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Rallye Dakar 2022: Walkner verliert Zeit, van Beveren neuer Führender

Toby Price gewinnt die zehnte Etappe - Das Gesamtklassement ändert sich komplett - Adrien van Beveren führt wieder - Matthias Walkner verliert Positionen

(Motorsport-Total.com) - Die zehnte Etappe der Rallye Dakar 2022 in Saudi-Arabien veränderte das Spitzenfeld in der Motorradkategorie komplett. Adrien van Beveren (Yamaha) eroberte die Führung zurück, während Matthias Walkner (KTM) viel Zeit verlor und auf Platz fünf zurückfiel.

Titel-Bild zur News: Adrien van Beveren

Yamaha-Fahrer Adrien van Beveren hat die Führung zurückerobert Zoom

[Update: Im Anschluss an die Etappe gab es zwei Strafen. Für Speeding in einer neutralen Zone erhielt Joan Barreda vier Strafminuten und Pablo Quintanilla (beide Honda) zwei. Dadurch rückte Walkner in der Gesamtwertung auf den vierten Platz nach vor.]

Am Mittwoch standen von Wadi Ad-Dawasir nach Bischa insgesamt 759 Kilometer auf dem Programm. Die gewertete Speziale umfasste 375 Kilometer. Dünen spielten kaum eine Rolle, sondern das Terrain war steinig. In den Canyons war die Navigation gefragt.

Für einen Mitfavoriten war heute Feierabend. Titelverteidiger Kevin Benavides strandete bei Kilometer 133. Es gab ein technisches Problem an seiner KTM. Der Argentinier musste das Rennen beenden.

Besser lief es für seinen ehemaligen Honda-Teamkollegen Joan Barreda. Der Spanier führte bei Kilometer 84 die Zwischenwertung an. Auch nach 170 Kilometern lag Barreda vorne. Zu diesem Zeitpunkt hatte Walkner eineinhalb Minuten auf ihn verloren. Aber dann änderte sich das Bild.

Bis zur Neutralisation verlor Barreda fünf Minuten. Noch schwieriger lief es für Ignacio Nacho Cornejo (Honda), der als erster Starter über 17 Minuten einbüßte. Mit Pablo Quintanilla übernahm ein anderer Honda-Fahrer bei der Zwischenzeit die Führung.

Es ging weiterhin eng zu. Nach 258 Kilometern führte Toby Price (KTM) das virtuelle Tagesklassement an. Zu diesem Zeitpunkt hatte Walkner in der Gesamtwertung noch einen Vorsprung von 54 Sekunden auf Sam Sunderland (GasGas).

Die Navigation das Problem von Matthias Walkner

Der Österreicher büßte aber noch mehr Zeit ein. Nach einer Fahrzeit von drei Stunden eroberte schließlich Price seinen ersten Tagessieg in diesem Jahr. Walkner verlor auf seinen Teamkollegen fast 16 Minuten und war nur auf Platz 27 zu finden.

Hinter Price folgten Luciano Benavides (Husqvarna) und Barreda. Van Beveren belegte Platz vier, Quintanilla Rang zehn und Sunderland wurde 19. Dieses Ergebnis änderte die Gesamtwertung im Spitzenfeld komplett.

Van Beveren hat die Führung in der Gesamtwertung zurückerobert. Der Yamaha-Fahrer hat nun vier Minuten Vorsprung auf Quintanilla. Sunderland folgt an der dritten Stelle. Walkner ist auch noch hinter Barreda auf Rang fünf zurückgefallen. Sein Rückstand beträgt achteinhalb Minuten.

Matthias Walkner

Matthias Walkner ist in der Gesamtwertung auf Platz fünf zurückgefallen Zoom

"Es ist immer ein Auf und Ab", sagt Walkner. "Am Vormittag haben sich einige Jungs verfahren und ich konnte Zeit gutmachen. Aber die Sonne stand sehr hoch, der Kontrast war richtig schlecht. Man sieht die Pisten nicht so gut."

Welches Problem hatte Walkner? "Die Navigation", antwortet der Österreicher. "Es sieht danach aus, dass ich einige Minuten verloren habe. Aber so ist es eben. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Es gibt noch zwei lange Tage."

Adrien van Beveren auf sich alleine gestellt

"Ich bin mein eigenes Tempo gefahren und habe darauf geachtet, dass ich mich nicht verfahre", berichtet van Beveren. "Bei der letzten Zwischenzeit habe ich kalkuliert, dass es für morgen gut aussieht, weil ich etwas weiter hinten starten werde."

"Das Problem ist, dass es morgen sandig ist. Wenn man die Spuren legt, dann schenkt man den nachfolgenden Fahrern Zeit. Ich weiß, dass KTM, GasGas und Husqvarna als ein Team arbeiten werden. Honda hat auch vier schnelle Fahrer."

Adrien van Beveren

Der Franzose Adrien van Beveren wartet noch auf seinen ersten Dakar-Sieg Zoom

"Leider ging es Andrew [Short] heute nicht so gut, also kann er mir morgen nicht helfen. Ich werde auf mich alleine gestellt sein. Ich werde mein Bestes geben. Vielleicht bin ich der Einzige, der keine Strategie erkennt. Vielleicht funktioniert das."

Morgen wird nördlich von Bischa eine Schleife gefahren. Die Speziale beträgt 346 Kilometer. Walkner hat aufgrund einer späten Startposition einen theoretischen Vorteil.

Ergebnis der 10. Etappe (Top 10):
01. Toby Price (KTM) - 3:05:32 Stunden
02. Luciano Benavides (Husqvarna) +2:09
03. Adrien van Beveren (Yamaha) +3:35
04. Lorenzo Santolino (Sherco) +5:40
05. Andrew Short (Yamaha) +6:29
06. Stefan Svitko (KTM) +6:29
07. Maciej Giemza (Husqvarna) +6:44
08. Rui Goncalves (Sherco) +6:49
09. Joan Barreda (Honda) +7:21
10. Martin Michek (KTM) +7:28

Gesamtwertung nach 10 von 12 Etappen (Top 10):
01. Adrien van Beveren (Yamaha) - 33:27:06 Stunden
02. Sam Sunderland (GasGas) +5:59 Minuten
03. Pablo Quintanilla (Honda) +6:15
04. Matthias Walkner (KTM) +8:24
05. Joan Barreda (Honda) +10:24
06. Toby Price (KTM) +27:43
07. Andrew Short (Yamaha) +33:57
08. Mason Klein (KTM) +37:49
09. Ricky Brabec (Honda) +38:05
10. Jose Ignacio Cornejo (Honda) +39:00

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