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LMP2-Kosten laufen aus dem Ruder: ACO will gegenhalten

18. April 2017 - 18:18 Uhr

Obwohl in der LMP2 viele Kosten gedeckelt sind, laufen die WEC-Budgets aus dem Ruder - Schlittert nun auch noch der Unterbau zur kriselnden LMP1 in Probleme?

Mathias Beche
Starkes Racing, aber zu einem hohen Preis: Die LMP2 wird zu teuer
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Kostenalarm in der LMP2! Im Zuge des neuen Reglements laufen die Kosten den Teams davon wie die Toyota TS050 Hybrid dem Feld im Qualifying zu den 6 Stunden von Silverstone. Dabei sollte eigentlich alles so gut werden: Zum ersten Mal, seit die LMP2-Kategorie zu einer Pro-Am-Klasse umfunktioniert wurde, sieht die Kategorie so aus, wie Pierre Fillon und Gerard Neveu es sich vorgestellt haben. (So liefen die 6 Stunden von Silverstone)

Vier ausgewählte Chassishersteller verkaufen kostengedeckelte Chassis, dazu wird ein Einheitsmotor mit langen Revisionsintervallen verleast. Geringe Kosten für die einen, ein Geschäftsmodell für die anderen. Zudem hat man als netten Nebeneffekt mehrere neue private LMP1-Projekte für 2018 und darüber hinaus erzwungen, die die kriselnde LMP1-Kategorie mittelfristig wieder auffüllen. Doch in der neuen, fünf Sekunden schnelleren LMP2-Welt ist dennoch nicht alles in Lot: Die Kosten laufen trotz aller Deckelung auf 460.000 Euro Kaufpreis pro Auto aus dem Ruder.

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Zwei Faktoren sind Schuld an der Entwicklung: Zum einen wird die LMP2-Kategorie immer professioneller. Nach den Ausstiegen von Nissan und Audi sind zahlreiche Spitzenfahrer frei geworden, die nun in der LMP2 ihre Brötchen verdienen. Und die sind nicht allzu klein: Nicolas Lapierre, Jean-Eric Vergne, Nelson Piquet jun. oder Oliver Jarvis lassen sich ihre Dienste gut bezahlen.

Geld versickert in Schlupflöchern

Zum zweiten gibt es auch auf technischer Seite Schlupflöcher, in denen fleißig Geld verbrannt werden kann. Alleine das Lenkrad und die Elektronik schlagen mit über 20.000 Euro pro Stück zu Buche. Dann gibt es spezielle Schnelltrennkupplungen an den Bremsen, die es im Notfall erlauben, den Bremssattel binnen einer Minute zu wechseln, ohne die Bremse zu entlüften. Auch für die sechsstündigen WEC-Rennen ein absolutes Muss für den Notfall, wenn man das Spiel halbwegs ernsthaft betreibt. Hinzu kommen weitere kleine Posten für immer wiederkehrende Softwareupdates, die sich die Zulieferer mit vierstelligen Summen vergüten lassen.

Das größte Fass ohne Boden sind jedoch die freigestellten Stunden für Simulationen und Prüfstände. Theoretisch darf ein LMP2-Fahrzeug eine ganze Saison auf dem Rüttelprüfstand verbringen, um Fahrwerksabstimmungen vorzunehmen. Auch die Zeit im Windkanal ist - im Gegensatz zur LMP1! - nicht gedeckelt. Scheinbar hat sich der ACO darauf verlassen, dass die Teams bei einem fest homologierten Auto nicht zu viel Geld bei der Aerodynamik verbrennen. Doch alles zusammen summiert sich mittlerweile auf Jahresbudgets von drei Millionen Euro pro Saison und Auto - plus die teuren Profi-Fahrer.

Der ACO ist auf die Situation aufmerksam geworden. "Wir müssen ein Auge auf die LMP2-Kosten werfen", sagt der FIA-Langstreckenbeauftragte Lindsay Owen-Jones auf der Pressekonferenz in Silverstone zur Verlängerung der Kooperation zwischen FIA und ACO bis 2020. "Sämtliche Leasingverträge wurden zu den vorgegebenen Konditionen erfüllt. Aber wir haben ein Gefühl, dass die LMP2-Teams begonnen haben, Geld in anderen Bereichen auszugeben", sagt der ehemalige Vorstandsvorsitzende von L'Oreal.

Er wolle ein Auge darauf halten und gegebenenfalls Regulierungen einführen, sollte das nötig sein. Konkrete Maßnahmen nennt er aber nicht.

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