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Vorschau 24h Le Mans 2017 GTE: Schlägt Ford wieder zu?

07. Juni 2017 - 13:13 Uhr

Die GTE-Klassen vor dem Jahreshighlight im Fokus: Wer geht als Siegfavorit in die 24 Stunden von Le Mans 2017? Wer hat beim Vortest am meisten vertuscht?

Andy Priaulx, Harry Tincknell, Chip Ganassi
Ford hat beim Vortest am Sonntag das wahre Potenzial verschleiert
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Die 24 Stunden von Le Mans 2017 sind weit mehr als nur das Duell zwischen Porsche und Toyota um den Gesamtsieg bei der 85. Auflage des Langstrecken-Klassikers. In der GTE-Pro-Kategorie treten gleich fünf Werksteams an: Corvette, Ford, Aston Martin, Ferrari und Porsche. Die Hersteller sind sich beim Vortest am vergangenen Sonntag erstmals in diesem Jahr auf der 13,6 Kilometer langen Strecke an der Sarthe begegnet.

Das Ergebnis des Testtages auf den Zeitenmonitoren: Corvette vor zwei neuen Porsche 911 RSR, Aston Martin und Ferrari in Schlagdistanz und Ford etwas abgeschlagen. Ist das die Wahrheit? Nein, keinesfalls. Ford hat zwar seit dem Le-Mans-Klassensieg 2016 eine veränderte Einstufung mit weniger Motorleistung und mehr Gewicht bekommen, aber dieser Faktor kann sich keineswegs derart stark auswirken. Klartext: Die Amerikaner haben ihre Karten komplett verdeckt gehalten.

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"Der ein oder andere scheint sich verfahren zu haben. Anders sind die Rundenzeiten nicht erklärbar", schmunzelt Porsche-GT-Rennleiter Frank-Steffan Walliser im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. Man kennt das Spiel aus dem Vorjahr. "Wir sind wieder auf den Plätzen zwei und drei im Klassement. Das sieht nett aus, sagt aber gar nichts aus über die Relation zum Wettbewerb." Porsche hatte 2016 beim Test ebenfalls weit vorn gelegen, war im Rennen aber absolut chancenlos.

Alle Teams fahren nur kurze Stints

Ein Blick auf die größtenteils kurzen Stints der GTE-Pro-Fahrzeuge am Testtag zeigt, dass Porsche, Ferrari und Corvette auf ähnlichem Niveau agieren. Hinter Aston Martin steht aufgrund des Reifenherstellers ein Fragezeichen. Es fehlt die direkte Vergleichbarkeit, denn die Briten setzen auf Dunlop-Pneus, während die versammelte Konkurrenz auf Michelin-Gummis vertraut. Die mittellangen Runs von Nicki Thiim (#95) und Jonny Adam (#97) waren am Testtag recht beeindruckend - aber nicht beängstigend für die Gegner.

Bei AF-Corse-Ferrari fuhren Lucas di Grassi und Sam Bird einmal etwas längere Stints. Beide 488 GTE konnten dabei ein ähnliches Tempo an den Tag legen wie die Vantages und die Corvettes. Der neue Porsche hinterließ am Nachmittag bei einem Stint von Richard Lietz einen guten Eindruck. "Wichtig ist immer das erste Feedback der Fahrer. Und da haben alle gesagt, dass sich unser Auto gut anfühlt. Es scheint alles vernünftig zu sein", sagt Walliser.

Im Zentrum der Arbeit des GTE-Werksteams aus Weissach standen Optimierungen der Bremse, Set-up-Arbeiten und Reifentests. Man fuhr insgesamt 159 Runden und sammelte entsprechend viele Daten und Erkenntnisse. Als große Unbekannte schloss Risi den Testtag mit dem Ferrari 488 GTE ab. Das Auto ist brandneu, der Motor muss noch im Rennen durchhalten. Die Piloten waren daher gezwungen, mit wenigen Runden durch den Test zu kommen. Das Fazit von Pierre Kaffer: "Fühlte sich alles sofort sehr gut an."

Erklärungsversuche der "leidenden" Ford-Piloten

Und nun zur Mannschaft von Ford, deren Fahrer sich angeblich beim Test verfahren haben. Die beste Rundenzeit von Richard Westbrook in 3:57.536 Minuten war satte 1,5 Sekunden langsamer als die beste Ford-Runde beim Vortest 2016. Wo ist das Tempo hin? "Man hat uns Leistung weggenommen und Gewicht reingepackt. Das macht es für uns nicht so leicht", sagt Ryan Briscoe. "Aus den Kurven heraus merkt man das ganz deutlich, und die Fahrbarkeit ist komplett anders. Das ist unser Problem", meint Stefan Mücke.

"Man muss sich jetzt teilweise mit Amateurautos herumärgern. Das macht es schwierig", klagt der Berliner, der zum Wochenende mit dem Wohnmobil die rund 1.300 Kilometer nach Le Mans zurücklegen wird. "Wir haben viele Dinge ausprobiert, waren deswegen vielleicht nicht so schnell. Das Auto fühlte sich aber gut an. Das ist das Wichtigste", erklärt Briscoe. Auf konkrete Nachfrage zur Hackordnung und der "scheinbaren Chancenlosigkeit" von Ford sagt der IndyCar-Pilot mit einem verlegenen Lächeln: "na ja..."

"Die Gegner sind schnell. Ob sie zu schnell für uns sind, kann ich nicht sagen. Ich bin beim Test nie direkt mit einem anderen GTE-Auto zusammen unterwegs gewesen. Da fehlt mir noch der Vergleich. Die Topspeeds der anderen waren aber höher als unserer", so Briscoe. "Insgesamt hat sich einiges verändert, die Autos fühlen sich nicht mehr so an wie im Vorjahr. Das liegt einerseits am neuen Asphalt auf der Bugatti-Strecke, zum anderen an den neuen Michelin-Reifen. Man muss sich erst daran gewöhnen."

GTE-Am-Klasse: Fahrerkader als entscheidender Faktor

"Das werden sie ganz schnell lernen in der kommenden Woche", kommentiert einer der Ferrari-Piloten, der die Erklärungsversuche von Briscoe aus nächster Nähe höchst amüsiert verfolgen durfte. "Wir haben Fortschritte gemacht, aber das hat längst nicht gereicht", legt Mücke nach. "Wir haben definitiv noch Arbeit vor uns. Ich hoffe, dass wir noch einen Schritt machen können. Eigentlich wünsche ich mir, dass man dafür sorgt, dass alle Autos im Topspeed gleich sind. Denn Unterschiede machen dort im Verkehr sehr viel aus."

Ein Blick auf die Topspeed-Messungen vom Testtag zeigt, dass Ford sich bezüglich der Höchstgeschwindigkeit eigentlich nicht beklagen dürfte. Mit 294,8 km/h lag man exakt auf dem Niveau von Porsche und Aston Martin. Corvette war etwas schneller, Ferrari etwas langsamer, aber die Unterschiede lagen in einem schmalen Fenster. Die Amerikaner mögen derzeit noch gern klagen, aber sie werden in die 24 Stunden von Le Mans 2017 als Favoriten gehen.

In der GTE-Am-Klasse ist hingegen weniger das Auto der entscheidende Faktor, sondern vielmehr der Fahrerkader. Wer den besten Profi an Bord hat und zudem als Amateur die stabilsten Leistungen bringt, hat beste Chancen auf den Erfolg. Hervorzuheben sind vor diesem Hintergrund der Aston Martin #98 (Lamy/Dalla Lana/Lauda), der Proton-Porsche #88 (Yelloly/Lemeret/Al Qubaisi) und die wunderschön bunte Larbre-Corvette (Rees/Brandela/Philippon).

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