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Platztausch bei Porsche: Tankstelle mit Wartezeit

17. Juli 2017 - 12:00 Uhr

Die Teamorder bei Porsche im 6-Stunden-Rennen der WEC am Nürburgring bringt unterhaltsame Szenen nach der Zieldurchfahrt: Platztausch war vorher abgesprochen

Porsche
Fahrertitel im Hinterkopf: Diese Reihenfolge der Porsches war gewollt
© Porsche

(Motorsport-Total.com) - Genau 15 Jahre ist es her, dass der ehemalige Ferrari-Rennleiter und heutige FIA-Chef Jean Todt mit den Worten "Let Michael pass for the championship" das Thema Teamorder in der Formel 1 einer breiten Öffentlichkeit schonungslos offenbarte. Spätestens seit diesem Zeitpunkt wird dieses Thema immer wieder heiß diskutiert. Endgültig verbannen lassen sich solche Vorgehensweisen nicht, das steht fest. Vor allem auf der Langstrecke gehört ein inszenierter Platztausch nicht in die Tabu-Schublade.

Im vergangenen WEC-Rennen am Sonntag auf dem Nürburgring wandte Porsche eine ungewöhnliche Methode an. Der Porsche 919 von Andre Lotterer, Neel Jani und Nick Tandy lagen kurz vor dem Ende sicher in Führung, aber die in der WM erheblich besser platzierten Le-Mans-Sieger Timo Bernhard, Earl Bamber und Brendon Hartley durften letztlich den Sieg bejubeln. Wobei der Jubel gemäßigt ausfiel, weil allen Beteiligten der Platztausch sicht- und hörbar unangenehm war.

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"Es ist schon ein bisschen seltsam, ein Rennen auf diese Art zu gewinnen. Aber es geht um die WM, da läuft es manchmal so", meint Hartley, dessen Teamkollegen Bernhard und Bamber unisono betonen, dass auch das Schwesterauto "den Sieg genauso verdient gehabt hätte". Hartley gibt zu: "Es war schon irgendwie angesprochen. Wir hatten vor dem Rennen ein Meeting. Wir sollten eigentlich alle Tempo rausnehmen, aber die anderen haben weiter gepusht. Da musste es eben anders gelöst werden."

Die Lösung, die sich Porsche einfallen ließ, war für alle Zuschauer durchschaubar. Beide Porsche mussten kurz vor Rennende noch einmal zu einem Splash-and-dash-Stopp zur Box. Für die letzte Viertelstunde genügten ein paar Liter Benzin. Der Porsche #2 wurde entsprechend betankt. Nach 36,757 Sekunden war Timo Bernhard wieder auf der Bahn, um die letzten Runden in Angriff zu nehmen. Bei Andre Lotterer (#1) dauerte die gleiche Aktion 56,333 Sekunden, weil man das Auto komplett volltankte.

Führender Porsche: Kein Danke an der Tanke

"Ich habe mich schon gefragt, warum es an der Tanke so lange dauert", scherzt Lotterer nach dem Rennen. Der prominente Porsche-Neuzugang stand kurz vor seinem ersten Sieg nach seinem Wechsel von Ingolstadt nach Stuttgart. Entsprechend wenig erbaut war Lotterer nach dem WEC-Event. "War ein lustiger Rennsonntag", so der gebürtige Duisburger mit einem eher gequälten Lächeln. "Schauen wir mal, ob die anderen uns einen ausgeben."

"Andre hätte mit dem Auto wirklich noch nach Hause fahren können, so viel Sprit war am Ende noch drin", scherzt Neel Jani über seinen Teamkollegen, der einen Wohnsitz in Belgien hat - nicht allzu weit von der Rennstrecke in der Eifel entfernt. "Ganz ehrlich: So etwas ist nicht so leicht zu verdauen", spricht Nick Tandy Klartext. "Man ist mit Leib und Seele dabei und arbeitet die ganze Zeit hart. Aber ich verstehe auch, dass man so handeln musste."

"Ich hätte schon gern gewonnen, vor allem auf dem Nürburgring. Es ist mein Heimrennen und ich habe hier noch nie im LMP1 gewonnen. Wäre schon cool gewesen", trauert Andre Lotterer eine verpassten Chance nach. Schulterzuckend fügt er an: "Wir haben als Team gearbeitet - ist halt so. Natürlich hätten wir gern gewonnen, aber nach dem Ausfall in Le Mans sind unsere Chancen in der WM halt viel schlechter. Die Saison ist für uns halt futsch."

In der Gesamtwertung haben Bernhard/Hartley/Bamber nach dem Erfolg auf dem Nürburgring nun 108 Punkte. Der Vorsprung auf die einzigen ernsthaften WM-Konkurrenten von Toyota (Buemi/Davidson/Nakajima) beträgt 30 Zähler. Lotterer/Jani/Tandy haben mit 46 Punkten erheblich geringere Chancen auf den Titel. In der Herstellerwertung konnte Porsche seinen Vorsprung auf 39,5 Punkte ausbauen.

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