren könnte

(Motorsport-Total.com) - Mit acht Motorrädern stellt Ducati auch in der MotoGP-Saison 2024 das größte Kontingent aller fünf Marken im Feld. Pramac wird langfristig das Satellitenteam Nummer 1 bleiben und praktisch ein zweites Werksteam darstellen. Gresini hat den Vertrag bis Ende 2025 verlängert.

Titel-Bild zur News: Marco Bezzecchi

Wird VR46 auch im nächsten Jahr mit Ducati-Motorrädern fahren? Zoom

Das einzige Fragezeichen betrifft die Zukunft von VR46. Der Ducati-Vertrag des Satellitenteams von Valentino Rossi läuft mit Saisonende 2024 aus. "Wir sprechen viel mit Ducati, mit Dall'Igna", bestätigt Teamdirektor Alessio "Uccio" Salucci bei MotoGP.com.

Auch im Laufe des Katar-Rennwochenendes gab es im Paddock Gespräche. "Vielleicht finden wir den richtigen Weg, damit wir bald unterschreiben können. Ich habe Ducati nach etwas gefragt. Wir sind recht nahe", meint Salucci.

Allerdings gibt es auch Anzeichen, dass die Zusammenarbeit nicht verlängert werden könnte. "Es wird schwierig", sagt Ducatis General Manager Gigi Dall'Igna beim italienischen Sky, "dass wir im nächsten Jahr alle Teams behalten."

"Andere Hersteller machen Druck, um Satellitenteams zu haben. Sie haben auch die Möglichkeit, große Preisnachlässe zu bieten, weil sie vom Veranstalter [Dorna] Bonuszahlungen erhalten, wenn sie ein Satellitenteam betreiben."

"Für uns wird es kompliziert, mit vier Teams weiterzumachen, aber wir werden es versuchen." Denn Gresini und VR46 sind reine Kundenteams, die für die Motorräder bezahlen müssen. Ducati hat auch klargestellt, dass aus organisatorischen Gründen nur Vorjahresmodelle erhältlich sind.

Beiden Privatteams ist es also nicht möglich, das gleiche Motorrad wie das Werksteam zu bekommen. "Pramac besitzt die Exklusivrechte, das werksunterstützte Satellitenteam zu sein", betont Mauro Grassilli gegenüber der spanischen Edition von Motorsport.com.

Pablo Nieto, Alessio Salucci

VR46-Teammanager Pablo Nieto und Teamdirektor Alessio Salucci Zoom

Grassilli ist seit diesem Jahr Sportdirektor des MotoGP-Projekts und hat die Aufgaben von Paolo Ciabatti übernommen, der sich um das neue Ducati-Projekt in der Motocross-Weltmeisterschaft kümmert.

Somit ist nun Grassilli für die kommerziellen Detailverhandlungen mit den Satellitenteams zuständig. "Wir sprechen mit VR46, um unsere Zusammenarbeit zu verlängern. Das ist aber nicht einfach", gibt auch der Italiener zu, dass eine Verlängerung nicht in Stein gemeißelt ist.

"Denn wie schon gesagt muss diese Vereinbarung auch in den neuen wirtschaftlichen Rahmen passen. Wir treffen uns jede Woche mit ihnen, aber wir haben noch keine Lösung gefunden. Wir wissen, dass sie ein Angebot von Yamaha auf dem Tisch haben."

Nachsatz von Grassilli: "Wir sind nicht diejenigen, die in Eile sind." Dass Yamaha sich als klares Ziel gesetzt hat, ab 2025 wieder ein Satellitenteam zu betreiben, wurde zuletzt auch bei der Teampräsentation erneut von Lin Jarvis betont.

Und was sagt Salucci zu den Andeutungen, dass es zwischen VR46 und Yamaha konkret werden könnte? "Ich weiß es nicht", lautete in Katar seine Antwort mit einem Lachen. VR46 will die Motorradfrage so bald wie möglich geklärt haben, um sich anschließend der Fahrerfrage für das nächste Jahr widmen zu können.