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Kompensationsgewicht kurios: BMW wird schwerer

21. April 2012 - 12:59 Uhr

Die Gewichtsregeln der WTCC treiben kuriose Blüten: Chevrolet gibt das Tempo vor, doch die Verfolger von BMW erhalten jetzt 20 zusätzliche Kilogramm

Franz Engstler, Yvan Muller, Tom Coronel
Chevrolet ist vorne, und nun erhalten die Verfolger von BMW etwas mehr Gewicht
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Wer die bisherigen Saisonrennen der WTCC aufmerksam verfolgt hat, dem dürfte nicht entgangen sein, dass Chevrolet erneut die Spitzenposition im Starterfeld innehat. Das einzige Werksteam hat sich in Monza, Valencia und Marrakesch jeweils in beiden WM-Läufen durchgesetzt. Ganz besonders deutlich war dies am vergangenen Wochenende, als Chevrolet in Marokko haushoch dominierte.

Von den Startplätzen sieben, neun und zehn fuhren Yvan Muller, Rob Huff und Alain Menu binnen knapp 30 Kilometern auf die Ränge eins, zwei und drei nach vorn. Die Konkurrenz hatte im zweiten Rennen von Marrakesch nicht den Hauch einer Chance. Wirklich kurios wird es aber erst jetzt, denn der Automobil-Weltverband (FIA) hat die Gewichtsliste für den nächsten Rennevent veröffentlich.

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Und das Kompensationsgewicht treibt wieder einmal seltsame Blüten: Der Chevrolet Cruze 1,6T ist und bleibt zwar das Referenzmodell, doch aufgrund der Rundenzeit-Berechnung auf Basis der drei vergangenen Wochenenden legt der BMW 320 TC gewaltig an Gewicht zu. Obwohl die bayerische Marke bisher nicht gewonnen hat, müssen nun auch ihre Autos mit 40 Kilogramm Zuladung starten.

Der Grund: In Monza, Spanien und Marokko lag der BMW 320 TC im Schnitt nur 0,3 Sekunden hinter den Bestzeiten des Chevrolet Cruze 1,6T zurück. Das beschert den BMW-Piloten jetzt ein Handicap, dürfte die Situation im Kampf um vordere Positionen aber kaum zugunsten der Verfolger verbessern. Im Gegenteil: Die neue Ballastlage spielt den WM-Spitzenreitern von Chevrolet klar in die Karten.

Dies ist aber keineswegs die Schuld von Chevrolet, sondern vielmehr die Folge der komplizierten Gewichtsregeln. Und diese sollen dafür sorgen, dass die Verfolger näher an die aktuell führenden Fahrzeuge herangebracht werden. Das ist nun nicht der Fall, aber Chevrolet-Sportchef Eric Neve betont gegenüber 'Motorsport-Total.com': "Es liegt eigentlich an der Konkurrenz, nicht an uns."

Den Verfolgern ist es schließlich nicht gelungen, Kapital aus dem Gewichtshandicap von Chevrolet zu schlagen, die seit Saisonbeginn mit einer Zuladung von 40 Kilogramm unterwegs sind. Vielleicht liegt aber genau darin der Hund begraben. Denn wenn BMW dank weniger Gewicht in Schlagdistanz ist und bessere Rundenzeiten fährt, kommt die Quittung in Form von mehr Ballast. Wirklich kurios.

Der Vollständigkeit halber noch die weiteren Autogewichte für das Renndebüt am Slovakiaring: Der SEAT Leon WTCC tritt aufgrund eines durchschnittlichen Rückstands von 0,5 Sekunden mit 20 extra Kilogramm an, der Sunred Leon 1,6T (+ 1,4 Sekunden) und der SEAT Leon TDI (+ 3,1) fahren mit einer Reduzierung um 20 Kilogramm. Dies gilt auch für den neuen Ford Focus S2000 TC (+ 1,3).

Die Autogewichte in der Übersicht:

1.200 kg - Chevrolet Cruze 1,6T (+40 kg)
1.200 kg - BMW 320 TC (+40 kg)
1.170 kg - SEAT Leon WTCC (+20 kg)
1.130 kg - Ford Focus S2000 TC (-20 kg)
1.130 kg - Sunred Leon 1,6T (-20 kg)
1.130 kg - SEAT Leon TDI (-20 kg)

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