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Le-Mans-Vorschau 2012: Es ist mehr als ein Rennen

09. Juni 2012 - 12:46 Uhr

Die Le-Mans-Woche beginnt bereits am Sonntag mit der technischen Abnahme: Termine, Traditionen und die Jagd nach neuen Rekorden

Viel Spaß: Bei der Fahrerparade in der Innenstadt sind alle auf den Beinen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die 24 Stunden von Le Mans sind mehr als nur ein Autorennen. Der Event ist ein Highlight, das weltweite Resonanz erfährt. Nach Ansicht des renommierten Magazins 'National Geographic' ist die jährliche Hatz an der Sarthe der beste Sportevent der Welt. Viele Fans sehen das ähnlich, jährlich pilgern rund 250.000 Menschen nach Le Mans. Viele Piloten verwenden bei Sätzen über das weltberühmte Rennen die Worte "Mythos" oder "magisch".

Die 24 Stunden von Le Mans finden 2012 bereits zum 80. Mal statt. Die lange Traditon wurde im Jahr 1923 begründet. Damals wollte man die Zuverlässigkeit von Automobilen darstellen und organisierte eine Veranstaltung auf einem 17,262 Kilometer langen Kurs, auf dem 1906 in ähnlicher Form der Grand Prix von Frankreich stattgefunden hatte. Bei der ersten Auflage siegten Andre Lagache und Rene Leonard in einem Auto der Marke Chenard et Walcker.

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Die Rennen in den Jahren bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges gingen meist an Piloten in Alfa Romeos oder Bentleys. Die Gesamtdistanzen, die damals über 24 Stunden zurückgelegt wurden, lagen im Bereich von 3.000 Kilometern - und das auf einer Strecke mit nur sehr wenigen Kurven. Heutzutage ist der Circuit de la Sarthe nach zahlreichen Umbauten in seiner 14. Version 13,629 Kilometer lang. Es wurden einige Schikanen eingebaut.

Mythos in der gesamten Region spürbar

Der große Event in Le Mans beginnt traditionell bereits am Wochenende vor dem eigentlichen Rennen. Am morgigen Sonntag finden die ersten technischen Abnahmen der teilnehmenden Fahrzeuge statt. Auch hier ist Le Mans ganz besonders: Die Überprüfungen finden in aller Öffentlichkeit im Stadtzentrum statt. Ganz Le Mans ist auf den Beinen. Die Unterstützung, die der Event aus der hiesigen Bevölkerung erfährt, wird an solchen Tagen greifbar. Auch die Fahrerparade am Freitag vor dem Rennen ist für alle Einwohner von Le Mans Pflicht.

Schnelle Flunder: Der Porsche 917 prägte eine ganze Ära in Le Mans
© Porsche

Die Traditon und die Leidenschaft sind in der gesamten Region sicht- und spürbar. Es gibt kaum ein Lokal, kaum eine Tankstelle im Departement Sarthe, wo keine Hinweise auf das 24-Stunden-Rennen zu finden sind. Le Mans lebt das Rennen - auch außerhalb des Rennwochenendes. Der Rennsport gehört in der 150.000-Einwohner-Stadt zum täglichen Leben. In Barcelona und Madrid werden Ungeborene schon im jeweiligen Fußballclub Mitglied, in Le Mans geht es in den Automobile Club de l'Ouest (ACO).

Der Bekanntheitsgrad der Veranstaltung war seit jeher hoch, aber er erfuhr Anfang der 1970er-Jare einen weiteren weltweiten Schub. Im Film "Le Mans" stellte Regisseur Lee H. Katzin die gesamte Bandbreite in die Auslage: Sport, Leidenschaft, Persönlichkeiten, Emotionen, Dramen. Hauptdarsteller Steve McQueen - selbst ein begeisterter Rennsportler - galt fortan als Prototyp des heroischen Langstreckenpiloten. "Noch heute fühle ich mich jedes Mal ein bisschen wie Steve McQueen", sagt der zweimalige Le-Mans-Sieger Alexander Wurz.

Helden leben in Le Mans gefährlich

Die Ereignisse aus den bisherigen 79. Auflagen des 24-Stunden-Rennens haben das Bild von Le Mans geprägt. In Erinnerung geblieben sind umjubelte Siege, unglaubliche Geschwindigkeiten, aber auch unfassbar traurige Unglücke. Die Katastrophe von 1955, als bei einem Unfall von Pierre Levegh, Lance Macklin und Mike Hawthorn 84 Menschen getötet wurden, gilt als die schwärzeste Stunde im Motorsport. Auch dieses Ereignis ist Teil des Mythos Le Mans. Mercedes zog sich damals zurück, aber das Rennen ging immer weiter.

Zunächst prägten Ferrari und Jaguar das Bild in Le Mans, später kam die große Zeit von Porsche. Die Zuffenhausener sind mit insgesamt 16 Siegen die erfolgreichste Marke beim Klassiker. 1971 stellte Jackie Oliver im Porsche 917 einen Rekord auf, der 37 Jahre lang halten sollte. Der Brite fuhr im Rennen eine Runde mit der Durchschnittsgeschwindigkeit von 246,463 km/h. Bis heute nicht übertroffen ist der Topspeed von 405 km/h, den Roger Dorchy 1988 mit seinem WM P88 aufstellte.

Diese enormen Höchstgeschwindigkeiten sind aufgrund der Schikanen, die zum Abbremsen auf der langen Hunaudieres-Geraden eingefügt wurden, nicht mehr möglich. Heutzutage erreichen die schnellen LMP1-Prototypen immerhin aber immer noch ein Tempo von knapp 350 km/h. Vor allem in diesem Jahr dürfte das Rennen schnell sein. Nach der Neuasphaltierung großer Bereiche erwarten viele Piloten erheblich bessere Rundenzeiten als noch 2011. "Es wird definitiv schnell", so beispielsweise Pecom-Pilot Pierre Kaffer.

Le-Mans-Rekorde in der Übersicht:

Schnellste Qualifyingrunde: 251,815 km/h - Hans-Joachim Stuck (Porsche 962) im Jahr 1985
Schnellste Rennrunde: 246,463 km/h - Loic Duval (Peugeot 908) im Jahr 2010
Größte Distanz im Rennen: 5.410,713 Kilometer - Bernhard/Dumas/Rockenfeller (Audi R15) im Jahr 2010
Höchster Topspeed: 405 km/h - Roger Dorchy (WM P88) im Jahr 1988
Meiste Siege (Fahrer): 8 - Tom Kristensen
Meiste Siege (Hersteller): 16 - Porsche
Meiste Siege (Nationen): 28 - Deutschland (Audi, BMW, Mercedes, Porsche)
Meiste Teilnahmen: 43 - Henri Pescarolo (33 als Fahrer, 10 als Teamchef)
Knappster Sieg: 20 Meter Distanz - Amon/McLaren (Ford) auf Miles/Hulme (Ford) im Jahr 1966
Deutlichster Sieg: 349,808 Kilometer Distanz - Benjafield/Davis (Bentley) auf DeVictor/Hasley (Salmson) im Jahr 1927
Meiste Autos im Ziel: 33 im Jahr 2008
Wenigste Autos im Ziel: 6 im Jahr 1931

Der Zeitplan der Le-Mans-Woche

Sonntag, 10.06.2012:
14:30 - 19:00 Technische Abnahme (Place de la Republique)

Montag, 11.06.2012:
10:00 - 18:00 Technische Abnahme (Place de la Republique)

Dienstag, 12.06.2012:
17:00 Autogrammstunde aller Piloten (Boxengasse)

Mittwoch, 13.06.2012:
16:00 - 20:00 Freies Training
22:00 - 24:00 Qualifikationstraining

Donnerstag, 14.06.2012:
19:00 - 21:00 Qualifikationstraining
22:00 - 24:00 Qualifikationstraining

Freitag, 15.06.2012:
10:00 - 20:00 Pitwalk
17:30 - 19:00 Fahrerparade (Le Mans Innenstadt)

Samstag, 16.06.2012:
09:00 - 09:45 Warmup
14:22 Beginn Startprozedur
15:00 Start der 80. 24 Stunden von Le Mans

Sonntag, 17.06.2012:
15:00 Zieleinlauf der 80. 24 Stunden von Le Mans

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