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Angriff mit Mini Buggy: X-raid fährt bei der Dakar zweigleisig

Neben dem bewährten Allrad-Mini bringt X-raid bei der Rallye Dakar 2018 einen neu entwickelten Mini Buggy an den Start

(Motorsport-Total.com) - X-raid wagt bei der kommenden Rallye Dakar 2018 den Schritt in eine neue Ära und wird erstmals einen zweiradangetriebenen Mini Buggy an den Start bringen. Insgesamt drei der neuen Boliden, die in diesem Jahr vom deutschen Team in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern entwickelt wurden, werden Anfang Januar 2018 in Südamerika für die Fahrerpaarungen Mikko Hirvonen/Andreas Schulz, Bryce Menzies/Pete Mortensen und Yazeed-Al Rajhi/Timo Gottschalk eingesetzt.

Mini Buggy von X-raid

Mit dem Mini Buggy entwickelte X-raid erstmals ein Auto mit Heckantrieb Zoom

Die übrigen vier X-raid-Crews Orlando Terranova/Ronnie Graue, Nani Roma/Alex Haro, Jakub Przygonski/Tom Colsoul und Boris Garafulic/Filipe Palmeiro werden mit dem bewährten allradangetriebenen Mini an den Start gehen, der allerdings in vielen Bereichen überarbeietet wurde.

"Der Gedanken, einen wettbewerbsfähigen Buggy zu bauen, kreiste schon seit langem in unseren Köpfen. Alleine schon wegen der Reglementsvorteile wollten wir so ein Fahrzeug bauen", sagt X-raid-Teamchef Sven Quandt. Bei der Entwicklung, die im Februar 2017 begann und an der 45 Ingenieure beteiligt waren, betrat X-raid Neuland. Denn der Mini Buggy ist das erste zweiradangetriebene Rennfahrzeug, das vom deutschen Team entwickelt wurde.

Entwicklung des Buggy mit renommierten Partnern

X-raid-Minis

Auffällig im direkten Vergleich: Die größeren Räder das Mini Buggy Zoom

"Die Aerodynamik hat eine sehr große Rolle gespielt und wurde zusammen mit KLK Motorsport bei vielen Simulationen ausgefeilt", so Quandt, "und in Zusammenarbeit mit der Design-Abteilung von Mini entstand das endgültige Aussehen." BMW Steyr konstruierte im Rahmen des Reglements einen komplett neuen Motor auf Basis des bekannten BMW-Sechszylinder. Natürlich waren auch langjährige Partner involviert. "Auch wenn wir so einen Buggy bisher noch nicht gebaut hatten", so Quandt, "konnten wir doch auf jede Menge Erfahrung im Cross-Country-Bereich aufbauen."

Anfang September absolvierte der Mini John Cooper Works Buggy, so der vollständige offizielle Name des Autos, beim Rollout spät in der Nacht, am X-raid Firmensitz in Trebur seine ersten Kilometer auf Asphalt. Nur wenige Tage später durfte das Auto in Ungarn das erste Mal Schotter unter den Rädern fühlen. "Da waren wir schon sehr aufgeregt", erzählt Quandt. "Doch es hat gut funktioniert und der Buggy lief ohne größere Probleme." Somit konnte ihn das Team auf schwierigeres Terrain schicken.

Über drei Wochen wurde der Buggy in Marokko auf Herz und Nieren getestet. "Natürlich ist uns das ein oder andere aufgefallen, dass wir noch verbessern können", meint Quandt. "In dieser Zeit musste der Buggy jedoch nicht aufgrund eines technischen Problems stoppen und das ist wirklich bemerkenswert. Die größte Herausforderung war, dieses Projekt zu managen und keinen Punkt aus den Augen zu verlieren."

Mikko Hirvonen ist beeindruckt vom Fahrverhalten

Bei weiteren Tests wurde der Mini Buggy weiter auf die große Herausforderung Rallye Dakar vorbereitet. "Wir wissen, dass immer das Risiko von Problemen besteht, wenn man mit einem neuen Fahrzeug antritt", meint Quandt. "Aber wir und der Buggy sind so gut es in dieser kurzen Zeit möglich war auf die Herausforderungen und Strapazen in Südamerika vorbereitet."


Fotos: Präsentation des X-raid Mini Buggy


Das sieht auch Hirvonen so, der von seinem neuen Sportgerät begeistert ist. "Was mich am meisten beeindruckt hat, ist das Fahrverhalten auf holprigen Strecken", sagt der Finne. "Der Buggy ist leicht und hat mehr Federweg als die Fahrzeuge, die ich bisher gefahren bin und so kann man ohne Probleme diese Passagen meistern."

Allerdings sei die Umstellung vom allradangetriebenen Mini auch den Buggy mit Heckantrieb eine Herausforderung gewesen. "Auf holprigen Straßen können wir viel schneller unterwegs sein und es wird etwas brauchen, bis wir das Limit gefunden haben. Wenn es kurvig wird, ähnlich einer WRC-Strecke, ist der Buggy nicht ganz so präzise wir ein 4x4. Zudem slided man durch den Heckantrieb mehr", sagt Hirvonen. "Aber ich denke, wir haben eine gute Balance gefunden. In den Dünen ist es schon ein großer Unterschied und ich fand es am Anfang schwieriger über die großen Dünen zu fahren.

Allrad-Mini speckt um mehr als 100 Kilogramm ab

Allrad-Mini

Der bewährte Allrad-Mini wurde grundlegend überarbeitet Zoom

Doch auch am bewährten Mini John Cooper Works Rally wurden etliche Änderungen vorgenommen. "Den 4x4 darf man bei aller Euphorie auf keinen Fall außer Acht lassen", sagt Quandt. "Es gibt Strecken und Terrain, auf dem hat ein Allradler Vorteile. Zudem ist unser Fahrzeug extrem zuverlässig und genau diese Zuverlässigkeit hat uns bereits zu zahlreichen Erfolgen verholfen."

Nicht nur durch das geänderte technische Reglement, sondern auch durch die Neuentwicklung des Motors für den Buggy konnte der vierradangetriebene Mini deutlich verbessert werden. Hauptpunkte durch die Reglementsanpassung waren der nun größere Federweg von 250 Millimetern auf 280 Millimeter und die Verringerung des Gesamtgewichtes um 102 Kilogramm von 1.952 auf 1.850 Kilogram.

"Wir haben es geschafft, das neue Mindestgewicht zu erreichen", berichtet Quandt. "Dafür haben wir jedes Teil am Fahrzeug auf eine Gewichtsoptimierung hin analysiert." So wurde unter anderem die Dicke der Kohlfaser-Außenhaut und das Gewicht des Rahmens deutlich reduziert. "Wir haben uns auch alle Schrauben vorgenommen und allein hier drei bis vier Kilogramm eingespart", so der Teamchef. "Daran sieht man, wie sehr wir in die Tiefe gegangen sind."

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