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Rallye-Reglement

Stand Januar 2013 - Originalfassung in Englisch

WRC Reglement 2014

Die Vorbereitungen für eine hart umkämpfte Saison beginnen schon Monate vor der ersten Rallye: Der Automobilverband FIA bestätigt die Streckenführungen, die Sonderprüfungen und die Zielorte der über den ganzen Globus verteilten Rallyes und verschickt Kopien des offiziellen Vorschlags an die Hersteller.

Eine Rallye kann über zwei, drei oder vier Tage gehen und muss an einem Samstag oder Sonntag zu Ende gehen. Sie setzt sich aus gezeiteten Wertungs- und Zuschauerprüfungen (im Normalfall zwischen 15 und 25) sowie Verbindungsetappen zusammen. Auf diesen Verbindungsetappen (sie werden nicht gewertet, müssen aber innerhalb eines bestimmten Zeitfensters absolviert werden) fahren die Crews auf öffentlichen Straßen von Prüfung zu Prüfung beziehungsweise zum Servicepark. Deshalb müssen alle Autos, die an einem WRC-Lauf teilnehmen, eine Straßenzulassung besitzen. Die gültigen Verkehrsregeln müssen dabei auch beachtet werden. Mehrere Wertungsprüfungen (meistens zwei, drei oder vier) bilden eine "Schleife", nach der im Servicepark oder bei einem Remote-Service Reparaturarbeiten möglich sind. Die Fahrer und Beifahrer müssen jederzeit über einen gültigen Führerschein besitzen.

Die Wertungsprüfungen können über Schotter- oder Asphaltpisten führen. Diese Untergründe können sich entweder innerhalb einer Wertungsprüfung oder von Prüfung zu Prüfung abwechseln. Die Gesamtdistanz der gezeiteten Wertungsprüfungen muss zwischen 300 und 500 Kilometern betragen. Für eine einzelne WP ist keine minimale oder maximale Distanz vorgeschrieben. Doch laut Reglement dürfen zwischen den einzelnen Besuchen im Servicepark oder beim Remote-Service nicht mehr als 80 gezeitete Kilometer angesetzt werden. Zudem darf keine Prüfung (oder auch nur Teile davon) bei einer Rallye mehr als zwei Mal durchfahren werden. Zuschauerprüfungen, die so genannten "Super Special Stages" sind davon aber ausgenommen. Wie die Veranstalter ihre Rallye im Rahmen dieser Vorgaben planen, bleibt ihnen überlassen. Ziel ist, jeder Rallye ihren eigenen Charakter zu geben. Seit der Saison 2010 sind auch wieder Nachtprüfungen zugelassen. Hier muss die Sicherheit jedoch gewährleistet sein, zudem darf eine Etappe (also ein Rallyetag) nicht ausschließlich aus Nachtprüfungen bestehen.

Anders als auf der Rundstrecke fahren die Rallyepiloten nicht direkt gegeneinander, sondern gegen die Uhr. Sieger ist, wer am Ende am wenigsten Zeit für alle Wertungs- und Zuschauerprüfungen zusammen benötigt hat. Die Zeit wird auf die Zehntelsekunde genau gemessen. Die Crews starten in Intervallen von einer Minute nacheinander in die Prüfungen. Die Startreihenfolge wird bei Asphalt-Rallyes am ersten Rallye Tag durch die Gesamtwertung in der Weltmeisterschaft bestimmt, der Führende startet als Erster. Ab dem zweiten Tag bestimmt die Rallyewertung des Vortags die Startreihenfolge. Beispiel: Der Pilot, der eine Rallye nach dem Freitag anführt, geht am Samstag als Erster in die Prüfungen. Bei Schotter-Rallyes gibt es ein Qualifying am Shakedown-Tag.

Ein Rallyepilot fährt dabei nicht auf Sicht, sondern wird von seinem Beifahrer durch die Prüfungen navigiert. Dazu liest der Beifahrer aus dem Aufschrieb vor, der auch gern als "Gebetsbuch" bezeichnet wird. Mittels spezieller Bezeichnungen ist in diesem Aufschrieb alles bis ins kleinste Detail notiert, der Verlauf jeder jede Kurve, jede Kuppe, die Länge jeder Gerade, gefährliche Punkte wie Schlaglöcher oder Belagwechsel und so weiter.

Ablauf einer WRC-Rallye

Eine Rallyewoche beginnt mit der so genannten "Reconnaissance", zweitägigen Besichtigungsfahrten. Hier können die Crews die Wertungsprüfungen mit einem normalen Serienfahrzeug durchfahren und ihren Aufschrieb erstellen. Dabei darf jede Wertungsprüfung nur zwei Mal durchfahren werden, der Veranstalter kann zudem eine Geschwindigkeitsbegrenzung festlegen.

Es folgen die Technische Abnahme und der Shakedown, eine Art Abschlusstraining. Beim Shakedown treten die Piloten in ihren Rallyeboliden auf einer mehrere Kilometer langen Strecke an, um vor dem eigentlichen Start in den WM-Lauf noch einmal zu trainieren und ihre Autos auf Herz und Nieren zu überprüfen. Der Shakedown kann entweder auf einer eigens dafür angelegten Strecke stattfinden oder auf Teilen einer der später zu absolvierenden Wertungsprüfungen. Der Parcours muss dabei von den WRC-Crews mindestens vier Mal durchfahren werden, denn der Shakedown soll nicht nur als Training dienen, sondern auch als Medien- und PR-Veranstaltung. Er findet im Normalfall am Tag vor dem ersten "richtigen" Rallyetag statt.

Das Qualifying

Seit der Saison 2012 gibt es das sogenannte Qualifyingformat. Es wird lediglich bei Schotter-Rallyes durchgeführt und findet während des Shakedowns statt. Zunächst wird die Shakedown-Strecke zweimal zur Übung befahren. Anschließend beginnt das Qualifying für die Fahrer der Kategorie P1 und P2. Anhand des Ergebnisses dürfen sich die Fahrer ihre Startpositionen für die erste Etappe aussuchen. Der Schnellste hat die erste Wahl, dann kommt der Zweitschnellste und so weiter. Mit dieser Maßnahme will man Chancengleichheit schaffen, denn in der Vergangenheit musste immer der Führende zuerst auf die Piste gehen und die Strecken für die nachfolgenden Fahrer "säubern". Wenn das Qualifying begonnen hat, herrschen Parc-Ferme-Regeln, es dürfen also keine Veränderungen an den Autos vorgenommen werden.

Start und Stages

Mit einem Showstart, dem "Ceremonial Start", wird die Rallye dann eröffnet. Er findet meistens am Vorabend des ersten "richtigen" Rallyetags statt. Danach beginnt der eigentliche WM-Lauf mit seinen Wertungsprüfungen und den Zuschauerprüfungen. Mit der Saison 2011 wurde außerdem die so genannte "Power Stage" eingeführt, bei der die drei schnellsten Piloten Bonuspunkte bekommen. Dabei kann es sich um eine Wertungs- oder Zuschauerprüfung handeln. Mit diesen "Power Stages" möchte die FIA erreichen, dass über die WM-Läufe mehr live im Fernsehen berichtet wird. Eine solche "Power Stage" sollte im Normalfall die letzte Prüfung einer Rallye sein und eine Länge zwischen vier und acht Kilometern haben. Ziel ist, dass der Fernsehzuschauer zu Hause die letzten Kilometer einer Rallye live mitverfolgen kann. Beendet wird ein WM-Lauf mit der Podiumszeremonie.

Klassen und Wertungen

Das Geschehen in der WRC steht bei einem WM-Lauf natürlich im Mittelpunkt des Interesses. Doch an den Start gehen nicht nur die in die Weltmeisterschaft eingeschriebenen WRC-Crews, sondern es gibt mehrere Weltmeisterschaften und Klassen, in denen es im Rahmen eines WM-Laufs um Siege und Punkte geht. So sind die startberechtigten Fahrzeuge je nach Typ und Motorisierung in elf unterschiedliche Klassen eingeteilt, angefangen bei der WRC, über verschiedene S2000-Fahrzeuge, Gruppe-N- und Gruppe-A-Autos bis hin zu R1B- und R1A-Fahrzeugen. Manchmal können über 100 Crews in einen WM-Lauf starten, abhängig davon, wie viele Privatiers in den einzelnen Klassen teilnehmen. Auch die Fahrer sind in verschiedene Kategorien eingeteilt, vom WRC-Piloten, der im Werksteam fährt bis hin zum Privatier.

Punkte gibt es für verschiedene Wertungen. Fahrerweltmeister wird der Pilot, der am Ende der Saison die meisten Punkte hat. Gleiches gilt für die Beifahrerweltmeisterschaft. Für die Hersteller-Weltmeisterschaft muss ein Hersteller oder Team zwei WRC-Autos einsetzen und an allen WM-Läufen teilnehmen. Voraussetzung für die Teilnahme an der WRC-Team-Meisterschaft ist, dass ein Team mit ein oder zwei Fahrzeugen (derselben Marke, egal aus welcher zugelassenen Klasse) bei mindestens sieben WM-Läufen startet, zwei davon außerhalb Europas.

Neben der WRC gibt es ab der Saison 2013 auch die WRC-2 und die WRC-3. Die WRC-2 ersetzt die bisherige Super-2000-Weltmeisterschaft (SWRC). Startberechtigt sind Autos mit Vierradantrieb der Kategorien R5, R4 und S2000. Für Gruppe-N-Autos gibt es einen eigenen Cup, der ebenfalls Teil der WRC-2 ist. Für die Meisterschaft werden die Ergebnisse von sechs der sieben Rallyes herangenommen, an denen man teilnehmen muss.

Die Produktionswagen-WM (PWRC) wird ab 2013 von der WRC-3 ersetzt. Dazu zählen auch Gruppe-R-Autos mit Zweiradantrieb. Das sind Autos der Kategorien R3, R2 und R1. Für die Titelvergabe werden fünf der sechs Rallyes herangezogen. Auch die WRC Akademie bekommt ab 2013 einen neuen Namen. Sie wird in die FIA Junior-Weltmeisterschaft umbenannt. Die WRC Akademie absolvierte 2012 ihre zweite Saison in ihrer derzeitigen Form.

Die Punktevergabe

Die Zahl der zu vergebenden Punkte wurde zur Saison 2010 geändert. Früher bekamen die besten acht Fahrer Punkte, nun sind es die besten zehn. Der Sieger bekommt 25 Zähler, der Zweitplatzierte 18, der Drittplatzierte 15 und so weiter bis zum Zehntplatzierten, der noch einen Punkt bekommt (25-18-15-12-10-8-6-4-2-1). Außerdem bekommen die drei schnellsten WRC-Crews der "Power Stage" Bonuspunkte, der Prüfungssieger drei, der Zweitschnellste zwei und der Drittschnellste einen.

Hersteller können die Punkte ihrer Fahrer zusammenzählen. Für die Herstellerwertung können die beiden Fahrer punkten, die vorher von ihrem Team dafür nominiert wurden. Fährt ein nicht für Herstellerpunkte nominierter Pilot in die Punkteränge, bekommt er zwar Fahrerpunkte, für die Herstellerwertung rückt aber der dahinter bestplatzierte nominierte Pilot nach.

Am Ende eines WM-Laufs gibt es immer die volle Anzahl der der Platzierung entsprechenden Punkte. Das gilt auch dann, wenn der Lauf drastisch verkürzt werden musste. Das soll vor allem den Teilnehmern der WRC2 und WRC3 entgegenkommen, die ohnehin nur bei sechs beziehungsweise sieben Läufen Punkte sammeln können. Für sie wäre es fatal, wenn sie bei einem oder mehreren davon auch noch weniger Zähler bekommen würden.

Zeitkontrollen

Der Ablauf einer Rallye obliegt einem genauen Zeitplan. Dazu gibt es Zeitkontrollen, die die Crews zu einer vorgegebenen Zeit passieren müssen, zum Beispiel am Start der Wertungsprüfungen oder bei der Ankunft und Abfahrt an den Servicestellen. An jeder Zeitkontrolle bekommen sie einen Eintrag in ihre Zeitkarte. Die Fahrer bekommen Zeitstrafen, wenn sie diese Kontrollen zu früh oder zu spät passieren. Bei "Zuspätkommern" werden pro verspäteter Minute zehn Sekunden aufgebrummt und auf die Gesamtzeit angerechnet. Wer zu früh zu einer Zeitkontrolle kommt, bekommt pro angefangener Minute eine Strafminute auf die Gesamtzeit angerechnet. Fahrer, die sich 30 Minuten bei einer Zeitkontrolle verspäten oder deren Verspätungen sich an einem Tag auf 30 Minuten summieren, können ausgeschlossen werden. Sie haben aber die Möglichkeit, am nächsten Tag unter dem so genannten "Rallye2"-Reglement wieder an den Start zu gehen.

Rallye2

Für Crews, die wegen eines Unfalls (oder wegen Verspätung, siehe oben), vorzeitig ausscheiden, ist eine Rallye nicht zwangsläufig beendet. Das Rallye2-Reglement ermöglicht ihnen, am nächsten Tag wieder an den Start zu gehen, falls ihr Fahrzeug nicht so beschädigt ist, dass ein Restart aufgrund von Sicherheitsbedenken untersagt wird. Die Restarter sind genauso punkteberechtigt wie jene Fahrer, die alle Wertungsprüfungen absolvieren. Allerdings bekommen sie pro Wertungsprüfung, die sie aufgrund ihres Ausscheidens verpasst haben, eine Strafe von fünf Minuten auf ihre Gesamtzeit angerechnet. Sollte nur die letzte Prüfung eines Rallyetages verpasst werden, wird eine Strafe von zehn Minuten angerechnet. Es obliegt den Veranstaltern, ob sie bei ihrer Rallye diese Regel zulassen.

Die Servicestellen

Nachdem eine Serie ("Schleife") von Sonderprüfungen absolviert ist, fahren die Fahrzeuge zu ihren Servicestellen im Servicepark oder zum Remote-Service. Zudem gibt es zwischen einzelnen Wertungsprüfungen die Möglichkeit zum Nachtanken. Im Normalfall gibt es bei jeder Rallye einen Hauptservice-Park, vergleichbar mit einem Fahrerlager. Die Veranstalter können jedoch bei der FIA beantragen, den Servicepark im Rallyeverlauf zu verlegen. Ein Veranstalter kann aber auch eine Remote-Service-Zone einrichten (zum Beispiel für einen Mittagsservice). Dies geschieht vor allem dann, wenn die Wertungsprüfungen eines Tages weit vom eigentlichen Servicepark entfernt sind. Für den Remote-Service gelten spezielle Regeln.
Vor der jeweils ersten Prüfung eines Rallyetages haben die Teams pro Auto 15 Minuten Zeit, um die Fahrzeuge im Servicepark für die Wertungsprüfungen vorzubereiten. Zwischen zwei Schleifen ist ein 30-minütiger Mittagsservice eingeplant, am Abend haben die Teams beim "Flexi-Service" noch einmal 45 Minuten Zeit für Reparaturen, bevor die Fahrzeuge über Nacht in den Parc Ferme gebracht werden. Zwischen der letzten Prüfung einer Rallye und der Siegerehrung stehen weitere zehn Minuten zur Verfügung. Bei einem Remote-Service darf nicht länger als 15 Minuten an einem Auto gearbeitet werden. Die Crews werden mit Zeitstrafen belegt, sollten sie die vorgeschriebenen Zeitfenster überschreiten.

Ein Routinestopp beinhaltet einen kompletten Rad- und Reifenwechsel, Abstimmungsänderungen, Flüssigkeitsnachfüllung und einen "Schraubenschlüssel-Check", der sicherstellt, dass jede Schraube trotz der Vibrationen fest sitzt. Die Daten auf der Silberbox (der Blackbox des World Rallye-Fahrzeugs) werden für eine rasche Analyse heruntergeladen. Der Stoßdämpfer und die Bodenabstandseinstellungen werden überprüft, und alle vier Bremsscheiben auf Abnützung getestet. Zu guter Letzt werden die Fenster geputzt. Ist der Wagen beschädigt, versucht das Team, ihn in der Kürze der verfügbaren Zeit wieder zu reparieren. Allerdings dürfen im Servicepark neben der Crew (Fahrer und Beifahrer) nur acht Teammitglieder gleichzeitig am Auto arbeiten. Sie tragen Armbinden, die sie als am Auto arbeitend identifizieren. Außerdem ist ein medizinischer Betreuer zugelassen, der sich um Fahrer und Beifahrer kümmert.

Beim Remote-Service dürfen neben Fahrer und Beifahrer nur vier Mechaniker am Auto arbeiten. Zudem dürfen nur Ersatzteile eingebaut werden, die der Fahrer in seinem Auto mitgeführt hat. Sprich: Steht ein Remote-Service an, ist es für die Piloten durchaus ratsam, morgens schon wichtige Ersatzteile einzupacken und in die Wertungsprüfungen mitzunehmen. Das gilt jedoch nicht für Extra-Scheinwerfer. Sie dürfen in einem Servicefahrzeug zum Remote-Service gebracht werden.

Die modernen WRC-Fahrzeuge

Mit der Saison 2011 ist eine neue Ära angebrochen. Die bisherigen WRC-Boliden wurden ausgemustert und durch eine neue Generation von Fahrzeugen ersetzt. Die Autos basieren auf S2000-Fahrzeugen, werden aber von einem 1,6-Liter-Turbo-Motor angetrieben. Zum "WRC-Aufrüstkit" gehören zudem spezielle Front- und Heckspoiler. WRC-Autos sind die auf den Rennsport getrimmten Brüder von Serienfahrzeugen, zum Beispiel vom Citroen DS3, vom Ford Fiesta, vom Mini Countryman und vom Volkswagen Polo.

Unter der von der Serie bekannten Hülle steckt aber jede Menge Hightech. Die umfassenden Sicherheitsstandards inkludieren einen Überrollkäfig, der in den Wagen eingeschweißt wird und so Fahrer und Co-Pilot bei Unfällen schützt. Um einen Wagen Rallye-fit zu machen, wird das Fahrzeug bis in seine Einzelteile zerlegt. Nach mehreren 100 Arbeitsstunden wird daraus wieder ein Gerüst für ein Rallye-Fahrzeug gefertigt, das zwei bis dreimal so stabil ist wie ein Serienfahrzeug, einen integrierten Überrollkäfig und rund 40 Meter Sicherheitsrohrgitter hat. Dazu kommen der Motor, das Rallyegetriebe, die Aerdynamikkomponenten, die Elektronik, die Sicherheitssitze, der Unterbodenschutz, sowie das Fahrwerk mit seinen speziellen Komponenten. Für schnelle Bremsmanöver wurden Kohlefaserbremsscheiben entwickelt, die einen größeren Durchmesser als die Reifen eines normalen Pkws haben und somit das Fahrzeug abrupt anhalten können.

Das Mindestgewicht für ein Fahrzeug inklusive Ersatzrad beträgt 1.200 Kilogramm, das Mindestgewicht für ein Auto inklusive Fahrer, Beifahrer und einem Ersatzrad liegt bei 1.350 Kilogramm.

Motor und Kraftübertragung

Die neuen WRC-Fahrzeuge sind mit einem 1,6-Liter-Motor mit Turbolader versehen. Zahlreiche Motorteile müssen homologiert werden, darunter der Turbolader, der Ansaug- und Auspuffkrümmer, das Lufteinlasssystem, die Einspritzdüsen, die Benzin- und die Ölpumpe. Der Ölsumpf muss entweder mit dem des Serienfahrzeugs identisch sein oder ebenfalls homologiert werden. Alle Motoren müssen mit einem am Kompressor angebrachten Luftmengen-Begrenzer mit einem maximalen inneren Durchmesser von 33 Millimetern versehen sein. Zudem müssen alle Fahrzeuge ein Katalysatorsystem haben, das ebenfalls homologiert wird.

Elektronische Hilfen wie ABS, ASR, EPS sind verboten. Eingesetzt werden müssen dagegen die homologierte elektronische Steuerungseinheit ECU. Von der ECU gesteuerte Aktoren und Systeme zur Datenspeicherung sind zugelassen. Vorgeschrieben ist zudem der Einsatz eines Drehzahlbegrenzers, denn die maximale Drehzahl ist auf 8.500 Umdrehungen pro Minute beschränkt. Freiheiten haben die Hersteller dagegen unter anderem beim Kühlsystem und dem Auspuffsystem ab dem Krümmer.

Die Weiterentwicklung von einigen Motorkomponenten ist zum 1. Mai 2011 "eingefroren" und wird kontrolliert. Jedes eingeschriebene WRC-Team hat dazu bei der FIA eine Kiste mit Teilen abgegeben, die registriert wird. Diese Teile dienen zum Vergleich, um zu kontrollieren, dass die entsprechenden Komponenten danach nicht weiterentwickelt wurden. Das sind: Ventile, Ventilfedern, Kolben, Nockenwellen, rennbereiter Zylinderkopf, homologierter Zylinderblock, Hochdruck-Benzinpumpe, Ansaug- und Auspuffkrümmer, alle weiteren bereits homologierten Motorteile sowie Details zum Verdichtungsverhältnis. Die hinterlegten Teile mussten nicht neu sein, aber in allen Bereichen vergleichbar mit denen, die während der Saison im Wettbewerb zum Einsatz kommen.

Nach dem 1. Mai 2011 dürfen die WRC-Teams pro Saison nicht mehr als zwei Motoren pro Auto einsetzen. Jeder Motor wird dabei einem bestimmten Auto zugeteilt. Ein Hersteller kann zwar bei der FIA den Einsatz eines weiteren Motors beantragen, muss dies aber gut begründen können. Pro Rallye ist nur ein Ersatzmotor pro Team erlaubt, alle Motoren werden mit einer Identifikationsnummer versiegelt. Muss ein Team das Motorenkontingent überschreiten, bekommt es bei der nächsten Rallye eine Fünf-Minuten-Strafe.
Jedes WRC-Fahrzeug hat ein Sechs-Gang-Getriebe und Allradantrieb. Gänge dürfen nur mechanisch gewechselt werden.

Reifen

Seit der Saison 2011 gibt es in der Rallye-Weltmeisterschaft kein Reifenmonopol mehr. Mit Michelin und DMACK liefern derzeit zwei Hersteller die WRC-Teams aus. Sie stellen jeweils drei Reifenspezifikationen zur Verfügungen, für Asphalt, für Schotter und mit Spikes für Schnee und Eis.

Die Anzahl der Reifen, die einem Team pro Lauf zur Verfügung gestellt werden, hängt von der Anzahl der Reifenwechsel-Services und von der Wettbewerbskategorie ab. Teilnehmer der Kategorie P1 und P2 bekommen pro Reifenwechsel sechs Reifen (inklusive der beiden Ersatzreifen, die in jedem Auto mitgeführt werden dürfen). Dazu kommen sechs Reifen für den Shakedown. Alle Teilnehmer, die außerhalb der P1 oder P2 mit Allradantrieb starten, bekommen vier Reifen pro Wechsel und fünf für den Shakedown. Fahrzeugen mit Zweirad-Antrieb werden pro Wechsel sechs Reifen zugeteilt, im Shakedown haben sie ein unbegrenztes Kontingent.

Das Nachschneiden per Hand und Systeme wie das "Mousse"-System, bei dem sich bei einem Schaden im Reifen ein Kunststoff ausbreitet, um Plattfüße zu verhindern, sind seit 2008 verboten.

Chassis

Die Anzahl der Chassis, die Hersteller und Herstellerteams für Testfahrten und WM-Läufe benutzen dürfen, ist limitiert. Jeder Hersteller hat acht Chassis zur Verfügung. Gleiches gilt für jene WRC-Teams, die an zehn bis 13 Läufen teilnehmen. Teams, die an acht oder neun Läufen teilnehmen, haben fünf Chassis zur Verfügung. Und für jene Teams, die nur ein Auto einsetzen, gilt eine Beschränkung auf drei Chassis. Wer diese Anzahl überschreitet (zum Beispiel wegen zu vieler Unfälle), bekommt eine Fünf-Minuten-Strafe.

"Linking"

Um Kosten zu sparen, gibt es nicht nur bei den Motoren und beim Chassis Beschränkungen. Auch das Getriebe und einige weitere Ersatzteile müssen bei mehreren Läufen eingesetzt werden. Welche das sind, wird vorher festgelegt. Beispiel: Die Teile A werden in Schweden und Italien eingesetzt, während die Teile B schon unterwegs sind nach Mexiko und später in Australien eingesetzt werden. Ein "Link" besteht aus mindestens zwei Rallyes.

Die Teams müssen eine Liste mit ihren geplanten "Links" vor der Saison bei der FIA vorlegen. Die Teams, die die gesamte Saison bestreiten, müssen vier Links aus je zwei Rallyes und einen aus drei Rallyes benennen. Für die Teams, die an zehn bis zwölf Läufen teilnehmen, sind vier Links pro Auto vorgeschrieben. Und jene Teams, die bei sieben bis neun Rallyes fahren, müssen drei Links angeben.

Pro Auto werden vor der ersten Rallye eines solchen Links zwei Getriebe- und zwei Differenzialeinheiten versiegelt. Bei den verlinkten Rallyes dürfen nur diese Einheiten eingesetzt werden. Eine Ausnahme darf einmal pro Saison gemacht werden: Wenn beide Getriebe- und Differenzialeinheiten schon bei der ersten Rallye des Links eingesetzt wurden, steht es den Teams einmal frei, für die zweite Rallye straffrei zwei weitere Getriebe- und Differenzialeinheiten versiegeln zu lassen.

Bei den Ersatzteilen werden pro Auto vor der ersten Rallye eines Links folgende Teile versiegelt: Ein vorderer und ein hinterer Unterrahmen, die bereits am Auto befestigt sind, sowie jeweils zwei weitere Unterrahmen für vorn und hinten (bei Teams, die zwei Autos einsetzen). Außerdem: Eine Lenksäule, die bereits im Auto eingebaut ist und zwei Ersatz-Lenksäulen für Teams mit zwei Autos.

Pro Auto werden vor der ersten Rallye eines solchen Links zwei Getriebe- und zwei Differenzialeinheiten versiegelt. Bei den verlinkten Rallyes dürfen nur diese Einheiten eingesetzt werden. Nur einmal pro Saison darf eine Ausnahme gemacht und während eines Links dürfen straffrei zwei weitere Getriebe- und Differenzialeinheiten versiegelt werden.

Bei den Ersatzteilen werden pro Auto vor der ersten Rallye eines Links folgende Teile versiegelt: Ein vorderer und ein hinterer Unterrahmen, die bereits am Auto befestigt sind, sowie jeweils zwei weitere Unterrahmen für vorn und hinten (bei Teams, die zwei Autos einsetzen). Bei Teams, die nur ein Auto einsetzen, wird für vorn und hinten nur je ein zusätzlicher Unterrahmen versiegelt. Außerdem: Eine Lenksäule, die bereits im Auto eingebaut ist und zwei Ersatz-Lenksäulen für Teams mit zwei Autos (eine Ersatz-Lenksäule für Teams, die nur ein Auto einsetzen), ein bereits eingebauter Turbolader sowie ein Ersatz-Turbolader pro Auto. Der bereits eingebaute Turbolader darf nur in dem Auto eingesetzt werden, in dem er versiegelt wurde, die Ersatz-Turbos können in beide Autos eines Teams eingebaut werden.

Bei der zweiten oder dritten Rallye eines Links werden weitere Ersatzteile versiegelt, nämlich zwei zusätzliche vordere und hintere Unterrahmen (je einer bei Teams mit einem Auto), zwei (bzw. eine) zusätzliche Lenksäulen und zwei (bzw. ein) zusätzliche Turbolader. Vor der Versiegelung dieser zusätzlichen Teile müssen die Teams aber so viele Ersatzteile aus ihrem Kontingent entfernen, dass die Anzahl der versiegelten Komponenten wieder der der ersten Rallyes des Links entspricht.

Testfahrten

Hersteller und WRC-Teams dürfen der FIA eine eigene Teststrecke benennen. Auf dieser Strecke darf ohne Beschränkung getestet werden. Testfahrten außerhalb dieser eigenen Strecke sind in Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Portugal, Spanien, Schweden und Großbritannien erlaubt. In allen anderen Ländern sind Testfahrten verboten. Nicht getestet werden darf auf Straßen, die bei einem WM-Lauf als Prüfung genutzt werden könnten sowie in Ländern, in denen aktuell ein WM-Lauf stattfindet, und zwar im Zeitraum zwischen Reconnaissance und dem Ende der Rallye. Außerdem gilt für die Testfahrten außerhalb der eigenen Teststrecke eine Beschränkung auf zehn Tests mit maximal 42 Testtagen pro Kalenderjahr für Hersteller und ihre Werksteams sowie sechs Tests mit maximal 15 Testtagen pro Kalenderjahr für sonstige WRC-Teams.

Fahrer der Kategorie P1 dürfen nur für das Team testen, bei dem sie unter Vertrag stehen. Fahrer der Kategorie P3 dürfen in einem Land drei Wochen vor dem dortigen WM-Lauf nicht mehr testen, außer die Testfahrten zählen im Reglement als Teil der Rallye oder es liegt eine schriftliche Genehmigung der FIA vor und alle P3-Fahrer, die für den betreffenden Lauf gemeldet haben, können an dem Test teilnehmen. Solche Testfahrten sind aber auf jeden Fall auf einen Tag und eine Strecke beschränkt. Doch die FIA kann auch hier Ausnahmen genehmigen.

Teams, die einen Test für Medien oder als PR-Veranstaltung planen und nicht sicher sind, ob sie dabei das Reglement brechen, müssen zunächst die FIA und den Medienbeauftragten der FIA informieren.

WRC Reglement 2014

 

 

 
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