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  • 18.03.2008 · 14:20

Spieletest: Off Road - Land Rover und Ford fürs Gelände

Mit Off Road wagt sich die Ford Racing-Reihe erstmals auf schlüpfrigeres Terrain - Wir haben uns für euch schon einmal durch den Matsch gewühlt

(MST/Speedmaniacs.de) - Das schöne an den Ford-Racing-Spielen, die von Empire Interactive im Rahmen der Xplosiv Serie vertrieben und von Razorworks entwickelt wurden, ist, dass diese, obwohl zum Budgetpreis angeboten, nicht auf offiziell lizenzierte Fahrzeuge verzichten müssen.

Off Road

Obwohl Budget-Titel, muss auf viele Lizenz-Fahrzeuge nicht verzichtet werden

So kommt auch Off Road für schlappe 30 Euro in den Handel und bietet trotzdem echte Modelle von Ford und Land Rover. Erscheinen wird das Spiel neben der PlayStation 2 auch für den PC, die PlayStation Portable und Nintendos Wii. Bei letzterer wird sich der Release allerdings noch bis zum Sommer 2008 hinziehen, sodass wir unsere Testfahrt mit der PS2-Version unternahmen.#w1#

Gesammelte Werke

Nachdem Razorworks inzwischen so ziemlich alles aus dem Ford-Regal, was einen Motor und vier Räder hat, in einem ihrer Spiele versoftet haben, wurde die Luft für neue Wagen allmählich eng. Doch dann sind die Entwickler fündig geworden und zwar im reichhaltig gefüllten SUV-Angebot von Ford und dessen Konzerntochter Land Rover. Damit finden sich in der Garage des Spiels nicht nur aktuelle Modelle, wie der Pickup Ford Ranger, verschiedene Modelle der F-Serie, Offroad-Urgesteine wie die Land Rover Defender und Discovery, sondern auch noch Studien, wie den Range Stormer von 2004. Alles in allem also eine bunte Mischung quer durch alle Epochen und Preisklassen.

Von der Wüste, durch den Dschungel bis in die Arktis

Off Road

Drei Landschaftszonen - Wüste, Wasser und Eis - stehen im Spiel zur Verfügung Zoom

Im Zentrum des Spiels steht ein typischer Karrieremodus. Über eine lineare Arcade-Landkarte arbeitet man sich von einem Rennen zum nächsten und wird von den Subtropen bis ins ewige Eis geleitet. Für jede der drei im Spiel enthaltenen Landschaftszonen - Wüste, Wasser und Eis - gibt es vier verschiedene Streckenlayouts die es auch in umgekehrter Richtung zu meistern gilt. Hinzu kommt eine Vielzahl von Spielmodi, bei denen das "normale" Rennen durch Parameter wie eine maximale Schadensgrenze ergänzt wird. Generell handelt es sich bei den verschiedenen Modi aber lediglich um kleine Abwandlungen, sodass man sich im Endeffekt auf den gleichen Strecken mit kaum veränderten Zielen wiederfindet.

Indem man sich dann durch die Wildnis kämpft, spielt man weitere Vehikel frei, welche gegen Preisgeld auch in eure Garage gelangen. Neben dem Karrieremodus hält Off Road außerdem eine Schnellstart-Option, einen Turnier-Modus sowie einen Zwei-Spieler- Splitscreen-Multiplayer bereit. Online- oder Netzwerk-Modus gibt es zumindest auf der PS2 nicht.

Wie auf Schienen

Off Road

Die Spielgrafik bleibt auf dem bisherigen Niveau der Reihe Zoom

Wer die bisherigen Ford Racing-Spiele von Razorworks bereits kennt, für den dürfte es keine Überraschung sein, dass sich auch Off Road glasklar dem Arcade-Genre zuordnen lässt. Die Steuerung ist absolut anfängertauglich und ausreichend direkt, wobei die Fahrphysik an sich sehr simpel gestrickt zu sein scheint, schließlich genießen größere Quersteher absoluten Seltenheitswert, sofern man nicht eifrig per Handbremse nachhilft. Dennoch lassen sich die teils zwei Tonnen schweren SUVs erstaunlich flink um die Ecke jagen, was der Tatsache zu verdanken ist, dass diese Kurven fast wie auf Schienen und nahezu ohne jede Seitenneigung durchfahren.

Insgesamt bewegt sich das gesamte Fahrverhalten doch relativ nah an einem normalen, straßengebundenen Rennspiel, da auch die Strecken irgendwie ziemlich eingeebnet wurden. Klar geht es hie und da ziemlich steil runter oder bergauf, doch fiese Bodenwellen und besonders schlüpfrige Passagen sucht man vergebens. Selbst in den auf einigen Kursen vorhandenen Bachläufen hat man genauso viel Grip wie auf dem Rest der Schotterpiste.

Reif für den Schrott?

Für zusätzliches Fahrgefühl könnte da doch ein Schadensmodell sorgen und tatsächlich benutzt auch Off Road so etwas. Allerdings verdient dieses nicht einmal im allerweitesten Sinne die Bezeichnung Schadensmodell. Denn die meiste Zeit macht sich das System lediglich durch einen gelben Balken in der Mitte des Drehzahlmessers bemerkbar. Erst wenn dieser Balken sich seinem Maximum annähert werden auch sehr dezente optische Schäden zumindest erahnbar. So tauchen winzige Kratzer an den Stoßstangen auf und aus dem Bereich des Motors quillt dunkler Rauch. Spürbaren Einfluss auf die Leistung eures Wagens nimmt das System aber nicht.

Damit die Schäden doch noch einem spielerischen Zweck dienen kann man sie in der Werkstatt für teures Geld beheben lassen. Doch mal ehrlich, warum sollte man das tun? Zum einen wird die Karre dadurch auch nicht schneller und wenn einem die Kratzer und der Rauch tatsächlich so sehr stören sollten, ist es immer noch billiger einfach über das nächste Reparatur-Power-Up zu fahren, die über alle Kurse verteilt sind. Der Schuss ging also irgendwie nach hinten los.

Jetzt mit Glühbirne

Off Road

Off Road setzt auf "schwere" Fahrzeuge und leichtgängiges Gameplay Zoom

Bei der Grafik bietet Off Road ziemlich genau das Niveau wie man es schon seit vielen Titeln von Razorworks kennt. Ob nun Ford Racing 3, Ford Street Racing oder nun Off Road, alle Titel haben einen sehr ähnlichen Look, der aufgrund der Farbwahl der durchaus ordentlich modellierten Wagen nicht selten einen leichten Cartoon-Eindruck erweckt und vor allem auf Seiten der Streckendarstellung Schwächen offenbart. Und dabei scheint es so als ob die natürlichen Umgebungen in Off Road diesen Makel noch deutlicher zu Tage tragen als die städtischen in den Quasi-Vorgängern. Dafür zeichnet in erster Linie eine ziemliche Polygonarmut verantwortlich, die die Natur größtenteils eckig und kantig erscheinen lässt.

Nicht zuletzt fehlt es aber auch schlichtweg an Details und deren Dichte, sodass die Landschaften überwiegend etwas leer und karg daherkommen. Besonders bedauerlich für ein Offroad-Rennspiel sind dabei die schwachen Effekte der Matsch- und Staub-Darstellung, und die Tatsache, dass die Wagen leider nicht im Rennverlauf verschmutzen. So bleiben als einzige positive Neuerung im grafischen Bereich die Glüheffekte-Karosserien beziehungsweise die Überblendungen beim Ein- und Austritt ins grelle Sonnenlicht zu verzeichnen.

Unrockbar

Was für die Grafik gilt, findet beim Sound seine Fortsetzung. Denn auch der präsentiert sich auf dem typischen Razorworks-Niveau und bietet damit nicht mehr als biedere Hausmannskost. Die Motorengeräusche blubbern und brabbeln allesamt reichlich uninspiriert und undeutlich vor sich hin und daneben gibt es gar nur sehr wenige zusätzliche Soundeffekte, die aber auch nicht vom Hocker reißen. Gerade in Sachen Geräuschen der Federung und der verschiedenen Bodenbeläge hätte es ruhig ein bisschen mehr sein können. Da der Soundtrack nur aus sich wiederholenden, einfachen Gitarren-Samples besteht, bleibt die Soundkulisse von Off Road insgesamt sehr unauffällig, woran auch die Dolby Pro Logic 2-Unterstützung kaum etwas ändern kann.

Fazit

Man sollte von Off Road einfach nicht zu viel erwarten. Das Spiel ist ganz einfach ein Budget-Titel wie all seine Vorgänger es waren und wohl auch seine Nachfolger werden. Für den günstigen Preis muss man generell einfach Abstriche hinnehmen, eben zum Beispiel in Form von fehlender Online-Unterstützung oder etwa bei der Technik. Hier darf man natürlich auch nicht vergessen, dass die Möglichkeiten der PS2 inzwischen absolut ausgereizt sind, wenngleich dieser Titel sie mit Sicherheit nicht ausschöpft. Große Sprünge darf man hier so oder so aber kaum erwarten.

Für Off Road sprechen daher vor allem die Ford- und Land Rover-Lizenz und damit die originalen Wagen, sowie ein einsteigerfreundliches Arcade-Gameplay. Wer dagegen ein realistisches Offroad-Rennspiel sucht ist hier definitiv falsch. Off Road ist einfach ein konventionelles Arcade-Rennspiel im Offroad-Dress.

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