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Peugeot 306 Maxi von Sebastien Loeb: Der letzte Test

Die Wiedergeburt einer Rallye-Legende - Teil 4: Woran beim letzten Test gearbeitet wird und wieso Sebastien Loeb vom Auto positiv überrascht ist

(Motorsport-Total.com) - Montagmorgen am Rande einer kleinen Straße, die sich durch die Wälder der Vogesen schlängelt. Obwohl die Temperatur nur knapp über dem Gefrierpunkt liegt, arbeiten die Männer von Sebastien-Loeb-Racing schon seit Stunden am Peugeot 306 Maxi, um ihn für den letzten Test vor der Rallye du Var vorzubereiten, wo ihr Boss Sebastien Loeb das Auto fahren wird (Lesen Sie in Teil 3, wie Loebs langjähriger Beifahrer Daniel Elena von dem klassischen Rallye-Boliden schwärmt).

Sebastien Loeb

Beim Test perfektionierte Sebastien Loeb das Set-up des Peugeot 306 Maxi

Trotz des kalten Wetters scheint das Ballett unter dem Pavillon, der den 306 Maxi beherbergt, perfekt zu funktionieren. Das Auto ist nach einer grundlegenden Überarbeitung in den Hallen von Sebastien-Loeb-Racing in Soultz-Sous-Forets bereit, um am Asphalt zu schnuppern.

"Nach dem Wiederaufbau haben wir das Auto zunächst gestartet und alle Funktionen überprüft", sagt Richard Monin zu 'Motorsport-Total.com'. Der Ingenieur war bei SLR für die Runderneuerung des Peugeot 306 Maxi verantwortlich. "Am nächsten Tag haben wir die Grundeinstellungen für das Basis-Set-up vorgenommen, mit dem wir bei diesem Test beginnen. Wir haben es auch auf die Waagen gestellt und die Gewichtsverteilung angepasst."

Woran bei einem Rallye-Test gearbeitet wird

Am gleichen Abend wurde das Auto verladen und in die Vogesen, zur zweieinhalb Autostunden von der SLR-Fabrik entfernten Straße hinauf auf den Col de La Fourche transportiert. Diese Straße mit ihren verschiedenartigen Kurven, schnellen und engen Passagen, Höhenunterschieden und einer spektakulären Kompression wurden von Rallyeteams wie Citroen, Volkswagen, Hyundai und vor allem Peugeot schon oft für Tests benutzt.


"Wir waren beim ersten Start bei der Rallye Haute Provence und bei den Showruns beim Bergrennen von Turckheim schon ein wenig mit dem Auto gefahren", erklärt Richard Monin vor Sebastien Loebs erstem Versuch. "Wir mussten die Basis-Abstimmung aber ein wenig anpassen, weil nicht mehr alles wie genau vor dem Neuaufbau ist."

"Vor dem ersten Test steht der Arbeitsplan fest. Hier werden wir an den Stoßdämpfern arbeiten, an der Fahrzeughöhe vorne und hinten, der Spur von Vorder- und Hinterachse, den Stabilisatoren, dem Differential ... alles in allem ziemlich viele Parameter. Dazu greifen wir auf die Eindrücke des Fahrers und die gewonnenen Daten zurück. Die sind zwar nicht so umfangreich wie bei aktuellen Autos, aber sie liefern uns dennoch nützliche Informationen."

Bloß nicht zu viel auf einmal verstellen!

"Wichtig ist bei solch einem Test, dass man nicht alles gleichzeitig macht. Man darf maximal ein oder zwei Parameter auf einmal ändern, wenn man sehen will, welchen Einfluss das hat. Wenn man anfängt alles zu verändern, wird es kompliziert."


Fotos: Sebastien Loeb: Projekt Peugeot 306 Maxi


Nachdem er die letzten Vorbereitungen überwacht und ein paar Worte mit seinem Team gewechselt hat, steigt Loeb hinter das Lenkrad. Das macht auch Daniel Elena, der seine Sitzposition noch einmal korrigiert. Der Motor erwacht und der 306 rollt rückwärts aus dem Zelt, ehe er sich mit wildem Motorgeheul in Richtung Asphaltband verabschiedet.

"Bei diesem ersten Versuch überprüfen wird, ob sich das Auto gut verhält", fährt der junge Ingenieur des französischen Teams fort. "Wir überprüfen die Sitzposition von Seb und Daniel, wärmen die Reifen und Bremsen an und stellen die Bremskraftverteilung ein. Es ist im Grunde nur ein schneller Check, ob alles reibungslos läuft. Beim zweiten Versuch fängt dann die richtige Arbeit an."

Die Zuverlässigkeit passt

"In diesem Fall sieht der Testplan für diesen Tag folgendes vor: Stoßdämpfer, Differential und vor allem Fahrzeughöhe. Vielleicht arbeiten wir auch ein wenig an der Spur und der Gewichtsverteilung. Wir wollen den Schwerpunkt so tief wie möglich haben. Außerdem können wir je nach Sebs Vorliebe an unterschiedlichen Stellen des Autos Gewichte platzieren."

Nach gut einem Dutzend Durchgängen eines arbeitsreichen und konstruktiven Tages hat Sebastien-Loeb-Racing viele Lektionen gelernt, die ihnen bei den letzten Vorbereitungen in den Tagen vor dem Aufbruch nach Var helfen werden.

"An diesem Testtag haben wir viele unterschiedliche Einstellungen ausprobieren können. Wir haben auch den Benzinverbrauch ermittelt, denn da fehlten uns Referenzwerte", fährt Richard Monin fort. "Wir haben außerdem die Zuverlässigkeit des Autos überprüft und anhand der Ergebnisse dieses Test einen Plan für die Arbeit an den letzten Details erstellt. In Var werden wir dann einen letzten Shakedown vornehmen, um die Veränderungen zu überprüfen."

Loeb ist überrascht: Der 306 Maxi ist keine Diva

Nach einem Tag harter Arbeit spricht Sebastien Loeb über dieses besondere Projekt und die Herausforderungen, die ihn bei der Rallye du Var erwarten werden. "Ich war dieses Auto vorher nie gefahren, hatte aber großartige Erinnerungen daran", sagt der neunmalige Rallye-Weltmeister zu 'Motorsport-Total.com'.

Sebastien Loeb

Sebastien Loeb erfüllte sich mit dem 306 Maxi einen lange gehegten Traum

"Seit ich mit dem Rallyesport angefangen habe, habe ich davon geträumt. Ich erinnere mich, wie ich es gehört habe, als es den Berg hinunter kam. Es hat einen Höllenlärm gemacht und klingt aufregender als die WRC-Autos. Daher wollte ich auf jeden Fall damit fahren. Ich hatte zwar das Glück, selbst noch ein Xsara Kit-Car zu fahren, aber der 306 hat mich immer gereizt. Als ich zu Peugeot gewechselt bin, haben ich einen gekauft, um den sich dann mein Team gekümmert hat."

"Als ich zum ersten Mal eingestiegen bin, war ich positiv überrascht. Ich bin im Laufe meiner Karriere schon viele Autos gefahren und hatte mit einem altmodischen Auto gerechnet. Natürlich entspricht der Innenraum nicht dem eines aktuellen Autos. Aber ich hatte erwartet, dass es schwierig zu fahren ist, doch das war nicht der Fall. Es ist gut ausbalanciert und lässt sich schön fahren. Nach diesem Testtag kann ich die Rallye du Var kaum erwarten!"

Während sich Loeb und sein Peugeot 306 Maxi, das Symbol einer ganzen Generation, auf den Wettkampf gegen gut 15 R5- und eine Handvoll WRC-Autos vorbereiten, werden zwei Rivalen die Entwicklung rund um das wiederbelebte Kit-Car ganz genau verfolgen. Mit Gilles Panizzi und Francois Delecour gehen zwei Spitzenfahrer aus der Ära der Kit-Cars und des Peugeot 306 Maxi in den 1990er-Jahren ebenfalls bei der Rallye du Var an den Start. Mit einem Peugeot 208 T16 R5 zählt Panizzi zu den Sieganwärtern, während Delecour mit einem beeindruckenden Aston Martin Vantage in der GT-Klasse startet.

Im fünften und letzten Teil unserer Serie lesen Sie morgen, wie es bei der Rallye du Var gelaufen ist.

Relaunch von Motorsport-Total.com

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