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  • 08.02.2017 08:09

Mikkelsen im Interview: "Vargasen wird cool!"

Andreas Mikkelsen muss die Rallye Schweden aus der Beobachterrolle verfolgen - Im Interview spricht der Norweger über die Besonderheit des Winterklassikers

(Motorsport-Total.com) - Die Tempo-Runde der Rallye Schweden wird auf Red Bull TV mit täglichen Highlight-Shows und der Live-Übertragung der legendären "Vargasen"-Wertungsprüfung begleitet. Star-Gast: Andreas Mikkelsen. Der Norweger war anno 2016 einer der wenigen "Weltmeister-Besieger", gewann gegen den viermaligen Champion Sebastien Ogier unter anderem das direkte Duell bei der Rallye Australien und ging damit als letzter Sieger einer Ära in die Geschichte der Rallye-WM ein.

Andreas Mikkelsen

Es ist offen, wann Andreas Mikkelsen wieder im Rallye-Auto sitzen wird Zoom

In das neue Zeitalter des Sports mit leistungsstärkeren, schnelleren und spektakuläreren Autos startet Mikkelsen mangels Fahrzeug mit Verspätung. Die Rallye Schweden ist sein Wohnzimmer, die neuen World-Rally-Cars kennt er aus unzähligen Testkilometern. Ein Gespräch über ungewohnte Rollen, neue Kräfteverhältnisse und eine spektakuläre Rallye-Show.

Frage: "Mietwagen statt World-Rally-Car. Wie fühlt sich das an, Andreas?"
Andreas Mikkelsen: "Andersherum wäre es mir lieber - soviel ist klar. Aber Fakt ist, dass wir für die Rallye Schweden kein Cockpit in einem der neuen World-Rally-Cars gefunden haben und wir mit dieser Situation umgehen müssen. Aber abgesehen davon, dass wir am liebsten selbst mitgefahren wären, ist diese neue, ungewohnte Rolle als Co-Moderator von Red Bull TV natürlich ebenfalls eine großartige Möglichkeit, ganz nah Teil der Show zu sein. Die Rallye Schweden ist meine Heim-Rallye und verpassen möchte man die auf keinen Fall."


"Du nimmst an der Recce teil, um dich auf ein mögliches Comeback im nächsten Jahr vorzubereiten. Aber auch, um als Co-Moderator eine gute Figur abzugeben?"

Duell mit Ogier "Unfassbar schwierig"

Frage: Du warst 2016 einer der gang wenigen verbrieften Ogier-Besieger. Was macht das Duell zwischen dir und dem viermaligen Champion aus?"
Mikkelsen: "Während der vergangenen Saison war ich tatsächlich von Zeit zu Zeit schneller als er und das bei gleichen Streckenbedingungen. Darauf bin ich echt stolz, denn das können nicht allzu viele Rallye-Fahrer von sich behaupten. Zum Beispiel in Portugal und in Australien habe ich ihn bei identischen Bedingungen geschlagen. Ich kann aber sagen: Ihn zu übertreffen ist unfassbar schwierig. Man muss 100 Prozent abliefern, und am Ende entscheidet dann die Tagesform - wie so häufig im Spitzensport."

Frage: "Du kennst die 2017er-Autos von vielen Testkilometern. Gib uns doch bitte einen Überblick, was das für ein Gefühl ist?"
Mikkelsen: "Erstmal nur ein Wort: Wow! Wenn man das erste Mal vom 2016er- ins 2017er-Auto wechselt, ist der größte Unterschied, wie schnell die Dinge auf einen zukommen, wie schnell man angesichts der größeren Motorleistung auf ein hohes Tempo gelangt. Und dann kommt noch die wesentlich effizientere Aerodynamik dazu - etwa mit mehr Anpressdruck bei hohem Tempo und damit höheren Kurvengeschwindigkeiten. Ein kleines bisschen gefährlicher ist Rallye-Fahren dadurch auch geworden, aber die Sicherheit wurde signifikant erhöht. Aber vor allem der Spaß ist größer."


Schweden ist eine schnelle Rallye auf eisigem Untergrund. Was braucht es, um hier erfolgreich zu sein?"

Frage: Welche Erkenntnisse erhoffst du dir von der Rallye Schweden?"
Mikkelsen: "Natürlich kann man in Schweden ein bisschen besser beurteilen, wie die neuen Kräfteverhältnisse in der Rallye-WM sein könnten. Die Rallye Monte Carlo ist eher eine 'Fahrer'-Rallye, wo es nicht so sehr auf die Performance des Autos ankommt. Das ist in Schweden schon anders. Deswegen freue ich mich schon auf den Rallye-Samstag."

"Die 'Vargasen'-Prüfung wird cool, denn die kennen alle Fahrer in- und auswendig. Dort kann man vielleicht ein bisschen mehr über die Stärken der einzelnen Autos herausfinden. Die neuen Prüfungen, wie es sie dieses Jahr gibt, geben ein bisschen mehr Einblick darüber, wie die Fahrer mit den neuen Autos umgehen können, wer Vertrauen hat, und wer nicht. Es wird auf jeden Fall spannend."

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