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Steiner beurlaubt: Was köchelt bei Red Bull?

20. März 2008 - 16:11 Uhr

Was steckt hinter der plötzlichen Beurlaubung von Günther Steiner? 'Motorsport-Total.com' hat einige pikante Hintergründe...

Günther Steiner Red Bull
Sind die Tage von Günther Steiner bei Team Red Bull USA gezählt?
© Red Bull

(Motorsport-Total.com) - Eine für NASCAR-Deutschland höchst unangenehme Entwicklung bahnt sich im Hause Red Bull an, denn ganz offenbar ist es so, dass das einzige NASCAR-Team unter europäischer Führung seine einzige europäische Führungskraft Günther Steiner "beurlaubt" hat, wie es offiziell heißt.

Über die Hintergründe ist zur Stunde nichts Genaues bekannt. Der Technische Direktor war offensichtlich bereits beim Food City 500 in Bristol nicht mehr vor Ort, was darauf schließen lässt, dass die Ursache für die Beurlaubung bereits in der Woche zuvor zu suchen ist.

Auch von der Teamhomepage war der Name Steiners in einem auffälligen Tempo verschwunden, was für eine simple Beurlaubung ein wenig rasch erscheint. Stimmen aus dem amerikanischen Red-Bull-Lager sprechen bereits von einer endgültigen Trennung, während das Stammhaus in Österreich schmallippig auf der Formulierung "Urlaub" beharrt.

Offiziell ist weiterhin, dass Jay Frye erst vor wenigen Wochen die seit August 2007 offene Position als General Manager besetzt hat. Diese Stelle wurde vakant, als sich wiederum ein paar Wochen zuvor die Wege von Red Bull und Teamchef Marty Gaunt getrennt hatten, der allerdings vor nicht allzu langer Zeit in Österreich gesichtet wurde.

Frye mit eisernem Besen

A.J. Allmendinger Red Bull
A.J. Allmendinger war 2008 das erste Bauernopfer bei Red Bull
© NASCAR

Damals hieß es lapidar, dass man sich "in beiderseitigem Einvernehmen" getrennt habe, und man begründete dies mit den zukünftigen Wegen, die das Team in der NASCAR in Zukunft bestreiten wolle. Seit dieser Zeit füllte Steiner parallel die Rolle des Teamchefs aus und sollte nun durch die Installation Fryes, der über 16 Jahre NASCAR-Background verfügt, entlastet werden.

Hat sich dieses nun in einem Affenzahn als Bumerang entpuppt? Hat Steiner Frye eingestellt, nur um postwendend von eben jenem entlassen zu werden? Es wäre schon eine höchst ironische Geschichte, die durchaus typisch für die hemdsärmeligen Gepflogenheiten in der NASCAR wäre.

Das erste Frye-Opfer war A.J. Allmendinger, der über Nacht durch NASCAR-Routinier Mike Skinner "temporär" ersetzt wurde. Allmendinger wurde Ende 2006 verpflichtet, weil er nicht nur schnell ist, sondern als charmanter Youngster auch perfekt in das dynamische Red-Bull-Image passt.

Skinner ist ein rüstiger 50-Jähriger, der die Marketingstrategen der Bullen dauerhaft vor einige Kunstgriffe stellen würde. Allmendinger wiederum kommt - genau wie Steiner - aus dem Formelsport, und hat in der NASCAR offensichtlich weder Historie, noch eine über Jahre hinweg fundamentierte Lobby.

Sportlich steht Red Bull nicht schlecht da

Brian Vickers
Brian Vickers und sein Red-Bull-Toyota sorgte 2008 für viel Freude
© Red Bull

"Diese Entwicklung ist sehr schade, denn Günther Steiner hat als Technischer Direktor bei Red Bull eigentlich einen sehr guten Job gemacht, speziell wenn man sich die Ergebnisse von Brian Vickers in diesem Jahr anschaut", erklärte NASCAR-Experte Klaus Graf gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

In der Tat: Vickers hat seinen Red-Bull-Toyota bombensicher in die Top 35 gefahren, nicht zuletzt begründet durch die harte Arbeit, die das Team in der Winterpause leistete. Verantwortlich dafür war Steiner, der nun möglicherweise seinen Hut nehmen muss.

Und Frye? Gerüchte in den USA deuten darauf hin, dass Richard "Slugger" Labbe, seines Zeichens Ex-Crewchief beim geplatzen Bill-Davis-Team um Jacques Villeneuve, als neuer starker Mann etabliert werden soll. Oder gibt es etwa gar ein Comeback von Gaunt?

Wie dem auch sei: NASCAR zeigt sich als ein geschlossener Kreis, und das in der Winterpause von NASCAR-Chef Brian France ausgegebene Motto wird offenbar umgesetzt. Frei interpretiert lautete dieses: Wir müssen uns wieder um unsere eigenen Leute kümmern...

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